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Kommentare zu:
Schweiz erlaubt keuschen Schwulen die Blutspende


#1 AlexAnonym
  • 31.01.2017, 11:09h
  • Eine solche Regelung ist kein Fortschritt, sondern diskriminiert Homosexuelle nur in anderer Form.

    Von einer Abschoffung von Diskriminierung kann man erst sprechen, wenn gleiche Regeln für homo- wie für heterosexuelle gelten.
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#2 DizzydevilAnonym
#3 Patroklos
  • 31.01.2017, 11:38h
  • Weltweites Abschaffen des Blutspendeverbotes für schwule, bi- und pansexuelle Männer! Alles Andere ist Schnullybully!
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#4 BlutAnonym
#5 stephan
  • 31.01.2017, 13:00h
  • Das ist einfach nur lächerlich und eine noch perfidere Form von schamhaft versteckter Diskriminierung! Ich schließe mich den anderen Kommentatoren an: Die brauchen Blut und ich werde gewiss nicht lügen, damit sie mein Blut akzeptabel finden! ... Wirklich eine lächerliche Neuregelung!
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#6 myysteryAnonym
#7 Pu244Anonym
  • 31.01.2017, 15:03h
  • Als Hetero, der keine Blutprodukte braucht, kann mich die Sache eigentlich völlig kalt lassen.

    Ich persönlich verstehe beide Seiten, einerseits ist es blöd, wenn man generell unter Verdacht steht, andererseits stammen schon heute 50% der 100 positiven HIV Tests pro Jahr, in Deutschland, beim Blutspenden aus der Gruppe "Männer die Sex mit Männer hatten", obwohl die eigentlich nicht spenden dürften.

    Um die andere Sicht darzulegen:
    Sehr viele Leute, die dauerhaft Blutprodukte brauchen, sind heute noch extrem angepisst dass man sie in den 80ern halb ausgerottet hat, nur weil einige Firmen und vorallem das Gesundheitssystem Geld sparen wollte (was dann am Ende gelang, jeder Bluter, der unter die Erde wanderte, kostet kein Geld mehr). Da auch noch heute an ihnen herumgegeizt wird, herrscht dort teilweise eine recht säuerliche Grundstimmung, wenn es dann darum geht das HIV Risiko zu vergrößern, weil der Kreis der Spender erweitert werden soll, dann hat man dort oft kein Verständnis dafür.

    Natürlich kann man sagen "die sollen sich gefälligst mit dem zufrieden geben, was man ihnen gibt, das Zeug ist immerhin teuer genug", das ganze stößt dort allerdings auf ein ähnliches Echo, wie bei den meisten Schwulen der strukturkonservative Standpunkt "die Schwulen sollen sich freuen, dass man sie heute nicht mehr einsperrt und verbrennt, das ganze Gleichbehandlungszeug ist doch völlig überzogen"(ich habe es jetzt etwas überspitzt ausgedrückt). Beides löst, zu recht, bei einigen gewissen Haß aus.

    Da das Zeug, das gespendet wird, irgendjemanden in die Blutbahn gejagt wird, finde ist das deren Standpunkt das höhere Gewicht hat.

    Übrigens werden nicht nur Schwule dort, aufgrund von geringen Risiken, ausgeschlossen. Leute die zwischen 1983 und 1996 in GB waren oder dort operiert wurden, in einem Malariagebiet geboren wurden oder auch nur kurz ins gefängnis gewandert sind (dann allerdings nur für 4 Monate), können ein Lied davon singen. Man hat sich nach dem Bluterskandal eben dafür entschieden, das maximale Sicherheit absoluten Vorrang hat.
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#8 myysteryAnonym
  • 31.01.2017, 15:56h
  • Antwort auf #7 von Pu244
  • "Ich persönlich verstehe beide Seiten, einerseits ist es blöd, wenn man generell unter Verdacht steht, andererseits stammen schon heute 50% der 100 positiven HIV Tests pro Jahr, in Deutschland, beim Blutspenden aus der Gruppe "Männer die Sex mit Männer hatten", obwohl die eigentlich nicht spenden dürften."

    1.) Woher genau stammt dieser Wert? Wie wurde der ermittelt? Oder sind das wieder irgendwelche "Schätzungen" ohne fundierte Grundlage?

    2.) Wieso sind diese 50% "schlimmer" als die anderen 50%, welche legal hätten spenden dürfen?

    3.) Offensichtlich bringt das Verbot ohnehin nicht viel. Außer dass verantwortungsbewusste und dann meist gesunde Schwule ausgeschlossen werden.
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#9 Pu244Anonym
  • 31.01.2017, 16:38h
  • Antwort auf #8 von myystery
  • 1:
    Absatz 4 im folgendem Text (habe lange gebraucht bis ich es wieder gefunden habe, dabei war es doch so leicht)

    www.pei.de/DE/infos/patienten/sicherheit-blutprodukte/spende
    rausschluss/spenderausschluss-node.html


    2: Weil diese 50% aus nur etwa 3-5% der Bevölkerung kommen. Sie dürfen jetzt nicht spenden, d.h. ein relativer großer Teil wird abgeschreckt. Die traurige Wahrheit ist nunmal leider das die MSM Gruppe über 3/4 der Neuinfektionen stellt und ein 100-200 fach höheres Risiko als Heteros uns Leben hat. Wenn man den Leuten nach dem Fall des Blutspendeverbots ein ähnlich ehrliches Verhalten wie den Heteros unterstellt (genaues müßte man herausfinden), dann wird sich die Zahl der positiven Tests wohl verdoppeln.

    3: Schwer zu sagen, es schreckt auch schon ab. Einerseits sind die meisten ehrlich und dann gibt es ja noch das Problem mit der Haftung. Wenn etwas passiert und sie finden heraus dass man doch zur MSM Gruppe gehört, dann ist man dran, wenn es erlaubt wird, dann kann es ein blöder Zufall sein, in dubio pro Reo.

    Soweit ich es noch richtig in Erinnerung habe sind 6 verseuchte Blutkonserven bestätigt durchgekommen. Eine stammte von einem Hetero, bei einer weiß man es nicht und 4 sind wohl auf MSM zurückzuführen, wobei da bei zweien wohl Sextourismus im Spiel war.
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#10 ursus
  • 31.01.2017, 17:29h
  • Antwort auf #9 von Pu244
  • Pu244:
    "Eine stammte von einem Hetero, bei einer weiß man es nicht und 4 sind wohl auf MSM zurückzuführen, wobei da bei zweien wohl Sextourismus im Spiel war."

    bundesärztekammer:
    "Im Zeitraum von 2000 bis 2008 [!] wurden in Deutschland 5 HIV-Übertragungen durch Transfusionen gemeldet. Alle Spenderinfektionen wurden durch Sexualkontakte erworben: 2 davon gehen auf MSM-Kontakte zurück, 1 auf heterosexuelles Risikoverhalten, 2 auf sexuelle Kontakte zu Personen aus Hochprävalenzländern."

    www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/Ha
    emotherapie_MSM_Erlaeuterung_final.pdf


    die erfassungskategorien sind zugegebenermaßen komisch, weil sie allerlei schnittmengen erlauben. für eine auch nur annähernd statistisch relevante aussage sind diese kleinen zahlen aber natürlich ohnehin bedeutungslos.
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#11 TheDadProfil
  • 31.01.2017, 21:42hHannover
  • Antwort auf #7 von Pu244
  • ""Ich persönlich verstehe beide Seiten, einerseits ist es blöd, wenn man generell unter Verdacht steht, andererseits stammen schon heute 50% der 100 positiven HIV Tests pro Jahr, in Deutschland, beim Blutspenden aus der Gruppe "Männer die Sex mit Männer hatten", obwohl die eigentlich nicht spenden dürften.""..

    Woher stammen diese Zahlen ?

    Und um wie viele Blutspenden pro Jahr soll es sich dabei drehen ?

    Wenn man den veröffentlichten Zahlen des Robert-Koch-Institutes vertrauen darf, hat es seit dem Blutspende-Skandal um die Bluter Ende der Achtziger Jahre, und die danach veränderte Zulassung zum Blutspenden angeblich nur eine Übertragung von VIER HIV-Infektionen durch Blut-Produkte gegeben..

    Bei einem völlig anderem Fall wurden allerdings durch einen einzigen Spender von Organen SIEBEN Menschen mit Tollwut infiziert..

    Das Problem liegt nicht darin wer Blut spendet, sondern wer mit möglichst wenig Test-Aufwand den höchsten Profit erzielen will, und so Infektionen von Empfängern In Kauf nimmt..
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#12 Pu244Anonym
  • 31.01.2017, 23:56h
  • Antwort auf #11 von TheDad
  • Die Zahlen stammen, wie schon erwähnt vom vom RKI, Link in Beitrag Nr. 9.ö Wobei es ein Unterschied ist wieviele auffallen (das sind die 100)und wieviele am Ende durchkommen. Nach bisherigen Erkenntnissen sind eben diese 6 verseuchten Konserven durchgekommen. Wobei da ein gewisser Unsicherheitsfaktor besteht, vermutlich ist nicht jede Infektion erkannt worden.

    Mit dem Risiko ist das so eine Sache, im Moment soll das HIV Risiko bei etwa 1:4,3Mio liegen

    de.wikipedia.org/wiki/Infektionen_durch_HIV-kontaminierte_Bl
    utprodukte


    Wenn man das anhand der 100 erkannten positiven Spenden pro Jahr hochrechnet, dann ist reines "Hetero-" und "Lesbenblut" mit 1:10Mio extrem sicher, reines "MSM Blut" käme demnach auf einen Wert von etwa 1:100.000 bis 1:50.000. Das ganze wäre für Normalos verkraftbar, wenn man vergleicht das man bei einer Operation unter Vollnakose, wo man hauptsächlich Blut bekommt, mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 1:15000, alleine durch die Betäubung, das Zeitliche segnet. Bei Bluter u.a. sieht es schon anders aus (auch wenn das Infektionsrisiko dort nicht mehr ganz so hoch ist), die brauchen etwa 1200 Plasmaspenden pro Jahr oder man mixt das Zeug aus je 5 Vollblutspenden, das macht dann sage und schreibe 6000 pro Jahr. Da kann man dann sehen dass das Risiko schnell mal reale Dimensionen annehmen kann.

    Größtes Problem ist es den Leuten die Sache nahezubringen, das Argument "dadurch sparen wir viel Geld" finden nur die wenigsten toll, wenn sie die potentiellen Betroffenen sind. Auch das Argument, dass sich viele nicht mehr diskriminiert fühlen, ist für die meisten dann eher Nebensache.

    Es ist halt eben eine schizophrene Situation, angesichts der 400 Badetoten pro Jahr, sollte man (bei gleichen Maßstäben) eine strenge Schwimmwestenpflicht beim Baden einführen. Da hätte kaum jemand Verständnis, genau wie für den Vorschlag der EU, neuwagen in Zukunft auf die jeweilige Geschwindigkeitsbeschränkung zu drossen (wäre ja auch verrückt, wenn man in einer 50er Zone nicht mit Tempo 70 über den Zebrastreifen brettern könnte). Da malten sich einige die Rückkehr des 3. Reiches aus.

    Das Thema "das bisschen Risiko kann man doch verkraften" ist eben immer dann ein Verliererthema, wenn es noch nicht eingegangen wurde oder auf dem Zenit einer Panik.
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#13 Ray-RayAnonym
  • 01.02.2017, 08:46h
  • Wer lebt denn ein Jahr Abstinenz um zu spenden? Ich mein, es ist jetzt nicht so dass Blutspenden so aufregend ist das man dafür in Kauf nimmt, ein Jahr keinen Sex zu haben. In Deutschland ist es sowieso komplett verboten. Von der her auch keine Disskusionsgrundlage. Aber wer mein Blut nicht will, der bekommt auch keine Knochenmark oder Organe nach dem Tod von mir. Ganz einfach. Ich habe eine Organspendeausweis auf dem Nein angekreuzt ist - nur um sicher zu gehen.
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#14 TheDadProfil
  • 01.02.2017, 10:31hHannover
  • Antwort auf #12 von Pu244
  • ""Wobei es ein Unterschied ist wieviele auffallen (das sind die 100)und wieviele am Ende durchkommen. Nach bisherigen Erkenntnissen sind eben diese 6 verseuchten Konserven durchgekommen.""..

    Was sich dann, wie "ursus" schon anmerkte, auf Zahlen bezieht, die VOR 2009 erhoben sind..

    Von einer echten "Risiko-Bewertung" die sich auf eine aktuelle Fakten-Lage berufen kann, muß man hier also nicht ausgehen..

    ""Wenn man das anhand der 100 erkannten positiven Spenden pro Jahr hochrechnet, dann ist reines "Hetero-" und "Lesbenblut" mit 1:10Mio extrem sicher,""..

    Äh ?
    Nimmt man die zahlen Zuhilfe die "ursus" genannt hat, stammen je 2 Infektionen dann von durch MSM und Hetero-Kontakte zustande gekommen sind..

    Ich bezweifle hier dann erneut, das man damit "hetero-blut" als "besonders sicher" oder auch nur als "sicherer" bezeichnen darf, bloß weil man davon ausgehen muß, das MSM-Kontakte zu mehr HIV-Infektionen führten..

    Das Denk-Problem ist hier immer noch die Zusammenfassung der Peer-Group MSM, denn Teile dieser Gruppe bezeichenen sich trotz der MSM-Kontakte immer noch als Heteros..

    Was alles nichts daran ändert das zwischenzeitlich die Möglichkeiten zur Testung von Blut-Produkten deutlich verbessert, und auch deutlich billiger wurden, und damit eine Veränderung der Praxis einhergehen muß, der über den Ausschluß von MSM-Männern an der Spende immer noch verweigert wird..

    Es ist nicht zielführend von MSM-Männern eine "ein-jährige Abstinenz" einzufordern, die man von Heteros nicht einfordert !
    Das bleibt diskriminierende Praxis, und muß verändert werden..

    ""Es ist halt eben eine schizophrene Situation, angesichts der 400 Badetoten pro Jahr, sollte man (bei gleichen Maßstäben) eine strenge Schwimmwestenpflicht beim Baden einführen.""..

    Hübsches Beispiel, ebenso wie die Verkehrstoten..
    Mit Statistik läßt sich ja auch viel beweisen..

    Gegen ertrinken kann man zunächst schwimmen lernen, was in vielen Schulen bundesweit aus "Kostengründen" oder mangels Möglichkeiten wegen fehlender Hallenbäder nicht mehr angeboten wird..
    Das deckt sich also nicht wirklich mit dem Gebrauch des Kondoms oder der PrEP, wenn die Prävention gar nicht zur Verfügung steht..

    Bei Verkehrstoten liegt der Fall noch prekärer, denn dem Vernehmen nach sind zwischenzeitlich von den über 400 bei Verkehrsunfällen getöteten Radfahren fast 50 % über 60 Jahre alt, und nutzten ein Elektro-Fahrrad, das sie offensichtlich Brems-Technisch nicht beherrschten, und trugen keinen Helm..
    Hier gibt es Prävention, die aber nicht genutzt wird..
    Dem begegnet man dann aber nicht, indem man das Elektro-Radfahren für über 60-Jährige verbietet..
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