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Olivia Jones wird mitentscheiden, welches Staatsoberhaupt die Bundesrepublik in die Zwanzigerjahre führen wird (Bild: RTL / Stefan Gregorowius)

Zum ersten Mal wird eine Dragqueen dem über 1.200 Mitglieder zählenden Gremium angehören, das den Nachfolger von Joachim Gauck wählen soll.

Die niedersächsischen Grünen haben am Freitag Dragqueen Olivia Jones als Vertreterin für die Bundesversammlung nominiert, die am 12. Februar 2017 den nächsten Bundespräsidenten wählen soll. Via Twitter teilte die Partei mit: "#Bundesversammlung: Mit Olivia Jones haben wir nicht nur Wahlmänner & Wahlfrauen, sondern auch mal was dazwischen, wie sie selbst sagt." Die Landespartei darf insgesamt neun Mitglieder in die Bundesversammlung entsenden.

Jones freut sich bereits auf die neue Aufgabe: "Für mich als Repräsentantin einer bunten Republik ist das eine große Ehre und für alle, die in diesen schwierigen Zeiten für Toleranz und Vielfalt kämpfen, ein kleiner Lichtblick", sagte sie als Reaktion auf ihre Nominierung.

Die Grünen-Fraktion erklärte, man wolle mit der Auswahl der Delegierten ein Zeichen für Vielfalt setzen. Neben Jones wird unter anderem Manuel Trollmann, ein Vorstandsmitglied des Deutschen Sinti-Verbands Niedersachsen, Asta von Oppen, eine Aktive in der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg, und Gisela Penteker, ein Mitglied des Flüchtlingsrates, die Partei bei der Präsidentenwahl vertreten.

"Ich freue mich über die bunte Zusammensetzung unserer Delegation", erklärte Anja Piel, die grüne Fraktionchefin in Hannover. "Unsere Wahlfrauen und Wahlmänner vereint, dass sich alle für Respekt, Toleranz und Gleichberechtigung einsetzen."

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Steinmeier steht praktisch schon als Sieger fest

Insgesamt werden 1.260 Wahlmänner und -frauen den neuen Bundespräsidenten wählen. Diese setzen sich je zur Hälfte aus Vertretern des Bundestages und Delegierten der 16 deutschen Landtage zusammen. Da sich CDU/CSU und SPD bereits auf Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) als Nachfolger von Joachim Gauck geeinigt haben, wird dies keine spannende Wahl: Die GroKo-Parteien stellen rund drei Viertel der Mitglieder in der Bundesversammlung und haben damit eine komfortable Mehrheit. Neben Steinmeier tritt auch der Kölner Armutsforscher Christoph Butterwegge an, der von der Linkspartei nominiert worden war. Auch die AfD und die Freien Wähler haben Präsidentschaftskandidaten aufgestellt.

Jones hatte erst vergangene Woche mit einer Lesung ihres Kinderbuches "Keine Angst in Andersrum" im sachsen-anhaltinischen Landtag für Schlagzeilen gesorgt. Sie war von der Grünen-Fraktion nach Magdeburg eingeladen worden, um mit der Lesung gegen die Homophobie der AfD zu protestieren, die im Landesparlament die größte Oppositionsfraktion stellt (queer.de berichtete).

Erfahrung bei Wahlen hat die Jones bereits gesammelt: 2004 trat sie bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg an und konnte mit 0,5 Prozent der Stimmen einen Achtungserfolg erzielen. Sie kam damals noch vor der Schill-Partei und der NPD ins Ziel (queer.de berichtete). (dk)

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#1 PatroklosEhemaliges Profil
  • 25.11.2016, 15:41h
  • Mit Olivia Jones bekommt die Bundesversammlung, die den Bundespräsidenten wählt, endlich auch mal einen farbigen Anstrich!

    Nächstes Jahr stehen vier Kandidaten zur Wahl:

    - Frank-Walter Steinmeier (SPD)
    - Christoph Butterwegge (Die Linke)
    - Alexander Hold (Freie Wähler)
    - Albrecht Glaser (AfD)

    Leider hat die Linkspartei - wie vor fünf Jahren - wieder mal einen eigenen Kandidaten für das Amt nominiert, statt wie die Union und die SPD den derzeit amiterenden Bundesaußenminister zu unterstützen!

    Stellt sich die Frage: für wen werden sich die Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen in der Bundesversammlung entscheiden? Werden sie einstimmig für Steinmeier oder Butterwegge sein oder bleibt es jedem Delegierten selbst überlassen?
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#2 AntwortenAnonym
#3 markusbln11Anonym
  • 25.11.2016, 17:30h

  • Hej, das ist super. Glückwunsch an olivia und uns alle. Sie wird die gelegenheit in wert setzen können. Prima.

    Und glückwunsch auch an frank-walther steinmeier für solch excellenten, bunten wahlmänner und -frauen. Mach was draus.

    Stichwort: ich bin der präsident einer ehe für alle und einer grundgesetzergänzung um die sexuelle orientierung.
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