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Freier Träger der Jugendhilfe
Landkreis wehrt sich weiter gegen "Homoheiler"-Verein

Kein Chance auf "Heilung": Protestschild "Born This Way" bei einer Pride-Parade in Florida (Bild: Mike Smith)
- 6. Dezember 2016, 13:34h 2 Min.
Der Jugendhilfeausschuss von Mansfeld-Südharz hat einstimmig beschlossen, ein zweites Ausschluss-Verfahren gegen den Verein Leo zu prüfen.
Der Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt will den Verein Leo (Gesellschaft für Lebensorientierung), der sich für eine "Heilung" von Lesben und Schwulen ausspricht, weiterhin nicht als freien Träger der Jugendhilfe akzeptieren. Der Jugendhilfeausschuss beschloss am Montag einstimmig, zwar keine Berufung gegen ein anderslautendes Gerichtsurteil einzulegen, aber einen erneuten Ausschluss zu prüfen.
Das Verwaltungsgericht Halle hatte im September die erste Aberkennung aus dem Jahr 2014 für nichtig erklärt. Der Jugendhilfeausschuss habe nicht ausreichend nachgewiesen, dass die bekannte Haltung des Leo-Vorsitzenden Bernhard Ritter zur "Heilung" von Homosexualität in den Angeboten des Vereins eine zentrale Rolle spiele (queer.de berichtete).
Homosexualität als kurierbares "psychisches Problem"
Ritter, ein Pfarrer und ehemaliger Landtagsabgeordneter der CDU, hatte in den vergangenen Jahren wiederholt öffentlich für eine "Therapie" von unerwünschtem Schwul- oder Lesbischsein geworben. Der Verein hatte aber auch selbst in Seminaren Homosexualität als ein angeblich kurierbares "psychisches Problem" dargestellt (queer.de berichtete).
"Ich persönlich bin sehr wohl der Meinung, dass der Vorsitzende eine prägende Wirkung hat", sagte die Jugendhilfeausschuss-Vorsitzende Christine Kümmel (Die Linke) gegenüber Radio Corax. Die Rechtsabteilung des Landkreises werde nun weitere Nachforschungen anstellen, um einen neuen Ausschluss-Antrag vorzubereiten. "Wir dürfen es jetzt nicht wieder versäumen, vorher unsere Hausaufgaben richtig zu machen", erklärte Ausschussmitglied Stefan Müller vom Christlichen Jugenddorf Sangerhausen laut "Mitteldeutscher Zeitung".
Die Entscheidung des Jugendhilfeausschusses ist ein Erfolg für den schwulen Journalisten Markus Kowalski, der in der vergangenen Woche das Blog "Leo Watch" veröffentlicht hatte. Mit neuen Recherchen machte er darauf aufmerksam, dass der Verein sogar noch viel stärker für Homo-"Heilung" geworben hat als bisher bekannt. So führe der stellvertretende Vorsitzende von Leo e.V. Stephan Brücker sogar selbst sogenannte Konversiontherapien in seiner Dresdner Arztpraxis durch. (mize)















Traurig genug, dass man sich überhaupt gegen sowas wehren muss und dass solche Vereine, die mit brandgefährlichen Gehirnwäsche-Therapien zu tun haben, nicht verboten werden. Wie in anderen Staaten auch.