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Australien
Explosion vor dem Hauptquartier der Homohasser
Der Fahrer eines mit Gasflaschen beladenen Transporters löste vor dem Büro der Australian Christian Lobby in Canberra eine Detonation aus. Das Motiv ist bislang unklar.
- 23. Dezember 2016, 03:36h 2 Min.
Vor dem Hauptquartier der homofeindlichen Australian Christian Lobby (ACL) in der australischen Hauptstadt Canberra ist am Mittwochabend ein mit Gasflaschen beladener Transporter explodiert. Dabei wurden das Fahrzeug und das Gebäude beschädigt.
Der 35-jährige Fahrer, der nach dem bisherigen Ermittlungsstand die Gasflaschen selbst angezündet hatte, wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Sein Zustand ist nach Angaben der Ärzte kritisch.
Während ACL-Geschäfsführer Lyle Shelton sofort von einem "Einschüchterungsversuch" sprach und "extrem linke Kräfte" für den "Anschlag" verantwortlich machte, dementierte die Polizei am Donnerstag nach einer Vernehmung des Fahrers einen politischen Hintergrund. "Als ein Ergebnis unserer Befragung des Mannes können wir ausschließen, dass seine Tat politisch, religiös oder ideologisch motiviert war", erklärte Canberras stellvertretender Polizeichef Mark Walters auf einer Pressekonferenz. Nähere Angaben zu den Motiven des Fahrers machte er allerdings nicht.
Hauptziel ist der Kampf gegen die Ehe für alle
Die Australian Christian Lobby gehört zu den größten politisch-religiösen Lobbygruppen in Down Under. Thema Nummer eins ist das Verhindern einer Eheöffnung für lesbische und schwule Paare sowie allgemein das Zurückdrängen von Homo-Rechten. Darüber hinaus engagiert sich die fundamentalistische Gruppe gegen Abtreibung, Glücksspiel und Prostitution.
Immer wieder erzielte die ACL in Australien große Aufmerksamkeit: So behauptete ihr Vorsitzender Jim Wallace im Jahr 2012, dass Homosexualität ungesünder sei als Zigarettenrauchen (queer.de berichtete). 2011 versuchte die ACL eine Kampagne zur Aids-Prävention zu verhindern, weil diese gegen die "guten Sitten" verstoße und Kinder zu sexuellen Handlungen anregen könnte (queer.de berichtete). Auch das Überstülpen eines 18 Meter langen, pinkfarbenen Kondoms über den Hyde-Park-Obelisken in Sydney verurteilte sie erst im Februar als "ekelhaft" und "völlig unangemessen" (queer.de berichtete). (mize)















