https://queer.de/?27610
Homophobie im spanischen Fußball
Koke soll Ronaldo als "Schwuchtel" beschimpft haben

Europameister Cristiano Ronaldo, hier bei einem Interview während der diesjährigen EM, ist homophobe Beschimpfungen bereits gewöhnt
- 21. November 2016, 15:01h 2 Min.
Cristiano Ronaldo ist offenbar am Wochenende während eines Liga-Spiels homosexuellenfeindlich beschimpft worden. LGBTI-Aktivisten fordern Sanktionen.
Beim Derby der größten Fußballclubs von Madrid behauptete Real-Spieler Cristiano Ronaldo am Samstag nach dem Spiel in einem Gespräch mit einem Mitspieler in der Umkleidekabine, vom Gegenspieler Koke Resurrección von Atlético Madrid als "maricón" (Schwuchtel) beschimpft worden zu sein. Darüber berichtete am Sonntag der Sender "Radio Copa", der das Gespräch zufällig aufgezeichnet hatte. Demnach behauptete der 31-Jährige auch, sehr lässig auf die Beleidigung beim Spiel im Atlético-Stadion reagiert zu haben. Ronaldo habe demnach dem Gegenspieler geantwortet: "Eine Schwuchtel mit viel Geld, du Bastard."
Die beiden Spieler waren in der 62. Minute im Torraum von Atlético aneinandergeraten, als der Stürmer bereits ein Tor geschossen hatte. Nach zwei weiteren Toren Ronaldos gewann Real mit 3:0. Damit verteidigte das Team in der Liga seine Spitzenposition und baute den Vorsprung auf den Zweitplatzierten gar auf vier Punkte aus.
Ronaldo war bereits wiederholt von Fans gegnerischer Mannschaften als "Schwuchtel" beschimpft worden. So hatten Fans des FC Barcelona im April während einer Schweigeminute "Cristiano, maricón" skandiert (queer.de berichtete).
Forderung: Anti-Gewalt-Kommission muss sich einschalten
LGBTI-Aktivisten forderten nach dem Vorfall Konsequenzen. Die LGBTI-Organisation Arcópoli rief am Montag in einem offenen Brief den Liga-Verband dazu auf, in diesem Fall zu ermitteln. Arcópoli forderte harte Strafen, sollte Koke wirklich den gegnerischen Spieler homophob beleidigt haben, und die Einschaltung der Anti-Gewalt-Kommission des spanischen Parlaments. Nach einem Anti-Gewalt-Gesetz aus dem Jahr 2007 können derartige Beleidigungen mit einer Geldstrafe geahndet werden.
In dem Brief beklagten die Aktivisten weiter, dass im Profifußball nicht genug gegen Homophobie unternommen werde: "Das kann so nicht weitergehen. Es scheint so, als ob weder die Fußballer noch die Klubs diesem Phänomen, dass den Hass gegen LGBT fördert, Bedeutung beimessen. Das verletzt die Würde jedes Spielers, der nicht als heterosexuell wahrgenommen wird."
Bereits seit Jahren gibt es Gerüchte über die Homosexualität Cristiano Ronaldos. So wurde er etwa 2013 von der US-Sängerin Rihanna aus Versehen "geoutet", als diese ihn unter ihre schwulen Freunde einreihte (queer.de berichtete). Ronaldo selbst hat bislang nie versucht, sich wegen der Beschimpfungen und Gerüchten besonders heterosexuell zu geben; er unterstützte sogar LGBTI-Rechte öffentlich: Beispielsweise begrüßte er 2010, dass sein Heimatland Portugal Schwule und Lesben im Ehe-Recht gleichgestellt hat (queer.de berichtete). Zugleich wurden mehrfach Beziehungen des Stars zu Frauen bekannt. 2010 wurde sein Sohn geboren, über die Mutter gab es keine öffentlichen Informationen. (dk)















Ich meine ich finde Ronaldo so ziemlich Arrogant...aber das ist noch Lange kein Grund ihn so Homophob zu Beleidigen. Derjenige der ihn Beleidigt hat muss wohl sehr Neidisch sein auf Cristiano.