https://queer.de/?27759
- 9. Dezember 2016, 11:46h 3 Min.
Für Gordon Klingenschmitt stellt ein verheiratetes Homo-Paar in einem Werbespot "das Gegenteil der göttlichen Ehe" dar – hier sieht der Republikaner Dämonen am Werk.
Eine amerikanische Schmuckladen-Kette hat die Wut von Homo-Hassern auf sich gezogen, weil sie in einem 30-sekündigen Werbespot für ihre Diamanten neben einer Reihe von Hetero-Paaren auch ein lesbische Ehepaar zeigt. Die beiden Frauen heiraten dabei in einer Zeremonie unter freiem Himmel. Hier das vor einem Monat von der Firma Zales veröffentlichte Video:
Gordon Klingenschmitt, ein republikanischer Abgeordneter des Repräsentantenhauses von Colorado, zeigte die schärfste Reaktion: Der frühere Militärseelsorger behauptete allen Ernstes, dass verheiratete Homo-Paare einen Dämonen in sich tragen. In seinem religiösen Videoprogramm "Pray In Jesus Name" sagte er:
Auch normale Leuten haben dämonische Geister in sich. Vielleicht sogar die Werbetreibenden bei "Zales Jewelers", die sich jetzt entscheiden müssen: Sollen sie auf den Geist Gottes hören, der ihnen sagen würde, dass sie ihr Geschäft dazu nutzen sollten, um für die göttliche Ehe und biblische Werte zu werben? Sie haben eine großartige Chance: Sie verkaufen ja Diamanten, die Menschen helfen, sich zueinander zu bekennen.
Aber wenn es ein homosexuelles Bekenntnis ist, ist das das Gegenteil einer göttlichen Ehe. Es ist in Wirklichkeit ein dämonischer Geist, der nicht nur diesem lesbischen Paar innewohnt, das im Fernsehwerbespot vortäuscht zu heiraten. Er beeinflusst auch die Herzen der Werbetreibenden, die sich bei 'Zales Jewleres' dazu entschieden haben, so etwas als positive Sache für alle Menschen in Amerika darzustellen. Das sind Schwindler, die die amerikanische Öffentlichkeit zum Narren halten.
Klingeschmitt hatte 2014 einen sicheren republikanischen Sitz mit rund 70 Prozent der Stimmen erobert. Er trat dieses Jahr allerdings nicht mehr an und verliert damit am 10. Januar 2017 sein Mandat.
Der Republikaner sorgte in den vergangenen Jahren immer wieder mit steilen Thesen für eine derartige Aufregung, dass sich sogar Parteifreunde von ihm abgewendet haben. Er behauptete etwa, dass sich der schwule US-Kongressabgeordnete Jared Polis dafür einsetze, Christen zu exekutieren. Außerdem sieht er bei vielen politischen Gegnern Dämonen am Werk, etwa bei Präsident Barack Obama.
Die Aufregung über den Werbespot von "Zales" wird auch von anderen Homo-Hassern geteilt. So rief die Aktionsgruppe "One Million Moms" Ende November zum Boykott der Kette auf: "'Zales Jeweleres' sollte sich für den Versuch schämen, Sünde zu normalisieren."
Bereits seit Jahren kämpft die von der Organisation "American Family Association" gesteuerte Aktionsgruppe mit Boykottaufrufen gegen die angebliche "homosexuelle Agenda". Erst vor gut zwei Monaten starteten die "Moms" einen Kauf-Boykott von H&M, weil sie ein Model in einem Werbespot fälschlicherweise für transsexuell hielten (queer.de berichtete). Die Boykottaufrufe zeigen aber nie einen messbaren Erfolg. (dk)
















Da die angeblich "One Million Moms" in Wirklichkeit nur ein paar Hundert Mitglieder zählt (von denen viele nicht mal Moms sind), dürften so ein paar hundert Ewiggestrige dieser vorbildlichen Schmuckladen-Kette egal sein.
Denn denen stehen real mehrere Millionen vernünftige Menschen gegenüber, die nicht vom Hass zerfressen sind.