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Unterlassungserklärung
Schwule und Lesben "heilbar": Birgit Kelle mahnt Kritikerin ab
Die linke Bremer Bürgerschaftsabgeordnete Sofia Leonidakis darf nicht mehr äußern, die "Gendergaga"-Autorin halte Homosexualität für eine heilbare Krankheit.

Bekämpft Schulaufklärung über LGBTI: Birgit Kelle als Rednerin auf einer "Demo für alle" in Stuttgart (Bild: Metropolico.org / flickr)
- 24. Dezember 2016, 08:38h 2 Min.
Die homo- und transphobe Autorin Birgit Kelle ("Gendergaga") ist mit Hilfe der Kanzlei des Kölner Medienanwalts Ralf Höcker gegen eine vermeintliche Verleumdung durch die Bremer Bürgerschaftsabgeordnete Sofia Leonidakis vorgegangen. Die Politikerin der Linkspartei hatte gegenüber dem "Weser-Kurier" erklärt, dass Kelle behaupte, dass Homosexualität eine heilbare Krankheit sei und Frauen an sexuellen Übergriffen selbst schuld seien.
Wie die Kanzlei am 22. Dezember mitteilte, habe Leonidakis eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben und sich zur Übernahme der Anwaltskosten verpflichtet. Der "Weser-Kurier" hat die beanstandeten Zitate bereits aus seinem Onlineartikel gelöscht.
Kelle verteidigte "Homoheiler" in ihrem Buch "Gendergaga"
Die linke Bürgerschaftsabgeordnete hatte sich bei ihrer Kritik an Kelle auf eine Passage in deren Buch "Gendergaga" bezogen. Dort heißt es wörtlich: "Nichts bringt die Gender-Szene mehr in Aufruhr als das Angebot, Menschen dabei zu helfen, beispielsweise ihre Homosexualität, also ihr Geschlecht, abzulegen, zu verändern, zu überdenken. Da werden aus Therapeuten dann böse 'Homoheiler', denen manch einer, wie etwa der Bundestagsabgeordnete und Schwulenaktivist Volker Beck, ihr Ansinnen sogar gesetzlich verbieten will."
Von Birgit Kelle stammen auch der Artikel und das spätere gleichnamige Buch "Dann mach doch die Bluse zu", in denen sie das sexistische Verhalten von Rainer Brüderle herunterspielt.
Zusammen mit Hedwig von Beverfoerde und Gabriele Kuby gehört die 41-Jährige mit CDU-Parteibuch zu den führenden Figuren in Deutschland, die LGBTI-Rechte aktiv bekämpfen. Die Autorin für das extrem rechte Blatt "Junge Freiheit" und das fundamentalistische Portal kath.net trat mehrfach als Rednerin bei der sogenannten Demo für alle auf. Zuletzt intervenierte sie persönlich beim bayerischen Kultusminister Ludwig Spaenle gegen eine Erziehung zur Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt in der Schule (queer.de berichtete). (cw)
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