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Fox-News-Interview
Donald Trump: "Madonna ist ekelhaft"
Der neue Präsident findet neben seinen Amtsgeschäften noch Zeit, sich über die Ikone Madonna und eine US-Comedyshow zu empören.

Donald Trump hat sich am Donnerstag von Fox-News-Moderator Sean Hannity interviewen lassen (Bild: Screenshot Fox News Channel)
- 27. Januar 2017, 09:32h 3 Min.
US-Präsident Donald Trump hat Madonna in einem Interview im Fox News Channel am Donnerstag als "ekelhaft" (disgusting) bezeichnet. Der 70-Jährige reagierte damit auf eine fünfminütige Rede der "Like A Prayer"-Sängerin bei einem Frauenmarsch am vergangenen Wochenende in Washington.
Madonna hatte erklärt, sie habe nach der Wahl des Republikaners zunächst gedacht, das Weiße Haus in die Luft zu jagen, dann aber gesagt, dem Hass müsse eine "Revolution der Liebe" entgegengesetzt werden; später skandierte sie: "Donald Trump: Suck a dick" (queer.de berichtete).
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Diese Aussagen ärgerten Trump, als er von Moderator Sean Hannity darauf angesprochen wurde: "Ehrlich, sie ist ekelhaft. Ich denke, sie hat sich selbst sehr geschadet. Ich denke, sie hat ihrer Bewegung geschadet." Der Präsident meinte, was Madonna gesagt habe, sei "schändlich" gegenüber ihrem eigenen Land gewesen.
Nach ihrer Rede hatten Republikaner Madonna vorgeworfen, mit ihren Worten zu Gewalt aufzustacheln. Die 58-Jährige verteidigte sich daraufhin via Instagram: "Ich bin keine gewaltttätige Person. Ich fördere nicht Gewalt. Es ist wichtig, meine gesamte Rede zu hören und zu verstehen, anstatt eine Aussage herauszuziehen und diese aus dem Zusammenhang zu reißen."
In dem Interview setzte Trump auch die Fehde mit der Sketch-Show "Saturday Night Live" fort, in der Schauspieler Alec Baldwin den neuen Präsidenten verkörpert. Er kritisierte insbesondere den Twitter-Eintrag einer SNL-Autorin, die vor wenigen Tagen erklärte, dass Trumps zehnjähriger Sohn Barron der erste Schul-Amokläufer werden würde, der zu Hause unterricht wird. Die Autorin hat sich inzwischen für den Tweet entschuldigt. Trotzdem sei sie eine "schreckliche Person", so Trump im Interview.
Trump gegen Frauenrechte
Bislang hat sich Trump von den weltweit veranstalteten Frauenmärschen nicht beeindrucken lassen. Vielmehr hat er diese Woche in einem Erlass den Kampf gegen Abtreibung aufgenommen, eines der Lieblingsthemen konservativer Republikaner. So hat er verboten, dass amerikanische Steuergelder internationale Nichtregierungsorganisationen unterstützen, die Abtreibungen oder Beratungen für Abtreibungen durchführen.
Dieser Erlass richtet sich spezifisch gegen die von Republikanern verhasste Frauenhilfsorganisation "Planned Parenthood", die 650 Kliniken im Land betreibt und neben Familienplanung insbesondere Krebsvorsorge und Tests für sexuell übertragbare Krankheiten für Frauen anbietet. Wie jetzt bekannt wurde, soll mit Mike Pence am Freitag zugleich erstmals ein Vizepräsident beim "Marsch für das Leben", einer Demonstration von Abtreibungsgegnern in Washington, eine Rede halten.
In den letzten Tagen hatte Trump mehrere "Executive Orders" unterzeichnet, die weltweit für Schlagzeilen sorgten, etwa zum Ausstieg aus der Krankenversicherung Obamacare oder zum Mauerbau an der Grenze zu Mexiko. Derzeit ist noch unklar, ob Trump ein Dekret von Präsident Barack Obama aus dem Jahr 2014 für ungültig erklären wird, das Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität in (Privat-)Firmen verbietet, wenn sie für die Bundesverwaltung arbeiten. Aktivisten werben beim Präsidenten für die Abschaffung der Richtlinie, der Präsident hat sich dazu aber persönlich noch nicht geäußert. Trump-Sprecher Sean Spicer erklärte am Montag, er wisse noch nicht, was der Präsident in diesem Bereich vorhabe.
"National Pride March" angekündigt
LGBTI-Aktivisten planen aber bereits eine großangelegte Protestaktion während der CSD-Saison in der Hauptstadt, die sich an den Frauenmärschen orientieren soll: Via Facebook wird zum "National Pride March" am 11. Juni aufgerufen. (dk)












In seinem neuesten Erguss stellt er dann einfach mal "die Schwulen" allesamt als sozialchauvinistische Privilegierte hin, die sich angeblich allesamt nicht für soziale Fragen und Kämpfe interessieren. Damit offenbart Augstein freilich nur seinen eigenen Chauvinismus und seine extrem privilegierte Klassenposition, in der er ganz offensichtlich z. B. mit prekär schuftenden und gleichzeitig homo- oder transphob diskriminierten Menschen nicht in Berührung kommt oder kommen will - und sich deshalb auch nicht für deren Belange interessiert, aber gleichzeitig vorgibt, die "Vertrumpelung" der Welt irgendwie zu bedauern. Dabei macht er doch selbst einen auf Trump und trumpelt mal eben auf einer Opfergruppe eben des Faschismus herum, der da in neuer Verpackung von oben verbreitet und installiert wird und sich gegen die demokratischen und sozialen Rechte aller Lohnabhängigen richtet, die noch aggressiver zerstört werden sollen. Der Beifall der prototypischen deutschen Michels und der Chefetagen deutscher Leitmedien ist ihm mit dieser Art des Herumtrumpelns freilich sicher.
www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-was-wenn-er-erfo
lg-hat-kolumne-a-1131826.html