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Katholische Kirche
Lesben und Schwule in Afrika: Vatikan fordert Mitleid statt Verfolgung

Peter Turkson leitet ab 1. Januar die neue Vatikan-Behörde für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen (Bild: Missmarple76 / wikipedia)
- 20. Dezember 2016, 05:41h 2 Min.
Homosexualität schmälere nicht die Menschenwürde, mahnte der aus Ghana stammende Kurienkardinal und Menschenrechtsbeauftragte Peter Turkson.
Der ghanaische Kurienkardinal Peter Kodwo Appiah Turkson, der künftige Leiter der Vatikan-Behörde für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, hat sich in einem Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) gegen die strafrechtliche Verfolgung von Lesben und Schwulen in Afrika gewandt. "Bestimmte Lebensstile – wie Homosexualität – werden gesellschaftlich teils schwer toleriert. Wir treten da für Respekt und Menschenrechte ein", sagte der 68-Jährige in dem am Montag veröffentlichten Gespräch.
Die Würde eines Menschen werde "nicht hinfällig wegen eines Lebensstils, auch nicht geschmälert", stellte Turkson klar. "Der feindseligen Behandlung, die solche Leute manchmal erfahren, setzen wir eine Geste der Barmherzigkeit und des Mitleids entgegen."
Noch 2012 verteidigte Turkson die Verfolgung von Homosexuellen
Der Kardinal ist bereits seit 2009 für die Menschenrechtsarbeit des Vatikans zuständig. Mit Jahresbeginn wird der bisherige Leiter des Päpstlichen Rats für Gerechtigkeit und Frieden die von Franziskus neu geschaffene Behörde für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen führen. Dort sollen humanitäre, gesundheits- und entwicklungspolitische sowie menschenrechtliche Themen gebündelt werden.
Mit der Aussage, Homosexuelle seien "keine Kriminellen", hatte Turkson vor drei Jahren erstmals die strafrechtliche Verfolgung von Lesben und Schwulen in Uganda kritisiert (queer.de berichtete). Zuvor galt der Kardinal, der 2013 sogar als möglicher Nachfolger von Papst Benedikt XVI. gehandelt worden war, alles andere als homofreundlich: So verglich er noch Anfang 2013 in einem CNN-Interview Kindesmissbrauch und Homosexualität (queer.de berichtete). Er behauptete, dass es diese Phänomene in Afrika kaum gebe, da "traditionelle Systeme" die Bevölkerung schützten.
Nach einer Kritik durch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon an der geplanten Todesstrafe für Homosexualität in einigen schwarzafrikanischen Ländern hatte Turkson 2012 solche Maßnahmen als zwar überzogen, aber vereinbar mit der Tradition bezeichnet (queer.de berichtete). Es gäbe einen Unterschied zwischen Moral und Menschenrechten. (cw)













Es suggeriert, dass Homosexualität eine Krankheit sei, etwas Schlechtes, etwas Negatives, etwas, was homosexuelle Menschen belasten würde.
Dabei ist es es der Hass auf Homosexuelle, den auch die Kirche mit ihren subtilen, perfiden Aussagen säht, der Homosexuelle belastet, und nicht die Homosexualität ansich.
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