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Interview mit CBS
Donald Trump: "Habt keine Angst"

Im Interview mit CBS sendete der künftige US-Präsident Donald Trump am Wochenende sehr gemischte Signale aus (Bild: Bill B / flickr)
- 14. November 2016, 07:34h 3 Min.
Der künftige US-Präsident will die Ehe für alle nicht antasten und rief seine Anhänger zu Gewaltfreiheit auf. Gleichzeitig kündigte er die schnelle Abschiebung von bis zu drei Millionen Einwanderern an.
In einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem amerikanischen TV-Sender CBS hat der künftige US-Präsident Donald Trump seine Kritiker aufgefordert, ihm ein wenig Zeit zu geben – und sie gleichzeitig zu beruhigen versucht. "Habt keine Angst", sagte der Multimilliardär wörtlich. Seit der Wahl am vergangenen Dienstag gehen in zahlreichen amerikanischen Städten Tausende Menschen gegen den 70-Jährigen auf die Straße.
Er sei überrascht zu erfahren, dass einige seiner Anhänger Minderheiten beschimpft hätten und verurteile jegliche Übergriffe, sagte der künftige Präsident, der sich mit einem Gehalt von einem Dollar begnügen wolle. In den letzten Tagen waren in den USA verstärkt verbale und körperliche Gewalttaten gegen Lesben und Schwule, Latinos, Afroamerikaner sowie Muslime gemeldet worden. "Ich hasse es, so etwas zu hören, und es macht mich traurig, so etwas zu hören", meinte Trump. "Wenn es hilft, werde ich Folgendes sagen, und ich werde es direkt in die Kameras sagen: Hört auf damit!"
Seine Haltung zur Ehe für alle sei "irrelevant", so Trump
Der designierte US-Präsident erklärte in dem CBS-Interview, dass er an der Ehe für alle nicht rütteln werde. Seine Haltung zum Thema sei "irrelevant", so Trump auf eine entsprechende Frage. "Diese Frage ist entschieden, das ist jetzt das Recht", sagte er in Bezug auf die Entscheidung des Supreme Courts aus dem letzten Jahr, die Ehe in allen Staaten zu öffnen. Vergangene Woche hatten LGBT-Aktivisten den designierten Präsidenten scharf kritisiert, da er gleich mehrere Lobbyisten in sein Übergangsteam berufen hatte, die ihr Leben dem Kampf gegen Homo-Rechte verschrieben haben (queer.de berichtete).
Am Wochenende kündigte die Trump-Kampagne auch an, dass der republikanische Parteichef Reince Priebus der neue Stabschef wird – Priebus hatte sich immer wieder gegen LGBTI-Rechte ausgesprochen und stand auch einer Wahlprogramm-Kommission vor, die die Ehe-Öffnung rückgängig machen wollte (queer.de berichtete).

Schien manchmal über die Antworten des neuen Präsidenten überrascht: CBS-Journalistin Lesley Stahl im Interview mit Donald Trump
In dem Interview bekräftigte Trump auch sein Wahlversprechen, für den Obersten Gerichtshof nur Richter zu nominieren, die strikt gegen Abtreibung seien – entsprechende Juristen sind meist auch klare Gegner gleichgeschlechtlicher Ehen. Falls die bisherigen Rechtsprechungen vom Supreme Court widerrufen werden, würden künftig die Bundesstaaten in diesen Fragen entscheiden. Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen wollten, müssten sich dann eventuell auf eine längere Reise einstellen, räumte Trump gegenüber der CBS-Journalistin Lesley Stahl ein: "Ja, vielleicht, die müssen dann vielleicht in einen anderen Staat fahren."
Als Stahl ihn in Bezug auf die Ehe für alle erneut mit der Richterneubesetzung konfrontieren wollte, fiel Trump ihr ins Wort und meinte erneut, dass die Frage "entschieden" sei. "Für mich ist das okay." Im Februar hatte er noch in einem Interview gesagt, dass Evangelikale ihn bei der Frage vertrauen könnten. Die Entscheidung des Supreme Courts sei "schockierend" gewesen und er wäre dafür, diese Frage den Bundesstaaten zu überlassen.
In dem CBS-Interview vom Sonntag bekräftigte der 70-Jährige auch seinen Plan, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen. So schnell wie möglich wolle er zudem bis zu drei Millionen Einwanderer ohne Papiere abschieben. Ausgewiesen werden sollten "Kriminelle, Bandenmitglieder, Drogendealer", so Trump. "Wir schaffen sie außer Landes, oder wir sperren sie ein." Sobald sich die Lage an den Grenzen "normalisiert" habe, werde er eine Entscheidung treffen, was mit den übrigen Einwanderern ohne Aufenthaltsrecht geschehen werde. (cw)















ich habe gehört, dass selbst obama pro jahr eine ähnliche anzahl an illegalen einwanderern hat ausweisen lassen