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Polizeibericht
Weil er für schwul gehalten wurde: 18-Jähriger im Allgäu verprügelt
Unbekannte lauerten dem Opfer, das einen Nasenring trug, vor einem Lokal in Leutkirch auf, beschimpften es und traten mehrfach zu.

Das Polizeipräsidium Konstanz veröffentlichte am Montag eine Täterbeschreibung (Bild: Polizeipräsidium Trier)
- 14. Februar 2017, 06:38h 2 Min.
Das Tragen eines Nasenrings war wohl der Grund, warum ein 18-Jähriger am Samstagmorgen gegen drei Uhr in einem Lokal in Leutkirch im Allgäu von einem Mann angesprochen wurde. Nach der negativen Antwort auf die Frage, ob er schwul sei, wurde der 18-Jährige ins Gesicht geschlagen und von dem Täter und einem Kumpel herumgeschubst und beleidigt.
Als der 18-Jährige das Lokal im Ortsteil Ellerazhofen verließ, lauerten ihm die beiden Männer laut Polizeibericht auf, sprangen ihn von hinten an, brachten ihn zu Boden, beschimpften ihn mit Kraftausdrücken und traten solange auf ihn ein, bis Freunde des Opfers dazukamen. Die Täter flüchteten schließlich mit einem silbernen Kombi über eine gefrorene Wiese in Richtung Herrot.
Einer der Täter wird von der Polizei wie folgt beschrieben: 25 Jahre alt, etwa 170 Zentimeter groß, südosteuropäisches Aussehen mit Bart. Bekleidung: Mantel, dunkle Caps und schwarzer Pulli. Hinweise werden ans Polizeirevier Leutkirch unter Tel. (07561) 84880 erbeten.
Die Polizei von Baden-Württemberg hatte für 2015 46 Straftaten gegenüber "Homosexuellen" erfasst (2014: 56, 2013: 51), sowie 5 gegen "Transvestiten". Die Zahlen samt der fragwürdigen Einordnungen in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) wurden im Januar durch eine Antwort der baden-württembergischen Landesregierung auf eine SPD-Anfrage (PDF2) bekannt. Es wird vermutet, dass die offizielle Kriminalstatistik nur einen Bruchteil der Hasskriminalität gegen LGBTI abbildet.
Der regionale Verband von VelsPol, das LGBTI-Mitarbeiternetzwerk in Polizei und Justiz, will daher eine Umfrage starten, um das Problem näher zu umfassen (queer.de berichtete). In Österreich ergab kürzlich eine Befragung, dass fünf Prozent aller Lesben, Schwulen, Intersexuellen und Transpersonen Gewalt in ihrem Leben erlebten (queer.de berichtete) – der Anteil ist rund zehnmal höher als bei der Gesamtbebölkerung. 80 Prozent der queeren Gewaltopfer gingen nicht zur Polizei. (cw/pm)














Anders = schwul.
Anders/schwul = eins auf die Mütze.
Diese simplen Mechanismen entwickeln sich durch Erziehung und Bildung. Bevor Kleinkindern beigebracht wird, dass es signifikante Unterschiede zwischen Menschen gebe, und dass bestimmte Menschen nur auf eine bestimmte Weise sein dürfen, während andere Menschen, weil sie nicht so sind, abzulehnen sind, gehen sie nämlich zunächst mal vorbehaltslos auf Andere zu.
Es muss also SEHR früh bei Erziehung und Bildung angesetzt werden.
Ich denke mal, den sogenannt "besorgten" Eltern ist dies mehr oder weniger bewusst - sodass sie sich - nach IHRER Logik - zu Recht dagegen wehren. Denn: wo kämen wir denn hin, wenn Menschen wirklich laut Grundgesetz erzogen würden ("Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich." - Art. 3 Abs. 1)? Womöglich dazu, dass gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gar nicht erst entsteht?
Das können so manche nicht wollen. Kommt ihnen dadurch doch eine ihrer wesentlichsten Lebensgrundlagen - Hass auf das Andere und dadurch Aufwertung der eigenen Person - abhanden.