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Berlin
Im Homo-Mahnmal knutscht ein Rassist
Ein entsetzter Tourist aus Dänemark erkannte einen der beiden Männer, die sich im Video des Berliner Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen küssen.

Video im Berliner Homo-Denkmal: Bei dem vor rund zehn Jahren als Schauspieler gecasteten Mann links soll es sich um den schwulen Designer Jim Lyngvild handeln, der in Dänemark mit rassistischen Parolen von sich reden macht (Bild: Times / wikipedia)
- 10. Januar 2017, 05:11h 2 Min.
Entsetzen in der Community: Bei einem der Männer, die sich im Video des Berliner Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen küssen, handelt es sich nach Informationen des Stadtmagazins "Siegessäule" um einen bekannten dänischen Nationalisten, der mehrfach mit rassistischen und sexistischen Äußerungen aufgefallen sein soll.
Ein aus Dänemark stammender Berlin-Tourist habe den schwulen Designer Jim Lyngvild in dem Video erkannt, schreibt das Blatt auf seiner Homepage. Lyngvild, der links in dem Clip zu sehen sein soll, engagiere sich unter anderem für die rechtspopulistische und homofeindliche "Dansk Folkeparti". Als er deswegen kritisiert wurde, habe er erklärt: "Ich mag auch keine Homosexuellen. Ich mag es nicht, wenn sie sagen: 'Schaut mich an, ich bin homosexuell, ihr müsst mich respektieren'."
Künstler reagieren "geschockt"

Betonklotz im Tiergarten: Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen wurde 2008 eingeweiht
Das von dem dänisch-norwegischen Künstlerduo Michael Elmgreen und Ingar Dragset entworfene Denkmal ist ein 3,60 Meter hoher und 1,90 Meter breiter Betonquader, der 2008 im Berliner Tiergarten errichtet wurde. Durch eine verglaste Öffnung kann man sich einen kurzen Film anschauen, der in einer Endlosschleife läuft. Das aktuelle Video wurde bereits bei der Einweihung genutzt.
Zum Zeitpunkt der Erstellung des Clips vor rund zehn Jahren soll Lyngvild als Schauspieler gebucht und noch nicht mit nationalistischen Äußerungen aufgefallen sein, schreibt die "Siegessäule". Nach Angaben von Ingar Dragset sei damals bewusst im Ausland gecastet worden, um einen Wiedererkennungseffekt in Deutschland zu vermeiden. Der Künstler zeigte sich gegenüber dem Stadtmagazin "geschockt" über die Enthüllung und distanzierte sich von den Positionen Lyngvilds.
Das ursprüngliche Konzept von Elmgreen und Dragset hatte vorgesehen, dass das Video alle zwei Jahre gewechselt wird. Dazu kam es jedoch nur ein einziges Mal: Von 2012 bis 2014 lief ein Film der Künstler Gerald Backhaus, Bernd Fischer und Ibrahim Gülnar, der sowohl küssende Männer- als auch Frauenpaare zeigte. Der damals von Feministinnen durchgesetzten Quotierung war ein heftiger Streit vorangegangen. So hatten schwule Aktivisten, aber auch die Leiter der KZ-Gedenkstätten, vor einer "Verfälschung der Geschichte" gewarnt (queer.de berichtete).
Seit 2014 läuft im Denkmal wieder das Originalvideo. Ein neuer Wettbewerb um die Gestaltung des Films wurde nicht ausgeschrieben. (cw)
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Ein Mitglied der Dansk Folkeparti ist das Letzte was wir in so einen Denkmal brauchen