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1.000 Menschen protestieren
Zagreb: Kundgebung nach Angriff auf LGBTI-Party
In der Hauptstadt des jüngsten EU-Mitgliedsstaates forderten 1.000 Demonstranten ein Ende der Intoleranz.

Trotz Temperaturen nahe null Grad demonstrierten viele Menschen im Zentrum von Zagreb
- 14. Februar 2017, 11:25h 2 Min.
In Zagreb sind am Montagabend nach AFP-Angaben 1.000 Menschen auf die Straße gegangen, um für Toleranz gegenüber sexuellen Minderheiten und gegen Gewalt zu demonstrieren. Anlass war der Angriff auf einen Nachtclub, in dem gerade eine LGBTI-Party stattfand, bei dem am Samstagmorgen mehrere Personen verletzt worden waren (queer.de berichtete).
Ein bislang unbekannter Angreifer hatte einen Behälter mit Tränengas in den Club geschleudert. Daraufhin versuchten die 300 Feiernden in Panik das Gebäude zu verlassen und schlugen dabei unter anderem Fenster ein.
Die Kundgebung war vom CSD Zagreb spontan organisiert worden, um gegen den "brutalen und barbarischen Angriff auf menschliche Leben" zu protestieren. Auf der Kundgebung wurden Plakate mit Aufschriften wie "Wir tolerieren keine Intoleranz" gezeigt. "Gestern haben wir bewiesen, dass wir nicht schweigen", erklärten die Veranstalter am Dienstag via Facebook. "Wir werden nicht zulassen, dass Gewalt und Hass unsere Werte sind."
/ Artina_MM | Bei der Kundgebung sangen die Demonstranten gemeinsamPozz s ljubavnog prosvjeda / @zagrebpride pic.twitter.com/YF1eicFKuZ
— Martina Maric (@Artina_MM) February 13, 2017
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Regierung verurteilt Übergriffe
In einer Pressemitteilung erklärte die konservative Regierung Kroatiens, dass sie "jede Form von Gewalt und Hass-Sprache" ablehne. Das schließe auch "rassistische, religiöse und Geschlechts-Diskriminierung" ein. LGBTI-Aktivisten hatten die Regierung unter dem erst vor vier Monaten vereidigten Ministerpräsidenten Andrej Plenković zuvor kritisiert, weil sie sich nicht von der rechtsnationalistischen Vorgängerregierung unterscheide, unter der Angriffe auf Minderheiten oder die Presse stark zugenommen hätten.
Im jüngsten EU-Mitgliedsland hatte es 2013 unter inoffizieller Führung der katholischen Kirche eine homophobe Kampagne gegeben, als eine Volksabstimmung über die Verankerung des Ehe-Verbots für Schwule und Lesben in der Landesverfassung durchgeführt wurde. Am Ende stimmte eine deutliche Mehrheit für das Verbot (queer.de berichtete). Immerhin konnte eine Mitte-Links-Regierung kurze Zeit später im Parlament die Einführung von eingetragenen Lebenspartnerschaften durchsetzen (queer.de berichtete). (dk)
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