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Rechtsextremisten-Protest
Italien: Einschüchterungsversuche bei Verpartnerung eines schwulen Paares
Rechtsextremisten störten die Eintragung einer Verpartnerung in einer noritalienischen Stadt: Sie begruben symbolisch die italienische Familie.

Die Aktion die Rechtsextremisten fand während der zweiten Verpartnerung im städtischen Rathaus statt
- 6. Februar 2017, 16:13h 2 Min.
Die rechtsextreme Partei Forza Nuova ("Neue Kraft") hat am Sonntag anlässlich der Verpartnerung eines schwulen Paares auf dem Marktplatz von Cesena das Land Italien symbolisch zu Grabe getragen. Laut der Lokalpresse beteiligten sich insgesamt 18 Männer in schwarzer Kluft an der Aktion – sie trugen dabei einen Sarg, der in die italienische Flagge gehüllt war, in Richtung Rathaus. Einer der Rechtsextremisten war als Priester verkleidet.
Die Aktion fand zu dem Zeitpunkt statt, an dem das schwule Paar – der 27-jährige Marco und der 21-jährige Matteo – nach ihrer Verpartnerung aus dem Rathaus kamen. Die Polizei löste die rechte Demonstration nach wenigen Minuten auf.
Das Ja-Wort von Matteo und Marco war erst die zweite Verpartnerung in der 100.000-Einwohner-Stadt, seitdem die italienische Regierung unter dem inzwischen zurückgetretenen Ministerpräsidenten Matteo Renzi vor gut einem halben Jahr eingetragene Lebenspartnerschaften eingeführt hat (queer.de berichtete). Gegen das Gesetz gab es scharfe Proteste der politischen Rechten und der katholischen Kirche.
Homofeindliche Aktionen gehören zum Programm
Bereits bei der ersten Verpartnerung in Cesena hatte Forza Nuova in der Stadt protestiert. Damals waren bereits Poster in Form einer Traueranzeige aufgetaucht, in denen die "gleichgeschlechtliche Ehe" als Ende der Gesellschaft bezeichnet wurde. Auch vor der Verpartnerung am Sonntag plakatierten die Rechtsextremisten beschriftete Traueranzeigen, auf denen unter den Vornamen "Matteo und Marco" das "Begräbnis Italiens" beklagt wurde.

Marco Tonti von der LGBTI-Organisation Arcigay in Rimini rief die demokratischen Kräfte auf, sich gegen derartigen Hass zu wehren. Die Rechtsextremisten wollten mit derartigen Aktionen Schwule und Lesben einschüchtern. Kritik kommt auch aus der Politik: Die sozialdemokratische Senatorin Monica Cirinnà, die das Lebenspartnerschaftsgesetz eingebracht hatte, erklärte via Facebook: "Die Liebe ist lebendig und wird gewinnen." Sie beglückwünschte Matteo und Marco zu ihrer Verpartnerung.
Forza Nuova, deren Logo sich eng an dem früheren Parteilogo der NPD orientiert, hatte 2013 bei den letzten Parlamentswahlen nur 0,3 Prozent der Stimmen erreicht. Auch wenn die Partei in keinem regionalen oder nationalen Parlament vertreten ist, will sie mit einschüchternden Aktionen Einfluss auf die Politik nehmen: Im vergangenen Frühjahr stürmten etwa zehn Aktivsten der rechtsextremen Partei ein LGBTI-Zentrum in Rom (queer.de berichtete). (dk)















Nein!
Diese Nazis verdienen nicht weniger als sie als den Abschaum zu brandmarken, der sie sind!
Es tut mir schrecklich leid für die beiden jungen Männer. Niemals sollte eine Hochzeit derart schändlich gestört werden. Hoffentlich hatten die beiden dennoch ein schönes Fest und hoffentlich können sie in ein paar Jahren und vollständig gleichgestellt zurückblicken und darüber schmunzeln, wie dumm doch manche Leute damals noch waren. :-)