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"Historische" Entscheidung
Peru: Gericht erkennt gleichgeschlechtliche Ehe an
Premiere in Peru: Erstmals muss der Staat nach einer Gerichtsentscheidung eine im Ausland geschlossene Ehe von zwei Männern anerkennen.

Óscar Ugarteche Galarza konnte den ersten Sieg für die Ehe für alle vor einem peruanischen Gericht erstreiten (Bild: Screenshot Vértigo TV)
- 10. Januar 2017, 12:02h 2 Min.
In Peru hat ein Gericht in einer am Montag bekannt gegebenen Entscheidung erstmals angeordnet, dass die Behörden eine im Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehe anerkennen müssen. Geklagt hatte der peruanische Wirtschaftswissenschaftler Óscar Ugarteche Galarza, der seinen mexikanischen Partner Fidel Aroche Reyes bereits 2010 in dessen Heimatland geheiratet hatte.
Anfang 2012 stellte der in Mexiko-Stadt arbeitende Ugarteche den Antrag, seine Ehe auch in Peru anerkennen zu lassen. Das wurde von den zuständigen Behörden zunächst abgelehnt. Daraufhin klagte Ugarteche und argumentierte, dass Peru einen Staatsbürger nicht die rechtmäßig im Ausland geschlossene Ehe aberkennen dürfe. Nach einem juristischen Hin und Her, bei dem der Fall zunächst als unbegründet zurückgewiesen und schließlich doch zum Verfahren zugelassen wurde, entschied das erstinstanzliche "Séptimo Juzgado Constitucional" in der Hauptstadt Lima zugunsten des Klägers. Gegen das Urteil sind noch Rechtsmittel zugelassen.
Ugarteche ist in Peru als LGBTI-Aktivist bekannt. Der 68-Jährige war der Mitbegründer der Organisation "Movimiento Homosexual de Lima" (MHOL), die das Urteil auf Facebook als "historisch" begrüßte.
Parlament debattiert seit Jahren Lebenspartnerschaften
In Peru werden Homo-Paare derzeit überhaupt nicht anerkannt. Seit Jahren gibt es aber Debatten über die Einführung von eingetragenen Partnerschaften. Widerstand gegen die Initiative kommt vor allem von der katholischen Kirche, der vier von fünf Peruanern angehören. So lehnte 2015 etwa der Rechtsausschuss des Parlaments den Gesetzentwurf "ley de unión civil" ab, nachdem der emeritierte katholische Bischof Luis Bambarén den schwulen Abgeordneten Carlos Bruce, einen der Initiatoren des Gesetzes, als "Schwuchtel" beschimpft hatte (queer.de berichtete). Ein erneuter Vorstoß scheiterte im letzten Jahr. Der neue Präsident Pedro Pablo Kuczynski, der erst seit Mitte 2016 im Amt ist, hat allerdings bereits seine Unterstützung für eine "Ehe-light" für Schwule und Lesben angekündigt.
In anderen Bereichen gibt es Fortschritte: So ist erst vergangene Woche eine vom Parlament beschlossene Reform des Strafgesetzbuches in Kraft getreten, in der die Merkmale "sexuelle Orientierung" und "Geschlechtsidentität" als strafverschärfend für aus Hass begangene Verbrechen erwähnt werden. Auch die Diskriminierung von Homosexuellen im Zivil- oder Arbeitsrecht wurde verboten.
Laut Umfragen lehnen rund zwei Drittel der Peruaner die Öffnung der Ehe in ihrem Land ab. In Südamerika sind gleichgeschlechtliche Paare bereits in Argentinien, Brasilien und Uruguay landesweit gleichgestellt worden. (dk)















Jetzt sollte Peru am besten gleich die Ehe öffnen.
Denn sonst gäbe es eine Zwei-Klassen-Gesellschaft: diejenigen, die sich Auslandsreisen leisten können, würden im Ausland heiraten und wären dann auch in Peru anerkannte Ehepaare. Und wer sich das nicht leisten kann, hat diese Rechte nicht.