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Soziales Experiment auf Video

So reagieren Passanten auf ein Coming-out in der Fußgängerzone

Ein Jugendlicher stellte sich mit einem "Ich bin schwul"-Schild in die Essener Innenstadt und testete die Neugier und Akzeptanz seiner Mitmenschen.


Mal was anderes als "Jesus rettet": Video-Experiment von queerblick in der Essener Innenstadt (Bild: Screenshot)
  • 5. Februar 2017, 11:13h 29 2 Min.

Wer kennt sie nicht, die Menschen, die mit "Jesus rettet"-Schildern durch die Innenstädte ziehen? Davon hat sich Kevin vom Videoprojekt queerblick inspirieren lassen. Allerdings hat er eine ganz andere Botschaft. Auf seinem Schild steht geschrieben: "Ich bin schwul. Habt ihr Fragen?"

Mit dieser Aufschrift stellte er sich einen Nachmittag lang in die Essener Innenstadt und wartete darauf, mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Viele verwunderte Blicke gab es. Einige Menschen gingen kopfschüttelnd vorbei. Und einige Passanten trauten sich, Kevin direkt anzusprechen. Eine ältere Dame fragte etwa: "Was wollen Sie denn damit bezwecken?".

Viele positive, aber auch einige negative Reaktionen

"Lassen Sie ihn doch seiner Schwulheit nachgehen", meinte ein anderer Passant gegenüber queerblick-Reporterin Lisa und drückte damit sein Missfallen für die Aktion aus, ein öffentliches Coming-out herbeizuführen. Ein weiterer Herr hatte nur verachtendes Mitleid für Kevin und andere Homosexuellen übrig: "Man wird so geboren. Und das ist traurig und schade. Aber ich kann's nicht ändern."

Überwiegend waren die Reaktionen aber positiv. Ein Vater erzählte von seinem schwulen Sohn und viele Passanten stimmten zu, dass es noch viel zu tun gibt in Sachen Akzeptanz. "Solche Aktionen müsste es viel häufiger geben. Sonst kennt man solche Schilder nur vom CSD. Aber wir müssen das ganz Jahr über für Vielfalt aufklären", sagt Lisa.

Das Videoprojekt queerblick will am Thema dranbleiben: Eine lesbische Version des Experiments sei bereits gedreht. Das Medienprojekt aus Dortmund ist in ganz NRW aktiv, um "Jugendliche im Coming-out durch Medienarbeit zu unterstützen" – sowohl als Teilnehmer als auch als Zuschauer im Netz. (cw/pm)

-w-

#1 PatroklosEhemaliges Profil
  • 05.02.2017, 12:28h
  • Die Aktion ist echt cool! Trotzdem muß man bei so manchem Passanten mit dem Kopf schütteln und da braucht es noch viel Aufklärung!
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#2 Flatinka
  • 05.02.2017, 12:35hHannover
  • Eine sehr schöne Aktion mit guter Botschaft. Ich verstehe nur nicht, weshalb sich so viele ignorant dagegenstellen
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#3 schabrakke_Anonym
  • 05.02.2017, 13:52h
  • Ich wäre auch kopfschüttelnd an dem Schild vorbeigegangen, und zwar weil es grundlos das Klischee perpetuiert (à la Daffydd Thomas) von dem Schwulen, der ständig einen Anlaß sucht, seine Sexualität zu thematisieren, und zwar nicht auf dieselbe Weise, wie es alle anderen auch tun ("Ich habe das Wochenende mit meinem Freund/meiner Freundin verbracht"), sondern in direkter Abgrenzung vom Mainstream. Ich finde das einfach nur albern.
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