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Im den meisten Ländern Afrikas ist die gleich­geschlechtlicher Liebe verboten (Bild: Dave Nakayama / flickr)

  • 16. Dezember 2016, 13:43h 17 2 Min.

Ein weiterer Staat in Afrika verankert das Verbot von gleichgeschlechtlichen Handlungen in seinem Strafgesetzbuch.

Das Parlament des nordafrikanischen Staates Tschad hat nach AFP-Angaben Anfang der Woche mit 111 zu einer Stimme bei vier Enthaltungen ein neues Strafgesetzbuch verabschiedet, das unter anderem homosexuelle Handlungen verbietet. Dem Gesetz nach soll Schwulen und Lesben künftig eine Geldstrafe oder eine Bewährungsstrafe drohen, berichtet das Blog "Erasing 76 Crimes" .

Das Gesetz ist damit weniger radikal als eine vor zwei Jahren vom Ministerrat beschlossene Reform, die eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren für gleichgeschlechtliche Handlungen vorsah (queer.de berichtete). Die geplante Reform wurde jedoch damals nicht umgesetzt.

Das Homo-Verbot ist Teil einer umfassenden Strafrechtsreform, die noch von Präsident Idriss Déby gestoppt werden könnte. Weitere Änderungen sind eine Anhebung des Mindestalters für eine heterosexuelle Ehe von 16 auf 18 Jahren und die Aussetzung der Todesstrafe außer in Fällen von Terrorismus. "Dieses Strafgesetzbuch ist modern und berücksichtigt sowohl unsere Sitten als auch unsere internationalen Verpflichtungen", erklärte Justizminister Hamid Dahalob.

"Homosexualität wird von allen Religionen verurteilt"

Der Abgeordnete und Ex-Premierminister Delwa Kassiré Coumakoye begründete das Homo-Verbot mit der Religion: "Homosexualität wird von allen Religionen verurteilt. Wir brauchen etwas nicht zu vergeben, das Gott selbst ablehnt, nur weil Westler das fordern." Er habe den Eindruck, dass man im Tschad vom Ausland bestimmt worden sei. Das neue Strafrecht sei seiner Ansicht nach ein fairer Kompromiss.

Die Hälfte der Bevölkerung des Tschad sind Muslime, 40 Prozent sind Christen, davon je zur Hälfte Katholiken und Protestanten – zuletzt nahm der Anteil der Protestanten wegen aggressiver Missionierung zu.

In der ehemaligen französischen Kolonie wurde Homosexualität bislang ausdrücklich nicht verboten. Schwule und Lesben leben wegen der gesellschaftlichen Tabuisierung jedoch fast immer versteckt. Eine kleine LGBT-Community gibt es nur in der Hauptstadt N'Djamena, LGBTI-Organisation sind im Land jedoch gänzlich unbekannt.

Mit der Kriminalisierung von Homosexualität im Tschad steigt die Zahl der Verfolgerstaaten in Afrika auf 36 von insgesamt 55 Ländern. (dk)

-w-

#1 ollinaie
  • 16.12.2016, 15:21hSeligenstadt
  • >"Wir brauchen etwas nicht zu vergeben, das Gott selbst ablehnt, nur weil Westler das fordern." Er habe den Eindruck, dass man im Tschad vom Ausland bestimmt worden sei.<

    Wir lassen uns nicht von Ausländern bestimmen, nur von eingebildeten Au­ßer­ir­dischen!
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#2 lucdf
  • 16.12.2016, 15:26hköln
  • Dann sollte man die Entwicklungshilfe zurückschrauben. Sie dient eh nur einer korrupten, mafiösen Kaste.
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#3 PeerAnonym
  • 16.12.2016, 15:42h
  • In Zeiten, wo immer mehr Staaten im 21. Jahrhundert ankommen und nicht mehr in den Betten ihrer Bürger regieren wollen, gibt es leider auch einige Staaten, die zurück in die Steinzeit wollen.

    Ich kann nur hoffen, dass solche Staaten die Quittung dafür bekommen...
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