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Vatikan hält Aussage für "heidnisch"
Katholischer Priester: Homo-Ehen schuld an Erdbeben

Giovanni Cavalcoli wurde von Radio Maria und dem Vatikan für seine homophoben Ideen kritisiert
- 7. November 2016, 10:24h 2 Min.
In Italien sorgt die homophobe Aussage eines Priesters in einem katholischen Radiosender für Wirbel. Sogar dem Vatikan geht das zu weit.
Der italienischer Priester Giovanni Cavalcoli hat sich den Zorn des Vatikans zugezogen, weil er vor gut einer Woche im privaten Sender Radio Maria die Einführung von eingetragenen Partnerschaften für Erdbeben verantwortlich gemacht hatte. Cavalcoli sagte bereits am 30. Oktober, die Erdstöße in Italien, die das Land im August und Oktober erschüttert hatten, seien eine "Strafe Gottes" für "Vergehen gegen die Würde der Familie, die Würde der Ehe".
Der Dominikaner argumentierte, Gott habe bereits mit der Vernichtung von Sodom und Gomorrha gezeigt, dass er mit Naturkatastrophen Sünden bestrafe. Konkret seien die Erdbeben daher eine direkte Folge der Parlamentsentscheidung vom Frühjahr, die Beziehungen von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften anzuerkennen (queer.de berichtete). Die katholische Kirche hatte das Gesetz zur "Unione civile" jahrelang bekämpft (queer.de berichtete).
"Heidnisches Glaubensverständnis"
Die Aussagen Cavalcolis führten zu heftiger Kritik in Italien, so dass sich sowohl der Radiosender als auch die katholische Kirche davon distanzierten. So erklärte Erzbischof Angelo Becciu vom vatikanischen Staatssekretariat gegenüber der Nachrichtenagentaur Ansa, die Thesen des Priesters seien "vorchristlich" und beleidigten alle Gläubigen. Auch die italienische Bischofskonferenz sprach von einem "heidnischen Glaubensverständnis".
Radio Maria entschuldigte sich vergangene Woche für die Aussagen. Die Sendung des Priesters sei bis auf weiteres eingestellt worden, hieß es weiter. Der Radiosender untersteht zwar nicht direkt dem Vatikan, gehört aber zu einem katholischen Sendernetzwerk, das eng mit Vertretern der katholischen Kirche zusammenarbeitet. Deutsches Mitglied ist der Kanal Radio Horeb.
Trotz der Kritik hielt Cavalcoli an seinen Aussagen fest. In einem anderen Radiosender erklärte er, dass Erdbeben wegen menschlicher "Sünden" entstehen würden. Er empfahl den Vertretern des Vatikans, den eigenen Katechismus zu lesen.
Immer wieder machen Vertreter der drei monotheistischen Religionen Homosexuelle oder LGBTI-freundliche Gesetze für Naturkatastrophen verantwortlich, insbesondere für Erdbeben. So behauptete der ghanaische Imam Mallam Abass Mahmud vor wenigen Monaten: "Allah wird wütend, wenn Männer Geschlechtsverkehr miteinander haben, und solch widerliches Verhalten verursacht Erdbeben" (queer.de berichtete). 2008 beschuldigte der israelische Abgeordnete Schlomo Benizri von der ultraorthodoxen Schas-Partei Schwule und Lesben, an Erdbeben in der Region Schuld zu sein (queer.de berichtete). (dk)















Aber vielleicht haben die einen Fanatiker nur Angst, dass man erkennt wie fanatisch sie sind.
Fantastisch, nicht?