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Mehr schwule Panzerfahrer gewünscht: Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) setzt auf Diversity (Bild: Wir. Dienen. Deutschland. / flickr)

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat ihre Amtsvorgänger laut "Spiegel" wegen der Diskriminierung von Homosexuellen kritisiert.

Bis in die späten Neunzigerjahre haben homosexuelle Bundeswehrsoldaten "zum Teil erhebliche Laufbahn- und Verwendungsnachteile erlitten", zitiert das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner neuen Ausgabe aus einem vertraulichen Bericht von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Demnach durften Schwule bis zum Jahr 2000 nicht Berufssoldaten werden und weder als Vorgesetzte noch als Ausbilder arbeiten.

Obwohl der Paragraf 175 im Jahr 1969 entschärft wurde und sexuelle Handlungen zwischen erwachsenen Männer keine Straftat mehr darstellten, galten Schwule in der Bundeswehr weiterhin als "Sicherheitsrisiken". Dies wurde sogar schriftlich in einer Zentralen Dienstvorschrift aus der Amtszeit von Helmut Schmidt (SPD), der von 1969 bis 1972 Verteidigungsminister war, festgehalten. Bis 1984 wurden erkannte Homosexuelle grundsätzlich ausgemustert oder entlassen. Allein aufgrund von (falschen) Gerüchten wurde 1983 etwa der Vier-Sterne-General Günter Kießling unfreiwillig in den Ruhestand versetzt (queer.de berichtete).

Die Praxis änderte sich erst, nachdem im Jahr 2000 ein schwuler Offizier vor dem Bundesverfassungsgericht gegen seine Diskriminierung klagte und gewann. Seitdem brauchen Bundeswehrsoldaten zwar ihre Homosexualität nicht mehr verheimlichen, dennoch kam es weiterhin zu Ungleichbehandlungen etwa bei der Krankenversicherung oder Fällen von Mobbing (queer.de berichtete).

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Die Bundeswehr als moderner und offener Arbeitgeber

Bereits im Oktober hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen angekündigt, die Karrierechancen von lesbischen und schwulen Soldaten verbessern und die Streitkräfte insgesamt attraktiver für homosexuelle Rekruten machen zu wollen (queer.de berichtete). Die 2015 gegründeten Stabstelle "Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Inklusion" arbeite derzeit an einer Image-Kampagne, mit der die Bundeswehr in der Öffentlichkeit als moderner und offener Arbeitgeber dargestellt werden soll. Die Idee stammt von der offen lesbischen Staatssekretärin und Diversity-Expertin Katrin Suder, die 2014 von der Unternehmensberatung McKinsey ins Ministerium kam (queer.de berichtete).

Von der Leyens Vorgänger Thomas de Maizière (CDU) hatte eine Benachteiligung schwuler und lesbischer Soldaten in der Bundeswehr stets bestritten (queer.de berichtete). "Wenn jemand seinen gleichgeschlechtlichen Partner beispielsweise zur Weihnachtsfeier mitbringen will, dann soll sie oder er das tun", sagte er vor drei Jahren in einem Interview mit der "Bild am Sonntag". Ihm persönlich seien keine Fälle von Diskriminierung bekannt: "Es gibt in der Bundeswehr keine Regeln zur Gleichberechtigung, weil alle gleiche Rechte und Pflichten haben."

Seit dem Wechsel an der Spitze zeigt die Hardthöhe mehr Sensibilität. Beim jüngsten Tag der Offenen Tür im Verteidigungsministerium besuchte Bundeswehr-Generalinspekteur Volker Wieker Ende August etwa auch den Infostand des Arbeitskreises Homosexueller Angehöriger der Bundeswehr e.V. (queer.de berichtete). Nach Angaben des Vereins äußerte sich der Offizier dabei positiv über dessen Arbeit und ermunterte die Mitglieder mit den Worten: "Schön mutig bleiben, machen sie weiter so!" (cw)

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#1 tti3_alliance
  • 03.12.2016, 17:47h
  • ... wir erinnern nochmal am Tag der Bundeswehr, bei dem u.a. eine Transgender Fahne, ... wurde.

    transallianceproject.wordpress.com/2016/06/11/beschaemend/

    Vielleicht haben die Einheiten am Standort in Fockbek / Hohn den Mut und lakieren auf ihre Transall, die für unser Land weltweit im Einsatz - die Transgender Intersex und Regenbogenfahnen mit in ihre Wappen oder...

    Denn viele von uns sind eigentlich Stolz auf Euch und zollen Euch Respekt.

    Jedes Geschlecht verdient Respekt
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#2 PatroklosEhemaliges Profil
  • 03.12.2016, 23:40h
  • Die Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen, von mir liebevoll "Flintenuschi" genannt, ist eine der aktuell wenigen Lichtblicke für die LGBTI in der Bundesregierung. Als sie ihr Amt antrat, war das für viele eine große Überraschung, es lag aber auch die Befürchtung nahe, daß sie in kurzer Zeit damit ziemlich überfordert ist und hinschmeißt! Die Stabstelle ""Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Inklusion", die im letzten Jahr installiert wurde, hätte ihre Arbeit schon deutlich früher aufnehmen können, wären die Amtsvorgänger von Flintenuschi mutiger und konsequenter gewesen!
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#3 nebrotAnonym
  • 04.12.2016, 11:58h
  • Noch 1995 hätte ich als schwuler Wehrpflichtiger eigentlich nicht Kraftfahrer werden können. Die entsprechende Verordnung wurde erst kurze Zeit später aufgehoben und der Stabsarzt, der über meinen Fall zu entscheiden hatte, hat sich kurzerhand darüber hinweggesetzt.
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