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Rechtes Gepolter
Gauland nennt Trans-Rechte "Schwachsinn"
Der AfD-Vize äußerte sich gegenüber der dpa zum Toiletten-Streit in den USA. Die Partei will im Wahlkampf offenbar zunehmend provozieren.
- Von Norbert Blech
30. Dezember 2016, 15:43h 3 Min.
Der stellvertretende Bundesvorsitzende der "Alternative für Deutschland", Alexander Gauland, hat in einem Interview mit der dpa betont, dass "Gender Mainstreaming" aus Sicht seiner Partei "Unsinn" sei.
Bei der Gleichberechtigung der Geschlechter sei jedes Maß verloren gegangen, fasst die Nachrichtenagentur seine Thesen zusammen. So sagte der Fraktionsvorsitzende in Brandenburg: "Wenn US-Präsident Barack Obama entscheiden muss, ob Weiblein, die sich als Männlein fühlen, aber trotzdem nur weibliche Geschlechtsorgane haben, auf eine Männer-Toilette gehen können, dann müssen Sie sagen: Das ist nur noch Schwachsinn."
Bei dem seit Monaten schwelenden "Klo-Streit" in den USA hatte Obama freilich mit einem Dekret darauf reagiert, dass Republikaner in einigen Bundesstaaten transfeindliche Gesetze erlassen oder geplant hatten. Sie verbieten es Transsexuellen, Toiletten oder andere geschlechtergetrennte Einrichtungen an öffentlichen Gebäuden zu nutzen, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen (queer.de berichtete).
Spiel mit Homo- und Transphobie und Rassismus
Die dpa fasste die Äußerungen Gaulands so zusammen, dass die AfD "gesellschaftliche Entwicklungen rückgängig machen" wolle. In dem Gespräch forderte das ehemalige CDU-Mitglied zudem, Begriffe wie "Mohrenkopf" und "Zigeunerschnitzel" verwenden zu dürfen: Es sei völlig überzogen, "den Leuten zu verbieten, Mohrenköpfe zu essen – nicht weil das nicht schmeckt, sondern weil das Wort 'Mohrenkopf' ein rassistischer Begriff sei".
Er selbst verwende auch weiterhin den Begriff "Zigeuner", so Gauland. Man könne ja auch nicht die Operette 'Der Zigeunerbaron' in 'Sinti-und-Roma-Baron' umbenennen. Letztlich habe hier ein sprachlicher "Irrsinn" um sich gegriffen, der zeige, "dass hier eine sogenannte Kulturrevolution völlig übertrieben worden ist".
Vor wenigen Wochen hatte die AfD ihre Strategie für den Bundestagswahlkampf im nächsten Jahr besprochen – Medienberichten zufolge plant man, auch unter dem Eindruck des Trump-Wahlsiegs in den USA, gezielt auf Tabubrüche und Provokationen zu setzen.
Zunehmende Provokationen
Neben einer rassistischen und islamfeindlichen Linie deutet sich auch immer mehr eine homo- und transfeindliche Haltung an. In sozialen Netzwerken, in denen die AfD hunderttausende Follower hat, teilten führende Köpfe der Partei in den letzten Wochen etliche Beiträge, die auf Homophobie zielten.

Hetz-Einträge wie diese wuden von AfD-Anhängern tausendfach in sozialen Netzwerken geteilt
Im Magdeburger Landtag betonte der Abgeordnete Hans-Thomas Tillschneider Mitte Dezember, die Zeit von "Regenbogen-Trallala" und "Vielfalts-Ideologie" sei vorbei (queer.de berichtete). Der Abgeordnete, der bei einer vorherigen Plenumsdebatte Homosexualität als "Abweichung" und Fehler der Natur bezeichnet hatte (queer.de berichtete), war im September federführend an der "Magdeburger Erklärung gegen Frühsexualisierung" der Partei beteiligt, in der eine Schulaufklärung über sexuelle Vielfalt diffamiert und abgelehnt wird (queer.de berichtete).
Der Hamburger CSD bezeichnete diese Erklärung eine "Kampfansage an Schwule und Lesben", der LSVD sprach von einer "faktenfreien und diffamierenden Kampagne". Der Fraktionschef der AfD in Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, meinte hingegen, mit dem Papier habe man ein erstes Zeichen einer "bundesweiten Kampagne" gesetzt: "Es werden noch viele weitere folgen."
















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