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Einzelkommentar zu:
Homophobes Referendum in der Schweiz gescheitert


#49 StatistikerAnonym
  • 29.11.2016, 11:26h
  • Antwort auf #20 von hugo1970
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    Viele Umfragen zeigten, das der Brexit nicht kommt, oder viele US-Umfragen zeigten deutlich eine Siegerin und nicht einen sieger bei den US-Präsidentenwahlen.
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    Da verschweigst Du aber den zentralen Punkt:
    sowohl beim Brexit als auch bei der US-Wahl waren von Beginn an alle Umfragen äußerst knapp. Mal lag die eine Seite vorne, dann wieder die andere. Und jedesmal immer mit hauchdünnem Vorsprung.

    Bei der Frage zur Eheöffnung sind aber seit Jahren alle Umfragen stabil bei ca. Zwei-Drittel Zustimmung.

    Das Problem ist, dass viele Menschen Statistiken falsch interpretieren und dann solche Fehlschlüsse wie Du ziehen. Und daran sind die Umfrage-Institute auch nicht ganz unbeteiligt, weil sie den statistischen Fehlerbereich zwar vorliegen haben, in der Publikation aber völlig verschweigen.

    Ich plädiere seit Jahren dafür, auch die Unsicherheit anzugeben. Also z.B. nicht nur zu sagen "20% für Partei X" oder "51% Zustimmung zu dieser und jener Frage". Sondern immer "20% +/- 3" oder ähnlich.

    Dass die das nicht tun, hat natürlich auch finanzielle Gründe: würde man bei knappen Themen wie der US-Wahl oder dem Brexit angeben, dass Kandidat X oder Position X zwar 2 Prozentpunkte Vorsprung hat, aber die ganze Umfrage mit 3 Prozentpunkten Unsicherheit behaftet ist, würde klar werden, dass bei so knappen Themen jegliche Umfrage im Prinzip wertlos ist. Und das würde ja einen Teil des Geschäfts ruinieren. Denn wer finanziert Umfragen, deren Ergebnis lautet "Es kann so eintreten, aber auch ganz anders."

    Denn wenn z.B. in einer Umfrage Kandidat A 49% hat und Kandidat B 51%, aber die Fehlertoleranz 3 Prozentpunkte beträgt, so kann genauso A 52% und B 48% bekommen. Also genau umgekehrt und noch deutlicherer Abstand als vermutet.

    Aber bei der Frage nach der Eheöffnung, wo seit Jahren 64-67% dafür sind, wird es garantiert keine Fehlertoleranzen von 14% und mehr geben.

    Fazit:

    1.
    Statistiken sind wertlos, wenn sie nicht auch den Fehlerbereich angeben. Das wird im wissenschaftlichen Bereich IMMER getan, aber bei Wahlumfragen, etc. fast nie. (Das sorgt übrigens auch für den schlechten Ruf der Statistik, wonach angeblich alles dabei rauskommen könne, was rauskommen soll. Was natürlich nicht so ist.)

    2.
    Da man immer einen gewissen Fehlerbereich hat, sind knappe Umfragen IMMER wertlos. Denn wenn man den Fehlerbereich angibt, wird nur klar, dass es so oder auch genau anders ausgehen könne. Statistiken haben nur dann einen Wert, wenn selbst unter maximaler Ausschöpfung aller Fehlerbereiche der Abstand immer noch vorhanden ist.
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