Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=28072
Home > Kommentare

Einzelkommentar zu:
Noch bis Ende der Sechzigerjahre wurden Schwule kastriert


#27 salihalexanderwolterAnonym
  • 26.01.2017, 00:19h
  • Der Bericht bestätigt ebenso entsetzliche wie bekannte Fakten - allerdings gab es die Kastrationen nicht nur "bis Ende der Sechzigerjahre", sondern auch noch in den 1970er Jahren. S. dazu Zitate aus Heinz-Jürgen Voß' 2013 eschienenem Band "Biologie & Homosexualität. Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext" (Unrast Verlag): "Lediglich die rechtliche Möglichkeit der Zwangskastration wurde deutschlandweit durch die Alliierten abgeschafft. Solche Zwangskastrationen blieben in der BRD rechtlich möglich, da das `Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses´(Erbgesundheitsgesetz) weiterhin galt [...] Erst 1974 wurde das Gesetz vom Bundestag außer Kraft gesetzt." (S. 32). Und: "Bis 1976 - nun unter theoretischer Bezugnahme insbesondere auf Günter Dörners Arbeiten [...] - wurden in der BRD mindestens 604 als `psychisch krank´ eingeordnete Menschen mittels der Gehirnchirurgie `behandelt´, darunter 75 `mit abnormem Sexualverhalten´ (74 Männer, eine Frau), von denen 47 in Gefängnissen bzw. anderweitig zwangsuntergebracht waren [...] Roeder [ein seinerzeit einflussreicher Befürworter solcher `stereotaktischen´ Operationen] "versprach sich von diesen Eingriffen, dass mit ihnen die Kastration von Sexualstraftätern, die bis in die 1970er Jahre noch häufig stattfand abgelöst werden könnte" (S. 45).
  • Antworten » | Direktlink »

» zurück zum Artikel