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Internet-Zensur
Großbritannien will gegen Fetisch-Pornos vorgehen

Die "gefesselten Götter" aus Amerika dürften in England bald Tabu sein. (Bild: Bound Gods)
- 24. November 2016, 15:03h 2 Min.
No Sex, we're British: Diesen Satz, der wenig mit der Lebenswirklichkeit der Insel-Bewohner zu tun hat, will die konservative Regierung nun auf die bunte Pornowelt im Internet anwenden.
Die britische Regierung plant nach Medienberichten bestimmte Pornoangebote im Internet zu blockieren. Dem Gesetzentwurf des Ministeriums für Kultur, Medien und Sport zufolge müssten Internetdienstanbieter alle Webseiten unzugänglich machen, die Videos zeigen, die von der Filmzensur-Organisation BBFC nicht zugelassen werden würden. Das "Digital Economy Bill" soll ferner strikte Alterskontrollen für pornografische Webseiten vorschreiben. Die Vorschriften sollen dabei nicht nur für britische Seiten gelten, sondern für alle Internet-Angebote weltweit.
Der Hintergrund: Die BBFC prüft – anders als die FSK in Deutschland – auch pornografische Filme und erteilt ihnen die Altersfreigabe "Restricted 18". Filme mit diesem Etikett dürfen als DVDs oder Blu-Rays nur in lizenzierten Sexshops abgegeben werden. Die Quasi-Behörde kann Pornos aber auch die Zulassung verweigern oder Videos nur unter Schnittauflagen zulassen, wenn diese sadomasochistische Szenen oder extreme Fesselspiele enthalten. Auch viele andere sexuelle Rollenspiele sind laut den Zensurrichtlinien verboten, ebenso wie aggressives Verhalten oder die Penetration mit großen Dildos oder mehr als vier Fingern. Tabu sind auch Videos, die Sex in der Öffentlichkeit zeigen.
BBFC darf bereits Internet-Inhalte überprüfen
Nach dem Wunsch der konservativen Regierung sollen diese BBFC-Vorgaben auch auf das Internet angewandt werden. Bereits letzten Monat wurde der Zuständigkeitsbereich der BBFC erweitert, so dass die Zensur-Organisation nun auch Internet-Content überprüfen darf. Eine BBFC-Sprecherin kündigte laut dem "Guardian" an, dass man pornografische Inhalte überprüfe und einer Website eine "Nicheinhaltungsmitteilung" zukommen werden lasse, sollte einem Video die Altersfreigabe "Restricted 18" verweigert werden.
Pornografie wurde in Großbritannien schon seit Jahrzehnten stärker reguliert als in vielen anderen europäischen Ländern: Erst ab dem Jahr 2000 durfte die BBFC das "Restricted 18"-Etikett an Hardcore-Filme ausgeben, zuvor war nur "simulierter Sex" erlaubt. Pornobegeisterte Briten holten sich ihre Rammel-Magazine und -Filmchen daher im Ausland oder später online. (dk)
Links zum Thema:
» BBFC Classification Guidelines (PDF)















Der Gefesselte ist ja Megaheiss....(: