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Betsy DeVos mit dem designierten Präsidenten Donald Trump und Vize Mike Pence (Bild: Screenshot MSNBC)

  • 24. November 2016, 11:13h 19 2 Min.

Betsy DeVos kämpft seit Jahren dafür, das Eheverbot für Schwule und Lesben aufrecht zu erhalten. Jetzt soll sie die amerikanische Bildungspolitik bestimmen.

Der designierte US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch angekündigt, die homophobe Aktivistin Betsy DeVos als Chefin des Bildungsministeriums zu nominieren. Die Personalie wurde von LGBTI-Aktivisten mit Sorge aufgenommen, da sich die 58-Jährige bereits seit Jahren dem Kampf gegen Homo-Rechte verschrieben hat.

So hat die ehemalige republikanische Parteichefin in Michigan bereits Anfang des Jahrtausends in ihrem Heimatstaat gemeinsam mit ihrem Ehemann Richard DeVos, Jr., dem Erben des milliardenschweren Konzerns Amway, die Kampagne zum Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe in der Regionalverfassung angeführt. Das Verbot wurde schließlich 2004 mit einem Volksentscheid beschlossen, das erst mit einer Supreme-Court-Entscheidung im Jahr 2015 außer Kraft gesetzt wurde.

DeVos und ihre Familie haben zudem wiederholt über ihre Stiftungen homophobe Organisationen mit hohen Spenden unterstützt, darunter die "National Organization for Marriage". Ihre Mutter war auch Vorstandsmitglied beim "Family Research Council" und bei "Focus on the Family" – diese Organisationen kämpfen vorwiegend gegen die Gleichbehandlung von LGBTI.

Die neue Ministerin ist auch wegen ihrer Ansichten über eine mögliche Schulreform umstritten: Sie setzt sich etwa für eine stärkere Privatisierung des Schulsystems ein. Die Lehrergewerkschaft hat die Ernennung deshalb bereits scharf kritisiert.

Weitere homophobe Minister?

Bereits vor einer Woche hatte Trump angekündigt, den homophoben Senator Jeff Sessions zu seinem Justizminister zu machen (queer.de berichtete). Noch muss Trump viele weitere Posten besetzen; auch hier sind weitere homophobe Kandidaten im Gespräch. So gibt es Spekulationen, dass Ben Carson das Ministerium für Wohnungsbau und Stadtentwicklung übernehmen könnte. Carson trat in den republikanischen Vorwahlen gegen Trump an, unterstützte den Milliardär später aber uneingeschränkt. Er hatte in der Vergangenheit mit bizarren homophoben Thesen für Aufregung gesorgt – so behauptete er etwa, dass die Homo-Ehe schuld am Fall des Römischen Reiches sei (queer.de berichtete).


Auch Ben Carson könnte in Trumps Kabinett einen Platz ergattern. Bild: Gage Skidmore / flickr

Trump kündigte am Dienstag eine weitere wichtige Personalie an: Mit Nikki Haley, der Gouverneurin von South Carolina, soll eine recht moderate Republikanerin amerikanische Botschafterin bei der UN werden. So hat sie – anders als viele ihrer Parteifreunde – schnell ihren Frieden mit der Ehe-Öffnung gemacht und in ihrem Bundesstaat kein homo- und transphobes Gesetz angeregt wie HB 2 im benachbarten North Carolina, obwohl ihr Staat eigentlich als weit konservativer gilt. Bryan Fischer von der "American Family Association" bezeichnete Haley daher als Verfechterin der "homosexuellen Agenda". (dk)

-w-

#1 LinusAnonym
  • 24.11.2016, 12:25h
  • Alle Befürchtungen bestätigen sich...

    Das wird ein Kabinett voller Homohasser...

    Und dann behauptet Trump, er stünde auf Seite der LGBTI.

    Ist wie in Deutschland, wo Union und SPD auch behaupten, sie würden keine Diskriminierung dulden, aber selbst die größten Diskriminierer sind.

    Die Politik ist hier wie dort nur noch eines: verlogen und abgrundtief verdorben.
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#2 LorenEhemaliges Profil
  • 24.11.2016, 12:27h
  • "Its my prayer that on this Thanksgiving we begin to heal our divisions and move forward as one country, strengthened by shared purpose and very, very, very common resolve. (D. Trump)

    Mit seiner Personalauswahl wird das dem Präsidenten in spe wohl kaum gelingen. Homogegner wie Pence und DeVos stehen für Diskriminierung und Spaltung der Gesellschaft in die, die dazu gehören dürfen, und jene, die keine vollwertigen Mitglieder sein sollen. Die zukünftige Bildungsministerin, die auf der Seite von Privatanbietern im Schulwesen steht und gegen das öffentliche Schulwesen agitiert (statt Reformen zu denken und zu fordern), macht zudem den Zugang zu Bildung vom Geldbeutel der Eltern und von der "Gunst" von Stipendienanbietern abhängig und fördert damit "the division between the rich and the poor". "To heal opur divisions"? Das kommt von einem Spalter, der am glaubwürdigsten da ist, wo er schweigt.
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#3 JustusAnonym
  • 24.11.2016, 12:39h
  • Und wenn man dann noch bedenkt, dass die Republikaner jetzt auch beide Parlaments-Kammern und wohl bald auch den Supreme Court unter ihrer Gewalt haben....

    Da sehe ich wirklich düstere Jahre aufziehen. Nicht nur für Amerika, sondern aufgrund seiner Macht weltweit...
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