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Trauer in Berlin
Chef des Bruno Gmünder Verlags gestorben
Frank Zahn, Geschäftsführer und alleiniger Inhaber des schwulen Medienunternehmens, wurde 49 Jahre alt.

Der Rechtsanwalt Frank Zahn hatte den Bruno Gmünder Verlag im Herbst 2014 aus der Insolvenz gerettet
- 9. Februar 2017, 04:50h 2 Min.
Schock in der queeren Medienwelt: Frank Zahn, der Geschäftsführer und alleinige Gesellschafter der Berliner Bruno Gmünder GmbH, ist am Mittwoch überraschend verstorben. Der Rechtsanwalt wurde 49 Jahre alt.
Der Verlag nehme "in großer Trauer, aber auch tiefer Dankbarkeit" Abschied, heißt es in einer am späten Abend verbreiteten Stellungnahme von Co-Geschäftsführer Michael Taubenheim. "Wir verlieren einen Freund, Kollegen und Chef, der sich weit über das Unternehmerische hinaus für die Interessen von LGBTI und die Vielfalt ihrer kulturellen und medialen Formate und Inhalte stark gemacht hat." Über die Todesursache machte Taubenheim keine Angaben.
Frank Zahn hatte im Herbst 2014 zusammen mit dem Namensgeber Bruno Gmünder die heutige Bruno Gmünder GmbH gegründet, nachdem der 1978 ins Leben gerufene Ursprungsverlag Insolvenz angemeldet hatte (queer.de berichtete). Für Gmünder, der seine Anteile 2011 an Tino Henn, Nik Reis und Michael Taubenheim verkauft hatte, war es jedoch nur ein kurzes Comeback. Nach einem Streit zwischen den beiden Gesellschaftern blieb Zahn im Dezember 2015 als alleiniger Inhaber übrig (queer.de berichtete).
Neuaufstellung des Verlags im digitalen Zeitalter
In den vergangenen beiden Jahren arbeitete Frank Zahn vor allem daran, das teils verkrustete Unternehmen im Zeitalter des digitalen Wandels zukunftsfähig zu machen. Zuletzt entschied er, das chronisch defizitäre Magazin "Männer" nicht mehr monatlich, sondern nur noch vierteljährlich erscheinen zu lassen. Chefredakteur Kriss Rudolph verließ den Verlag daraufhin im Streit (queer.de berichtete)
Nach Angaben von Geschäftsführer Michael Taubenheim ist die Existenz des Bruno Gmünder Verlags durch den plötzlichen Tod des Inhabers nicht gefährdet: "Wir werden das Unternehmen in seinem Sinne weiterführen und hoffen, dass Community, Partner und Kunden ihn so in Erinnerung behalten, wie wir ihn erlebt haben: als leidenschaftlichen Kämpfer für die Sache, als weitsichtigen Unternehmer und Kreativen und als immer offenen und neugierigen, liebenswerten Menschen."
Nollendorfblogger Johannes Kram reagierte mit einem Facebook-Post auf die Todes-Nachricht: "Unendlich traurig. Ein toller Mensch. Und er hat mehr für die Community getan, als ihr bewusst ist." (mize)














