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Polizeibericht

Berlin: Schwules Paar homophob beleidigt und geschlagen

In der Schönhauser Allee griffen zwei Unbekannte zwei Männer, die Arm in Arm gingen, und einen Bekannten an.


Die Berliner Polizei vermeldet in ihren Polizeiberichten mutmaßliche homo- und transfeindliche Hintergründe einer Tat (Bild: Sebastian Rittau / flickr)

  • 30. Dezember 2016, 08:47h 20 2 Min.

Zwei bisher Unbekannte haben in der Nacht zum Freitag in Prenzlauer Berg drei Männer homophob beleidigt und zwei von ihnen geschlagen. Nach Angaben eines 28-Jährigen sei dieser gegen 4.45 Uhr Arm in Arm mit seinem 27 Jahre alten Freund in der Schönhauser Allee unterwegs gewesen. Das Paar war in Begleitung eines 26-jährigen Bekannten.

Plötzlich seien zwei ihnen unbekannte Männer auf sie zugekommen und hätten begonnen, sie homophob zu beleidigen. Als die drei darauf nicht reagierten, seien ihnen die Unbekannten gefolgt. Einer der beiden habe dann dem 26-Jährigen mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen. Als der 27-Jährige daraufhin dazwischen gegangen sei, bekam er nach seinen Angaben von dem aggressiven Unbekannten einen Faustschlag ins Gesicht. Anschließend flüchteten die Angreifer.

Die beiden Geschlagenen erlitten leichte Verletzungen. Die Ermittlungen wegen Körperverletzung dauern an.

Polizei erfasst homo- und transphobe Gewalt konsequent

Anders als in anderen Städten informiert die Berliner Polizei in ihren Presseberichten regelmäßig über Straftaten mit einem mutmaßlich homo- oder transfeindlichen Hintergrund. Häufig, wenngleich noch nicht in diesem Fall, wird dabei erwähnt, dass der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die Ermittlungen übernommen habe.

Im November hatte die Berliner Polizei anlässlich der Verleihung des Respektpreises ihre aktuelle vorläufige Statistik homophober und transphober Straftaten vorgestellt (queer.de berichtete). Für Januar bis Oktober 2016 wurden demnach 113 Vorfälle statistisch erfasst. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es 107 Straftaten. Die Tatorte waren vorwiegend in Mitte, Kreuzberg und Schöneberg.

Im abgeschlossenen Bericht "Politisch motivierte Kriminalität in Berlin 2015" wurden schließlich 105 Fälle erfasst, mit einer Aufklärungsquote von 42 Prozent (2013: 132 Fälle, 2014: 80). In 38 Fällen handelte es sich um Gewaltdelikte (2013: 46, 2014: 26), die Aufklärungsquote betrug hier zwischen 28 und 46 Prozent. "Die Höhe der Fallzahlen im Unterthema 'sexuelle Orientierung' hängt von verschiedenen Faktoren ab", schreibt die Polizei dazu. "Neben dem tatsächlichen Fallaufkommen spielen vor allem die Anzeigenbereitschaft der Opfer bzw. Geschädigten sowie möglicher Zeugen eine wichtige Rolle."

Die Polizei bietet auf ihrer Webseite gezielte Ansprechpartner sowie Informationen für LGBTI. (pm/cw)

#1 Habukaz
  • 30.12.2016, 10:15h
  • Was wird dagegen unternommen? Was tut die Polizei? Was tuen die Länder und der Staat, um den Hass entgegen zu wirken? AfD Wähler besänftigen. Bloß keine Aufklärung in den Schulen. Da wird schwulen Jungs von klein auf beigebracht, was sie zu ertragen haben.
    Aus menschenverachtendem Hass werden uns gleiche Rechte verweigert. Selbst wenn die Eheöffnung eimal kommen sollte, dann werden die Kirchen immer Sonderrechte bekommen, damit sie uns eine kirchliche Hochzeit verweigern dürfen. Und dass alles auch noch mit Steuern bezahlen.
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#2 BildungAnonym
  • 30.12.2016, 10:23h
  • Und die Politik diskutiert immer noch darüber, ob man an Schulen Homo- und Transsexuelle als gleichwertig darstellen darf und ob man überhaupt diese Themen erwähnen darf.
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#3 ConstantinAnonym
  • 30.12.2016, 10:57h
  • Wenn Politik und Religionen ein Klima der Homophobie erzeugen, darf man sich nicht wundern, wenn in diesem Klima auch homophobe und transphobe Gewalt und Mobbing immer weiter zunehmen.
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