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Zwei junge Flüchtlinge am Grenzübergang Wegscheid bei der Einreise nach Deutschland (Bild: flickr / Metropolico.org / by 2.0)

  • 29. November 2016, 07:53h 15 2 Min.

Das Faltblatt "Gleichberechtigung von Menschen unterschiedlichen Geschlechts bzw. verschiedener sexueller Identität" informiert in zehn Sprachen.

Menschen, die in Deutschland Zuflucht suchen, benötigen praktische Unterstützung, ihrem Bedarf entsprechend aufbereitete Informationen und Orientierung in der für sie neuen Gesellschaft. Daher wurde vom Lesben- und Schwulenverband (LSVD), dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und dem Paritätischen Gesamtverband eine Broschüre zum Themenbereich "Gleichberechtigung von Menschen unterschiedlichen Geschlechts bzw. verschiedener sexueller Identität" entwickelt.

Unterstützt wurde die Erstellung der Publikation von RefugeeGuide.de und Staatsministerin Aydan Özoguz (SPD), Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Die Publikation eignet sich etwa als Einleger für Willkommensmappen in Flüchtlingsunterkünften oder zur Auslage in Beratungsstellen, an Treffpunkten und in Bildungsstätten.

Die Broschüre erläutert kurz und knapp die rechtliche Situation von Frauen und Männern sowie von Menschen verschiedener sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität in Deutschland. Dabei wird die gelebte Vielfalt von Lebensentwürfen betont und sich für ein respektvolles Zusammenleben ausgesprochen.

So lautet etwa ein Absatz: "Öffentliche Liebesbekundungen von Paaren sind in Deutschland nicht ungewöhnlich. Dies können zum Beispiel Händchenhalten, Umarmen und Küssen sein. Das ist so selbstverständlich und akzeptiert, dass andere Menschen dies kaum beachten. Genauso wie verschiedengeschlechtliche Paare haben auch gleichgeschlechtliche Paare das Recht, ihre Zuneigung öffentlich zu zeigen."

Die Orientierungshilfe wurde vom Deutschen in neun Sprachen übersetzt: Englisch, Französisch, Albanisch, Arabisch, Dari, Farsi, Kurdisch, Russisch und Serbisch und bietet auch Hinweise, Adressen und Links zu Vernetzungs- und Beratungsmöglichkeiten.

Die Broschüre gibt es als PDF zum Download. Gedruckte Exemplare können, solange der Vorrat reicht, kostenfrei bestellt werden beim Arbeiter-Samariter-Bund NRW ausschließlich per E-Mail an presse@asb-nrw.de. (cw/pm)

-w-

#1 SebiAnonym
  • 29.11.2016, 10:12h
  • Schön und gut. Aber wieso gibt es z.B. nicht auch Fotos? Viele Flüchtlinge sind Analphabeten. Oder haben keine Lust sich solche längeren Texte durchzulesen. Wir Menschen, die jeden Tag zig Seiten lesen, vergessen oft, dass es auch Menschen gibt, für die eine ganze Seite Text ohne Bilder schon eine Herausforderung ist. Da kenne ich auch genug Deutsche, die dann schon keinen Bock mehr haben, das Lesen anzufangen.

    Zumindest ergänzend hätte man Fotos küssender Männer und Frauen oder auch von Drag-Queens bei einem CSD verwenden können, an die man jeweils ein grünes Häkchen macht und "Okay" in den jeweiligen Sprachen drunter schreibt.
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#2 Julian SAnonym
  • 29.11.2016, 10:59h
  • Das Problem solcher Broschüren ist, dass die Flüchtlinge eigeninitiativ lesen müssen. Wieviele werden das wohl wirklich lesen? Und wieviele werden das vielleicht anfangen zu lesen, dann aber abbrechen, wenn es ihren Moralvorstellungen widerspricht?

    Man neigt nun mal dazu, gerade Dinge, die einem eigentlich missfallen, nicht unbedingt auch noch lesen zu wollen und Zeit dafür zu opfern. Kennt ja auch jeder aus der Schule, wenn man Lektüre lesen musste, die einen absolut nicht interessierte. Klar sagte einem der Verstand, dass es besser wäre, das zu lesen, aber man kann sich dann nicht aufraffen. Oder wenn mir z.B. im Wahlkampf jemand von der Union eine Broschüre in die Hand drückt: dann habe ich auch keinen Bock deren Unsinn zu lesen und entsorge das ungelesen im nächsten Papierkorb.

    Solche Broschüren können allenfalls Ergänzungen sein. Aber viel wichtiger ist es, dass jeder Flüchtling verpflichtend (!) einen Integrationskurs besuchen MUSS, wo ihnen dann klipp und klar gesagt wird, dass hierzulande Frauen, Juden, LGBT, etc. zu akzeptieren sind!

    So, dass das ganze nicht auf dem freiwilligen Lesen von Broschüren (was manche nicht mal können) aufbaut, sondern dass das jeder verpflichtend mitbekommt und niemand sagen kann, das hätte man nicht gewusst.
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#3 Macht der BilderAnonym
  • 29.11.2016, 11:11h
  • Antwort auf #1 von Sebi
  • Ich könnte mir sogar vorstellen, dass man ganz bewusst auf Bilder verzichtet hat: um Flüchtlinge nicht zu "überfordern".

    Ich persönlich finde das blödsinnig! Es ist auch eine Frage der Fairness, dass man Flüchtlingen ganz offen und ehrlich sagt, wie es hier zugeht und was von ihnen erwartet wird.

    Denn wie sollen sie z.B. wissen, dass unverschleierte Frauen eben keine "Nutten" sind und kein Freiwild, das man einfach anpacken kann. Oder dass Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle nicht angegriffen werden dürfen.

    Das muss denen ganz zweifelsfrei gezeigt werden und da darf man nicht aus falscher "Rücksichtnahme" oder Kulturrelativismus heraus, irgendwelche Dinge vor ihnen verbergen.

    Sonst kommt es demnächst noch so weit, dass wir gesagt bekommen, wir sollten uns in der Öffentlichkeit nicht mehr küssen oder händchenhalten, nur um Flüchtlinge nicht zu verärgern.
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