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Von der harten Linie zum Dialog

Ruhrbischof traf erneut LGBTI-Aktivisten


Für Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck (3.v.r.) ist der Austausch mit Lesben und Schwulen eine "Selbstverständlichkeit" (Bild: Dietrich Dettmann)

  • 16. Dezember 2016, 06:41h 47 2 Min.

In der Aids-Hilfe Essen wurde der "kritisch-konstruktive Dialog" zwischen Bischof Franz-Josef Overbeck und dem Forum Essener Schwulen und Lesben fortgesetzt.

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck hat nach einer Mitteilung des Bistums vom Donnerstag den vor sechs Jahren begonnenen "kritisch-konstruktiven Dialog" mit dem Forum Essener Schwulen und Lesben (F.E.L.S.) fortgesetzt. Die LGBTI-Aktivisten hatten dazu in die Räume der Aids-Hilfe Essen eingeladen.

In einer von Aids-Hilfe-Geschäftsführer Markus Willeke moderierten Gesprächsrunde schilderten F.E.L.S.-Sprecherin Claudia Fockenberg und Guido Schlimmbach, Pressesprecher der Aids-Hilfe NRW, dem Bischof ihre persönlichen Lebenswege. Dabei kamen auch viele kritische Fragen an die katholische Kirche zur Sprache, die durch eigene, teils als schmerzhaft erfahrene Erlebnisse mit und in der Kirche ausgelöst wurden.

Verständnis für Kirchenkritik von Homosexuellen

Der Bischof habe Verständnis dafür gezeigt, wenn Lesben und Schwule "oft eine eher distanzierte bis ablehnende Haltung gegenüber der katholischen Kirche hätten", teilte das Bistum mit. Zur Sprache seien auch der Umgang kirchlicher Arbeitgeber mit eingetragenen Lebenspartnerschaften sowie die Frage der Segnung homosexueller Paare gekommen.

Trotz mancher Kontroversen und offen gebliebener Fragen hätten die Beteiligten nach einem knapp zweistündigen Gespräch ein positives Fazit gezogen. "Auch dieser Abend habe deutlich gemacht, dass in den vergangenen Jahren auf beiden Seiten sehr viel Vertrauen gewachsen sei und gegenseitige Akzeptanz", so das Bistum. "Keine Frage: der kritisch-konstruktive Dialog geht weiter."

Overbeck galt noch vor wenigen Jahren als Hardliner

Ruhrbischof Overbeck hatte noch um die Jahrtausendwende mehrfach mit deutlichen Äußerungen gegen Homo-Rechte von sich reden gemacht, so hatte er praktizierte Homosexualität als "objektiv sündhaft" bezeichnet oder das Gesetz zu Lebenspartnerschaften für moralisch nicht vertretbar erklärt (queer.de berichtete). Auch wurde in seinem Bistum eine lesbische Putzfrau in einem Kindergarten entlassen (queer.de berichtete). Zugleich hatte er in den letzten Jahren moderatere Töne angeschlagen und sich mehrfach mit Vertretern von Schwulen- und Lesbengruppen getroffen (queer.de berichtete).

Der Anfang der Gespräche war laut Bistum "rückblickend sicher nicht einfach". Doch habe sich aus den regelmäßigen Treffen Overbecks mit den Vertretern von F.E.L.S. ein fester Termin im Kalender und damit "eine Selbstverständlichkeit" entwickelt. (cw)

-w-

#1 53trgfAnonym
  • 16.12.2016, 08:09h
  • Der Overbeck ist einfach nur ein Ars......

    Wie viele Geistliche in der Kirche.

    Overbeck hatte vor ein paar Jahren in der Sendung Anne Will sich sehr abfällig über Homosexuelle geäußert.
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#2 BobAachen
#3 markusbln11Anonym
  • 16.12.2016, 08:32h

  • Dass es solche treffen der community-vertreter mit den lokaken bischöfen gibt, ist doch als positives zeichen. Auch der csu-politiker spähnle tat dies kürzlich.

    Verständnis wächst durch zwischen-mebdchliche kommunikation. Es muss allerdings einen output geben.

    Ein erstes ergebnis ist sicherlich, wenn solche treffen positiv öffentlichkeiswirksam sind. Doch es muss auch eine verbesserte lebenssituation der lgbt in der katholischen kirchenwelt herausspringen, so etwa für verpartnerte angestellte. Nicht nur ein verbales verständnis vor ein paar kameras oder gar hinter verschlossener tür.

    Schätzen wir den offenen austausch mit herrn overbeck als kleinen fortschritt; viele seiner kollegen dürften nicht einmal dafür offen sein. So etwa der altsitzer im vatikan, herr ratzinger, ehemaliger bischof im bistum regensburg. Oder die kollegen in eichstätt bzw augsburg.
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