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Kommentare zu:
Noch bis Ende der Sechzigerjahre wurden Schwule kastriert


#21 TheDadProfil
#22 LaurentEhemaliges Profil
  • 25.01.2017, 21:52h
  • Antwort auf #18 von TheDad
  • Hm, ich hatte bei tagesschau.de Folgendes gelesen:

    >Wie umstritten das Thema zwischen Schwarz und Rot ist, zeigte auch eine Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen vom Frühjahr 2015:

    "Zwar nehme die Bundesregierung die Aufarbeitung dieses schweren Unrechts außerordentlich ernst. Ob eine rückwirkende Aufhebung der Urteile verfassungsrechtlich zulässig wäre, sei jedoch äußerst umstritten. Die mit Blick auf die Verfassungsprinzipien der Gewaltenteilung und der Rechtsstaatlichkeit geäußerten Bedenken seien erheblich. Die entsprechenden Prüfungen dauerten an, es sei jedoch nicht absehbar, wann und mit welchem Ergebnis sie abgeschlossen würden."<

    Soweit mir in Erinnerung, war das dann erst durch ein Gutachten Anfang des Jahres 2016 geklärt.
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#23 daVinci6667
  • 25.01.2017, 22:12h
  • Ich bin entsetzt.

    Bis Ende der 60 er wurden in Deutschland also Männer kastriert nur weil sie schwul waren. Es ist unfassbar und zutiefst verstörend.

    Zum Vergleich: Im benachbarten Frankreich wurde Homosexualität bereits 1791 legalisiert.

    Die Deutschen wollten sehr, sehr lange partout nicht von anderen lernen und dachten sie wären eine Herrenrasse. Dieses Faschisten-Denken war mit dem Ende des 2. Weltkrieges noch längst nicht weg. Ansonsten hätte man jegliches Nazi-"Recht" 1945 ausgemerzt.

    Der erst in den Neunzigern komplett abgeschaffte 175er ist NAZI-UNRECHT und keiner will das hören. Ebenso wie die zwangsentmannten Opfer niemand hören wollte. Dabei haben sie laut und deutlich gesprochen! Da ist nichts neu, nur passt es nicht zum sauberen Deckmäntelchen dass sich dieser Staat übergestülpt hat. Darunter ists nach wie vor kackebraun, ansonsten hätte jeder dieser Männer längst eine Millionenabfindung erhalten.

    Für einmal würde ich mir hier nämlich US-Amerikanische Entschädigungssummen wünschen. Das bringt ihnen leider ihre Männlichkeit nicht zurück und ihre traurige, traumatische und verstörende Biografie wird dadurch kaum besser, sie könnten dafür aber wenigstens ihre letzte Lebenszeit ohne finanzielle Sorgen verbringen. Diese Männer und ihr Schicksal dürfen niemals vergessen werden!
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#24 TheDadProfil
  • 25.01.2017, 22:30hHannover
  • Antwort auf #22 von Laurent
  • ""Soweit mir in Erinnerung, war das dann erst durch ein Gutachten Anfang des Jahres 2016 geklärt.""..

    Soweit mir bekannt haben bereits die Rechtsgutachten aus dem Jahr 2001 und 2002 zur Rehabilitation der §-175-Opfer der Jahre bis 1945 und der Fahnenflüchtigen der Wehrmacht die Aussage getroffen, daß es keinerlei Bedenken gegen eine Aufhebung von Urteilen gäbe, selbst wenn es sich um eine gesetzliche Änderung handelte, die ein Gesetz erlassen in der BRD beträfe, denn der Staat und seine Rechtsauffassungen müssen sich verändern, und sich dann auch gegebenenfalls anpassen..

    Und schon seit Beginn der Diskussion spätestens 2013 hier um die Rehabilitation wurde immer wieder bestätigt, daß es keinerlei Bedenken geben könnte..
    Das beträfe dann auch die mögliche Aufhebung der Verurteilungen nach dem Kuppellei-Paragraphen, denn die Zugrunde liegende Rechtsauffassung des "Sittengesetzes" unterliegt einer ständigen Veränderung..
    Das "Sittengesetz" ist nämlich nicht schriftlich formuliert, sondern faßt das "allgemeine sittliche Empfinden der bevölkerung" zusammen, in die auch die jeweilige Auffassung des Richters einfließt..
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#25 sanonymAnonym
  • 25.01.2017, 23:21h
  • Ich finde es sehr gut, dass Ihr über solche Fälle berichtet. Es ist wichtig, dass Geschichte aufgearbeitet wird und die Opfer bestenfalls entschädigt und rehabilitiert, bzw. als Opfer anerkannt werden.
    Ich hätte mich allerdings auch sehr gefreut, wenn in dem Artikel erwähnt worden wäre, dass Kastrationen in der BRD für Trans*Menschen, die Ihr richtiges Geschlecht auch auf ihrer Geburtsurkunde erreichen wollten, so gesetzlich registriert sein oder eine Ehe/Lebenspartnerschaft eingehen wollten, sich bis 2011 per Gesetz kastrieren lassen mussten. Für Frauen bedeutete das in der Regel die Pflicht zur Neovagina, für Männer mindestens eine Ovario-Hysterektomie.
    Ich habe lange Trans*-Beratung gemacht, ich weiß das die Zwangs-OPs sehr viele traumatisiert haben, ihre Sexulaität ruinierten oder sie gänzlich von ihrem Weg zu sich selbst abhielten, bzw. sie sich irgendwann widerwillig dem Gesetz beugten.
    Das Gesetz ist bis heute nur ausgesetzt und nicht erneuert worden. Und ausgesetzt wurde es auch nur auf Verlangen des europäischen Gerichtshofs, nicht weil die Bundesregierung sich für Trans*-Belange interessiert hätte.
    Dabei fordern Trans*-Aktivist*innen seit den 80ern, dass es erneuert werden muss.
    Ich hätte mich daher sehr gefreut, wenn eine Verknüpfung des histroischen Grauens bezüglich der Inhaftierung und Pathologisierung homosexueller Männer auf die heutige Zeit gegeben hätte. Und dass Kastration immer noch ein aktuells Thema ist, wenn auch mit anderen Opfern. Trans*menschen sind sehr wenige, haben keine große Lobby und sind bis heute stark von Diskriminierung und Stigmatisierung betroffen, daher ist es wichtig, dass wir sie innerhalb der LGBTIQ Szene nie vergessen und unterstützen.
    In Schweden wird derzeit über eine Entschädigung der Trans*-Menschen, die sich kastrieren lassen mussten verhandelt. In Deutschland wird seit Jahren nur ein Gesetz ausgesetzt und fortan ignoriert.
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#26 Homonklin44Profil
  • 25.01.2017, 23:41hTauroa Point
  • Ich schätze die hier bekannt gewordenen Fälle hatten noch das Glück, dass die Dokumente irgendwo versackt waren.

    Ich möchte nicht schätzen müssen, wie viele solche Fälle, auch anderswo, heute unbekannt bleiben, weil man die Akten verschwinden lassen hat, oder dabei ist, das zu tun, während vorbe herum vom Willen zum Aufarbeiten die Rede ist.

    Die Weitererhaltung von faschistischen Tendenzen und der kackbraunen Restideologie hat nun auch ihr verborgenes System. So mag man beim Umgang mit diversen Kleinparteien und rechtsextremen Pilzen, die hier und da durch die Oberfläche wachsen, gerne meinen.

    Man kann hoffen, dass noch anderswo Nachweisbares versunken schlummern könnte, das aufzeigt, wie lange die Glutnester der grässlichen Nazi-Nachgeburtsideologie noch weiter brannten und weiter agierten...agieren mögen. Bis heute hin noch, nur blau übermalen bis religiotisch dekoriert.

    Hier von "freiwilliger" Kastration zu sprechen, ist beschämend.
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#27 salihalexanderwolterAnonym
  • 26.01.2017, 00:19h
  • Der Bericht bestätigt ebenso entsetzliche wie bekannte Fakten - allerdings gab es die Kastrationen nicht nur "bis Ende der Sechzigerjahre", sondern auch noch in den 1970er Jahren. S. dazu Zitate aus Heinz-Jürgen Voß' 2013 eschienenem Band "Biologie & Homosexualität. Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext" (Unrast Verlag): "Lediglich die rechtliche Möglichkeit der Zwangskastration wurde deutschlandweit durch die Alliierten abgeschafft. Solche Zwangskastrationen blieben in der BRD rechtlich möglich, da das `Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses´(Erbgesundheitsgesetz) weiterhin galt [...] Erst 1974 wurde das Gesetz vom Bundestag außer Kraft gesetzt." (S. 32). Und: "Bis 1976 - nun unter theoretischer Bezugnahme insbesondere auf Günter Dörners Arbeiten [...] - wurden in der BRD mindestens 604 als `psychisch krank´ eingeordnete Menschen mittels der Gehirnchirurgie `behandelt´, darunter 75 `mit abnormem Sexualverhalten´ (74 Männer, eine Frau), von denen 47 in Gefängnissen bzw. anderweitig zwangsuntergebracht waren [...] Roeder [ein seinerzeit einflussreicher Befürworter solcher `stereotaktischen´ Operationen] "versprach sich von diesen Eingriffen, dass mit ihnen die Kastration von Sexualstraftätern, die bis in die 1970er Jahre noch häufig stattfand abgelöst werden könnte" (S. 45).
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#28 JadugharProfil
  • 26.01.2017, 01:32hHamburg
  • Wenn ich ich an diese Zeit zurückerinnere, so war es damals allgemein normal in den Ansichten der Ärzte, Homosexuelle chirurgisch zu heilen und es wurde damit geworben. Dazu gehörten Kastrationen, und stereotaktische Eingriffe in das Gehirn, wo Teile davon weggebrannt wurden. Auch Elektroschocks waren modern. Die Opfer waren dann in den letzten Fällen dann sehr schwer körperlich geschädigt!
    Psychologen degradierten uns hinunter und bezeichneten uns als infantile zurückgebliebene Kinder, die man medikamentös behandeln muß!
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#29 SebiAnonym
  • 26.01.2017, 10:30h
  • Antwort auf #22 von Laurent
  • 1.
    Es ist schon seit vielen Jahren klar, dass eine Rehabilitierung verfassungskonform ist. Es waren stets nur ach so kompetente Politiker von Union, SPD und FDP, die stur das Gegenteil behaupteten.

    2.
    Selbst wenn es erst durch das Gutachten Anfang 2016 klar gewesen wäre, ist das jetzt auch schon über 1 Jahr her. Wieso dauert das immer noch so lange? Schon auffallend, dass andere Gesetze sehr viel schneller gehen. Nur bei diesem Thema dauert (trotz Gutachten) alles angeblich sehr lange... Das kapiert doch mittlerweile jeder, was da wirklich hintersteckt.
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#30 stromboliProfil

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