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Gauck-Nachfolge
Olivia Jones: "Ich wäre gerne Bundespräsidentin"
In einem Interview verrät die Dragqueen ehrgeizige Pläne. Als Mitglied der Bundesversammlung will sie am Sonntag jedoch Frank-Walter Steinmeier wählen – im Fummel.

Bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises erschien Olivia Jones in Grün – für die Bundesversammlung am Sonntag tendiert sie zu Türkis und Orange (Bild: Michael Schilling / wikipedia)
- 9. Februar 2017, 05:49h 2 Min.
Die Hamburger Dragqueen Olivia Jones wäre in fünf Jahren gerne Bundespräsidentin. "Das Amt würde wunderbar zu mir passen", sagte die 47-Jährige in einem Interview mit der "Saarbrücker Zeitung". "Ich reise gerne, und habe als St.-Pauli-Wirtin und Fremdenführerin viel Erfahrung darin, zu repräsentieren und Menschen aus aller Welt zu empfangen. Mit mir würde es nicht langweilig werden."
Die Travestiekünstlerin, die mit bürgerlichem Namen Oliver Knöbel heißt, ist auf Initiative der niedersächsischen Grünen als erste Dragqueen Mitglied der Bundesversammlung, die am Sonntag den Nachfolger von Joachim Gauck wählt (queer.de berichtete). Ihre Stimme will sie dem SPD-Politiker und ehemaligen Außenminister Frank-Walter Steinmeier geben: "Ich schätze an ihm, dass er ein ruhiger und bedachter Mensch ist. Zurzeit also genau der Richtige." Sie erwarte, "dass er sich für eine offene und vielfältige Gesellschaft einsetzt".
Im Fummel ein Zeichen setzen
"Selbstverständlich" werde sie im Fummel in die Bundesversammlung kommen, erklärte Jones in dem Gespräch mit der "Saarbrücker Zeitung". Am genauen Outfit feile sie noch: "Auf jeden Fall nichts Schwarzes oder Graues. Ich tendiere zu Türkis und Orange." Allein mit ihrer Anwesenheit und ihrem Aussehen setze sie ein Zeichen, so die Dragqueen: "Es war an der Zeit, dass jemand wie ich den Bundespräsidenten mitwählen darf. Die Bundesversammlung ist augenscheinlich offener und toleranter geworden."
Für ihre eigene Kandidatur habe sie nun fünf Jahre Vorbereitungszeit, meinte Jones. Erfahrung bei Wahlen hat sie bereits gesammelt: 2004 trat sie bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg an und konnte mit 0,5 Prozent der Stimmen einen Achtungserfolg erzielen. Sie kam damals noch vor der Schill-Partei und der NPD ins Ziel (queer.de berichtete). (cw)















Aber in Türkis würd ich dich wählen! :-D