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Sächsische Prioritäten
Dresden: Linke Kulturbürgermeisterin kürzt CSD-Förderung
Die Stadt will den Christopher Street Day in diesem Jahr nur noch mit 1.000 Euro aus dem Topf für Großveranstaltungen unterstützen – genauso viel bekommt das Dorffest in Wilschdorf.

Der CSD Dresden soll in diesem Jahr deutlich weniger Geld aus der städtischen Eventförderung bekommen (Bild: CSD Dresden e.V.)
- 7. Februar 2017, 06:53h 2 Min.
Aus dem städtischen Fördertopf für Großveranstaltungen soll der CSD Dresden in diesem Jahr nur noch 1.000 Euro erhalten. Über den entsprechenden Vorschlag der Kulturverwaltung von Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke) berichteten am Montag die "Dresdner Neuesten Nachrichten". 2016 hatte der CSD-Verein noch 3.000 Euro erhalten.
Für kein anderes Großevent in der sächsischen Landeshauptstadt sind derart hohe Kürzungen geplant. Insgesamt will die Stadt alle zehn beantragten Projekte mit insgesamt 35.000 Euro fördern. Mit 9.500 Euro erhält das Dixilandfestival die größte Finanzspritze, gefolgt vom Elbhangfest mit 9.000 Euro. Der CSD steht dagegen auf einer Stufe mit dem Wilschdorfer Jubiläums-Dorffest, das ebenfalls 1.000 Euro erhalten soll.
Fragwürdige Punktebewertung der Kulturverwaltung
Die Kulturverwaltung hat die einzelnen Veranstaltungen nach den sechs Kriterien überregionale Bedeutung, Tourismusförderung, Breitenwirksamkeit/Familienfreundlichkeit, Förderung regionaler Identität, Bereicherung im öffentlichen Raum und Kontinuität bewertet. Der CSD erhielt dabei nur vier von maximal zwölf Punkten.
"Eine überregionale Ausstrahlung des CSD Dresden ist nur beim Festumzug erkennbar. Die Teilnehmerzahl am Umzug hat keine touristische Relevanz", heißt es in der Begründung des Vorschlags der Kulturverwaltung (PDF). "Nicht vorhanden" seien Breitenwirksamkeit/Familienfreundlichkeit sowie eine Förderung regionaler Identität.
Darüber hinaus verweist die Kulturverwaltung beim Christopher Street Day auf Förderungen aus anderen Töpfen: "Dieses Ereignis wird seitens der Landeshauptstadt Dresden weiterhin mit 1.000 € aus der Kommunalen Kulturförderung und mit 9.000 € aus dem Lokalen Handlungsprogramm für Demokratie und Toleranz und gegen Extremismus gefördert."
Die endgültige Entscheidung über die Förderung der Großveranstaltungen trifft der Kulturausschuss des Stadtrats, im März sollen die Beratungen beginnen. Der CSD Dresden findet in diesem Jahr vom 22. Mai bis 4. Juni statt. Höhepunkte sind das politische Straßenfest auf dem Altmarkt vom 26. bis 28. Mai sowie die Demonstration am 27. Mai. (cw)
Nachträglich ergänzt um Details des Punktesystems und weitere Förderungen.
Links zum Thema:
» Die Beschlussvorlage für den Kulturausschuss als PDF














