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Diskussion in Erfurt
Homolobby trifft Gewerkschaft

Der britische Film "Pride" diente als Inspiration für die Diskussion in Erfurt: In dieser Szene haken zwei lesbische Aktivistinnen die Gattin eines streikenden Bergarbeiters unter (Bild: Senator Film)
- 11. November 2016, 03:17h 2 Min.
Im Rahmen der Hirschfeld-Tage diskutierten Vertreter von LSVD und GEW in Erfurt über die Frage, ob und wie sich "Kämpfe verbinden" lassen.
Von Nadine Hübener
In der durch die DGB-Jugend organisierten Veranstaltung "Gewerkschaften und LGBTIQ* — Diversität leben, Kämpfe verbinden", die am 8. November im Rahmen der Hirschfeld-Tage in Erfurt stattfand, wurde zunächst der Film "Pride" gezeigt, der die Solidarisierung von Lesben und Schwulen mit den streikenden Minenarbeitern Anfang der Achtzigerjahre in Großbritannien thematisierte.
Staatliche Repression, Diskriminierung, Vorurteile einerseits, aber auch durch Erfahrung entstehende Akzeptanz, Solidarität und die gemeinsame Auseinandersetzung andererseits. Zwei Gruppen machen ihr Ausgrenzungsmerkmal zum tragenden Element eines gemeinsamen sozialen Kampfes und profitieren jeweils von den daraus erwachsenden Synergien.
Bereits bestehende Schnittstellen besser nutzen
Warum gelang im Falle des Films eine Zusammenarbeit zweier sehr unterschiedlicher Interessensgruppen? Lassen sich daraus allgemeine Bedingungen für unsere heutige Zeit ableiten? Darüber wurde im Studentenzentrum Engelsburg anschließend mit den Gästen Henny Engels, Vorstandsmitglied im Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD), und Marcel Helwig, Mitglied des Landesausschusses Diversity der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), diskutiert.
Einhellig wurde festgestellt, dass bereits bestehende Schnittmengen der politischen und gesellschaftlichen Initiativen von Verbänden und Gewerkschaften noch viel zu wenig gesehen und genutzt werden. Es sei aber, wie im Film gezeigt, nicht nur angebracht, solche strategischen Partnerschaften einzugehen, sondern angesichts der möglichen Kraft und Stärke für gesellschaftliche Veränderungen gar geboten – und dies nicht zuletzt aufgrund der wieder erstarkenden nationalistischer, menschenverachtender Tendenzen.

Henny Engels (LSVD, li.) diskutierte mit Marcel Helwig (GEW) im Erfurter Studentenzentrum Engelsburg (Bild: Nadine Hübener)
Die Diskutanten waren sich einig: Im Bestreben, die Vielfalt unserer Gesellschaft abzubilden, befinden sich Verbände und Gewerkschaften auf einem guten, weil jenseits von bloßen theoretischen Papieren wirkenden Weg und haben dennoch viel vor sich: denn wenn es gelungen ist, neue Handlungsfelder nach innen hin, in die eigenen Strukturen, als relevant zu etablieren, beginnt erst der eigentliche Kampf. Dafür gilt es aufeinander zu achten, Gemeinsamkeiten zu entdecken und so Mitstreiter für die gemeinsame Sache zu finden!
Schade war, dass in der Diskussion nur auf die positiven Aspekte des Films hingewiesen wurde: die Darstellung gesellschaftlicher Klischees beispielsweise hätte durchaus kritisch kommentiert werden können. Leider beteiligten sich ohnehin nur die beiden geladenen Gäste an einer inhaltlichen Diskussion. Diese war zwar thematisch wertvoll, aber somit auch fokussiert.
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Unter dem Motto "L(i)ebe die Vielfalt" stehen bis zum 19. Dezember bei den dritten Hirschfeld-Tagen 115 Veranstaltungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf dem Programm. Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld als Veranstalterin kooperiert dabei mit neun regionalen Partnern aus der Community. Weitere Infos zum Programm auf hirschfeld-tage.de.
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So is es!, sich Mut zu machen mit Schönreden, das funktioniert nicht! Man muß der Wirklichkeit ins Auge blicken und blicken können um positive soziale/gesellschaftliche Veränderungen herbei zu führen!!!