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Das Bild stammt aus dem Porno-Film "Pennace", in dem sich die Priester nicht an die Richtlinien halten (Bild: Bulldog)
- 8. Dezember 2016, 09:53h 3 Min.
Trotz der warmen Worte von Papst Franziskus will die katholische Kirche weiter in Priesterseminaren gegen Männer durchgreifen, die eine "homosexuelle Kultur" unterstützten.
Die katholische Kirche hat am Mittwoch neue Richtlinien für die Priesterausbildung veröffentlicht, in denen selbst nicht ausgelebte Homosexualität als Ausschlussgrund genannt wird. Das Dokument mit dem blumigen Titel "Das Geschenk der Berufung zum Priestertum" (PDF) war von der vatikanischen Zentralbehörde "Kongregation für den Klerus" verfasst und von Papst Franziskus abgesegnet worden.
Im Kapitel "Kriterien und Normen" heißt es, dass die Kirche "auch unter Hinzuziehung von Medizin und Psychologie" die Eignung von zukünftigen Priestern prüfen dürfe. Gleich nach den Themenbereichen "physische Gesundheit" und "psychische Gesundheit" wird das Thema "Personen mit homosexuellen Tendenzen" behandelt. Erst danach wird über "Schutz der Minderjährigen" gesprochen.
In den Richtlinien wird ein Papier zu homosexuellen Priestern aus dem Jahr 2005 zitiert, nach dem diejenigen nicht für das Priesteramt zugelassen werden könnten, "die Homosexualität praktizieren, tiefsitzende homosexuelle Tendenzen haben oder eine sogenannte 'homosexuelle Kultur' unterstützen". Die Begründung: Diese Menschen könnten "keine korrekte[n] Beziehungen zu Männern und Frauen" aufbauen.
Nur "geheilte" Priester willkommen
Der Vatikan beharrt darauf, dass in manchen Fällen Homosexualität wieder verschwinden könne: In dem Dokument heißt es, dass die Kirche nur bei denjenigen Seminaristen ein Auge zudrücken werde, bei denen Homosexualität "bloß Ausdruck eines vorübergehenden Problems" sei, etwa eine "noch nicht abgeschlossene Adoleszenz". Diese gleichgeschlechtlichen Tendenzen müssten bei der Weihe mindestens seit drei Jahren überwunden sein.
Von schwulen Seminaristen erwartet die Kirche außerdem, sich zu outen. Sie sollten "eventuelle Zweifel oder Schwierigkeiten in diesem Bereich" offen legen, heißt es in dem Papier.
"Das Dokument ist eine große Enttäuschung"
Nach der Veröffentlichung kritisierte die amerikanische LGBTI-Katholikenorganisation DignityUSA umgehend die Richtlinien: "Das Dokument ist eine große Enttäuschung", erklärte DignityUSA-Chefin Marianne Duddy-Burke. Unter Berufung auf die homofreundlicheren Töne des Papstes in den letzten Jahren fragte sie: "Was denkt Franziskus wirklich über LGBTQI-Menschen? Er sendet widersprüchliche Signale aus." Für alle Homosexuellen sei das Dokument ein "Schlag ins Gesicht", weil es sie pauschal zu Bürgern zweiter Klasse mache.
Das Homo-Verbot scheint allerdings bislang wenig Effekt zu haben: So erklärte der Dubliner Erzbischof erst vor wenigen Monaten, dass er keine Nachwuchsgeistlichen mehr an die größte irische Priester-Schule schicken werde, weil dort die schwule Dating-App Grindr zu populär sei (queer.de berichtete). Der ehemalige Seminarist Daniel Bühling erklärte 2013 in einem queer.de-Interview, dass "ausgelebte Homosexualität für einen Großteil der Priesterkandidaten etwas Alltägliches" gewesen sei (queer.de berichtete). (dk)















Kein Mensch kann eine Sexualität unterdrücken .
Und was soll dieses Verbot bewirken?
Lieber sich an Frauen und Kinder vergreifen ?
Diese Kirche hat Jesus Worte auch nicht verstanden .