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Reaktionen auf queer.de-Interview

Grüne an Daniel Günther: "Handeln statt Wahlkampfreden"

Für seine Forderung nach einer Gleichstellung von Lesben und Schwulen bekam Schleswig-Holsteins CDU-Chef Beifall von LSVD und LSU – der Landtagsabgeordnete Rasmus Andresen verlangt dagegen Taten.


Der CDU-Politiker Daniel Günther erklärte im queer.de-Interview, er habe durch persönliche Kontakte zu Schwulen und Lesben Vorurteile überwunden (Bild: CDU Schleswig-Holstein)

  • 22. Januar 2017, 11:35h 12 2 Min.

Das am Samstag veröffentlichte queer.de-Interview mit Schleswig-Holsteins CDU-Chef Daniel Günther hat sehr unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Der Oppositionsführer und desiginierte Spitzenkandidat seiner Partei bei der Landtagswahl im Mai hatte darin die rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare gefordert und gemeint, er könne sich dafür auch den Begriff "Ehe" vorstellen.

Sowohl vom Lesben- und Schwulenverband (LSVD) als auch von den Lesben und Schwulen in der Union (LSU) wurde der CDU-Politiker ausdrücklich gelobt. "Bravo, Daniel Günther!", schrieb der LSVD Schleswig-Holstein auf seiner Facebook-Seite. "Es ist in diesen Zeiten und einer bevorstehenden Landtagswahl ein wichtiges Zeichen für queere Menschen, was Sie über unsere Belange in der Öffentlichkeit sagen und welchen Kurs die nördliche CDU dabei einschlagen will."

"Es kommt immer mehr in Bewegung bei der Union", kommentierte der LSU-Bundesverband in einem Facebook-Post. "Danke an die CDU Schleswig-Holstein bzw. an ihren Landesvorsitzenden Daniel Günther für die deutlichen Worte. Ein richtiges und wichtiges Zeichen!"

Grüne: Im Landtag hat sich die CDU immer nur enthalten

Kritik kam dagegen vom grünen Landtagsabgeordneten Rasmus Andresen. "Günther sollte handeln, anstatt Wahlkampfreden zu schwingen", erklärte der schwule Politiker gegenüber queer.de. "Egal ob bei der Öffnung der Ehe, der Einführung des Aktionsplans gegen Homophobie und für sexuelle Vielfalt oder bei einer Resolution für die Rechte von Trans- und Intersexuellen – immer wenn es um konkrete Verbesserungen für LGBTQI in Schleswig-Holstein ging, hat sich Daniel Günther im Landtag enthalten."


Bild: Der Grünen-Poliiker Rasmus Andresen ist seit 2009 Mitglied des Kieler Landtags (SPD Schleswig-Holstein / flickr)

Er begrüße es, wenn sich die CDU von ihrem "verkrusteten Gesellschaftsbild der Fünfzigerjahre" verabschiede, meinte Andresen, den konkreten Beweis sei sie im Landtag aber bisher schuldig geblieben. "Anstatt im Wahlkampf rhetorisch den Eindruck zu vermitteln, sich an die Seite von Schwulen und Lesben zu stellen, muss Daniel Günther liefern."

Der Grünen-Politiker forderte die schleswig-holsteinischen CDU-Bundestagsabgeordneten dazu auf, gemeinsam mit Grünen, Linken und SPD in Berlin die Ehe für alle zu beschließen: "Daniel Günther sollte seine eigenen Bundestagsabgeordneten davon überzeugen und zeigen, wie ernst ihm Gleichstellung wirklich ist."

Dass der CDU-Landeschef Homosexuelle in Deutschland gleichstellen möchte, er ihre Lage in Marokko, Tunesien und Algerien durch die Einstufung dieser Länder als "sichere Herkunftsstaaten" jedoch ignoriere, nannte Andresen "zynisch". (mize)

-w-

#1 VeganPL
  • 22.01.2017, 12:52hBerlin
  • wer cdu wählt ist selber schuld. die stimmen immer gegen unsere rechte und dann erzählen uns Märchen. wenn wir und unsere freunde/familie weiter cdu wählen, würden wir homophobie nie bekämpfen
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#2 JustusAnonym
  • 22.01.2017, 13:57h
  • "Grüne: Im Landtag hat sich die CDU immer nur enthalten"

    Das mag ja stimmen. Aber wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

    Im Landtag von Baden-Württemberg haben die Grünen zunächst gemeinsam mit der SPD den Bildungsplan 5 Jahre lang immer wieder aufgeschoben und dann mit der CDU einen bis zur Unkenntlichkeit verwässerten Bildungsplan verabschiedet, wo man statt Akzeptanz von LGBTI auch ersatzweise Akzeptanz gegenüber anderen Religionen unterrichten kann. (queer.de berichtete)

    Und in Hessen hat Schwarz-Grün einen LGBTI-Vertreter im Fernsehrat des Hessischen Rundfunks verhindert. (queer.de berichtete)

    Und auch im Bund wollen die Grünen ja unter dem konservativen Führungsduo Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt unsere volle Gleichstellung nicht mehr zur unverhandelbaren Bedingung machen.

    Etc. etc. etc.

    Deswegen sind die Grünen ja mittlerweile deutlich hinter die Linkspartei gefallen. Wer seine Stammwähler verrät, darf sich dann auch nicht über die Konsequenzen wundern.
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#3 PeerAnonym
  • 22.01.2017, 14:11h
  • Antwort auf #2 von Justus
  • Volle Zustimmung!

    Nicht, dass die Grünen nicht inhaltlich recht hätten. Aber die Grünen sind doch auch nicht besser und opfern unsere Rechte auch für ihre Macht.

    Aber wie Du schon sagst: die Grünen bekommen ja gerade genauso ihre Quittung dafür wie die SPD. Denn beide befinden sich in Umfragen im Sinkflug.

    Die vergessen immer eines:
    die Homohasser wählen eh CDU, CSU, AfD oder NPD. Da ist nichts mehr zu holen. Aber Parteien wie SPD und Grüne hatten mal viele LGBTI-Wähler, die sie mit und mit vergraulen. Die können mit ihrer Linie nur verlieren...
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