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Schwules Paar beim CSD: Unsere Nachbarn denken besser über Homosexualität als befürchtet (Bild: Tetyana Pryymak / flickr)

  • 14. Dezember 2016, 11:19h 8 2 Min.

Nach einer neuen Studie klaffen bei der Einstellung zur Homosexualität gefühlte Abneigung und aktuelle Datenlage auseinander.

Die Bundesbürger glauben nach einer neuen ipsos-Studie, dass jeder dritte Deutsche Homosexualität "moralisch inakzeptabel" findet. In Wirklichkeit fällt die Abneigung gegenüber Lesben und Schwulen jedoch deutlich geringer aus. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens verurteilen nicht 33, sondern "nur" acht Prozent die gleichgeschlechtliche Liebe.

Bei der Studie "Perils of Perception", die ipsos jährlich in 40 Ländern durchführt, steht die Diskrepanz zwischen Annahme und Realität bei der Einschätzung von Lebensumständen und gesellschaftlichen Fragen im Mittelpunkt. Trotz der hohen Abweichung bei der Frage zur Homosexualität liegt Deutschland insgesamt im oberen Mittelfeld, was die Übereinstimmung von Annahme und Realität angeht.

In Deutschland leben viel weniger Muslime als angenommen

Auch andere Ergebnisse der Umfrage sind aufschlussreich. So schätzen sich die Deutschen beispielsweise ziemlich miesepetrig ein. Während die Befragten davon ausgehen, dass sich nur 45 Prozent der Bevölkerung als glücklich bezeichnet, sind es tatsächlich 84 Prozent. Völlig überschätzt wird mit 21 Prozent auch der Anteil von Muslimen an der Gesamtbevölkerung – real liegt diese Zahl bei fünf Prozent.



Auch glauben die Befrag­ten im Durch­schnitt, dass nur 57 Prozent der Frauen arbei­ten, tatsäch­lich sind es aber 70 Prozent. Auch der Anteil von Politikerinnen wurde auf 27 statt 36 Prozent geschätzt.

Deutlich überschätzt haben die Befragten u.a. den Anteil von Unter-14-Jährigen oder Migranten in der Bevölkerung (24 und 26 Prozent statt 13 bzw. 12 Prozent), deutlich unterschätzt wurde der Anteil von Übergewichtigen: Er liegt bei 57 Prozent und nicht bei den geschätzten 40 Prozent. (cw)

#1 LinusAnonym
  • 14.12.2016, 12:30h
  • Mit der Datenlage ist das immer so eine Sache.

    Vor allem heißt es ja: "Weniger homophob als sie denken". Das heißt aber nicht, dass Homophobie nicht zunimmt.

    Wir sehen ja z.B. seit Jahren (auch durch offizielle Studien und statistische Auswertungen belegt), dass homo- und transphobes Mobbing auf Schulhöfen zunimmt, dass homo- und transphobe Gewalt zunimmt, etc.

    Auch darf nicht vergessen werden, dass bei solchen Fragen oft auch die gewünschte Antwort gegeben wird statt der wirklichen Meinung. Wenn eine "offizielle Person" fragt "Haben Sie was gegen Schwule?" antworten viele sozial erwünscht, denken aber in Wirklichkeit anders. Dafür müsste man sich dann schon länger unterhalten, aber sowas kann in Umfragen natürlich nicht geleistet werden und lässt sich eben auch nicht in einer einzigen Frage abbilden.
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#2 UrsaMajorEhemaliges Profil
#3 herve64Ehemaliges Profil
  • 14.12.2016, 13:28h
  • Einem Opfer von verbaler oder gar tätlicher Gewalt von LGBTI*-feindlicher Seite dürfte es herzlich egal sein, ob es nun zur Majorität oder Minorität dieser Datenlage gehört.

    Fakt bleibt: es gibt diese Gewalttaten und damit die verbundene ablehnende Grundeinstellung, und jedes einzelne Opfer ist eines zuviel.
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