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Berliner AfD-Liste

Mirko Welsch will in den Bundestag

Der Gründer der "Homosexuellen in der AfD" will künftig als Volksvertreter "Deutschland dienen". Mit seinen ehemaligen lesbischen und schwulen Mitstreitern liegt er allerdings im Clinch.


Mirko Welsch und seine Ex-Mitstreiter der "Homo­sexuellen in der AfD" streiten sich öffentlich um die Vorherrschaft

Mirko Welsch, einer der Gründer der Vereinigung "Homosexuelle in der AfD", möchte über die Berliner Landesliste in den Bundestag einziehen. Das hat der Bezirksrat im saarländischen Dudweiler auf seiner Facebook-Seite bekannt gegeben. Demnach habe er am vergangenen Samstag seine Kandidatur bei einer Infoveranstaltung der Berliner AfD bekannt gegeben.

Der Kommunalpolitiker kündigte an, er wolle sich als Bundestagsabgeordneter unter anderem dafür einsetzen, die "Vergewaltigung des Asylrechts" (sic) zu beenden. Welsch erklärte ferner, dass er sich als "konservativer, schwuler Patriot […] für die Wahrung unserer Freiheitsrechte einsetze, die Grüne, Linke, SPD und LSVD gerne aufgrund von falsch verstandener Toleranz gegenüber Islamisten zu opfern bereit sind". Gleichzeitig warnte er vor "Parolen von ganz rechtsaußen".

Die Ankündigung stieß bei seinen ehemaligen Mitstreitern aus den "Homosexuellen in der AfD" sauer auf. Die Gruppe um den Bremer Bürgerschaftsabgeordneten Alexander Tassis zankt sich derzeit in einem teils über soziale Netzwerke geführten öffentlichen Machtkampf mit Welsch, wer die "Homosexuellen in der AfD" anführt und ihnen angehört.

Der Streit hatte sich vergangenen Monat unter anderem daran entzündet, dass sich Welsch in der Auseinandersetzung zwischen Parteichefin Frauke Petry und dem Thüringer Landeschef Björn Höcke auf die Seite Petrys stellte und auch den Chef der AfD in Rheinland-Pfalz, Uwe Junge, öffentlich kritisierte. Daraufhin spalteten sich Welsch-Gegner von den "Homosexuellen in der AfD" ab und gründeten zunächst eine neue Internetpräsenz als "Schwul – Lesbischen Plattform" in der AfD (queer.de berichtete). Welsch warf den Abtrünnigen daraufhin vor, sich zu wenig von rechtsextremistischen Tendenzen abzugrenzen (queer.de berichtete).

Anfang Februar übernahmen die Abtrünnigen aber die Facebook-Seite der "Homosexuellen in der AfD" im Bund und erklärten, Welsch sei nun kein Mitglied mehr. Als Reaktion stellte dieser eigenen Aussagen zufolge eine Strafanzeige gegen Tassis. Zugleich verfügt Welsch offenbar noch über den Zugang der Facebook-Seite der Berlin-Brandenburger AfD-Homosexuellen und verbreitet darüber seine Botschaften – darunter auch die, dass er immer noch Bundessprecher der Interessengemeinschaft sei.

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Vorwurf: Welsch missbraucht "guten Namen" der "Homosexuellen in der AfD"


Diese Photoshop-Fleißarbeit brachte die ehemaligen Mitstreiter Welschs bei den "Homosexuellen in der AfD" auf die Palme (Bild: Facebook / Mirko Welsch)

Für das Bundestagsmandat bewerbe er sich als Bundessprecher der "Homo­sexuellen in der AfD", machte Welsch so auch in einer Facebook-Grafik deutlich. Die Facebook-Gruppe "Homo­sexuelle in der AfD" teilte am Montag hingegen als Erwiderung auf die Bewerbung mit: "Herr Welsch ist weder Bundessprecher noch Mitglied. Er benutzt ein Logo welches bereits nicht mehr genutzt werden soll um den Guten Namen (sic) unserer Vereinigung für seine Zwecke zu missbrauchen."

In der Vergangenheit hatte sich Welsch nicht als Kämpfer für LGBTI-Rechte hervorgetan: Vergangenes Jahr unterstützte er etwa auf dem AfD-Bundesparteitag in Stuttgart einen Antrag gegen die "Propagierung der Homo- und Transsexualität" im Unterricht und für die Streichung aller Anti­diskriminierungs­gesetze (queer.de berichtete). Immer wieder sorgte er zudem mit beleidigenden Äußerungen für Schlagzeilen: Volker Beck bezeichnete er als "Krebsgeschwür der Schwulenbewegung in Deutschland", den LSVD als "linksgrüne Parasiten" (queer.de berichtete).

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#1 Paulus47Anonym
  • 14.02.2017, 16:19h
  • Auch wenn ich die AfD überhaupt nicht mag. fällt doch mittlerweile auf wie viele offen homosexuelle Politiker der AfD in den Landtagen (Alexander Tassis, Thomas Jesus de Fernandes, Holger Arrpe, Frank-Christian Hansel,...) und ab September dann im Bundestag (Alice Weidel, Mirko Welsch, ,,,) sitzen.
    Auch ein David Berger nimmt leider mittlerweile pro AfD Stellung.

    Die LGBT-Community hat der LGBT-Aktivismus hat sich leider gespalten in den letzten Jahren. War bis Ende der 2000er die LGBT-Community und der LGBT-Aktivismus von Politiker/Aktivisten aus den Reihen der Grünen ("haben angefangen"), der FDP ("Westerwelle als erster offen schwuler Parteivorsitzender), der SPD ("Wowereits und das ist gut so", usw) und der Linkspartei geprägt. Dann kamen konservative offen homosexuelle Politiker (siehe LSU, siehe Jens Spahn, siehe Stefan Kaufmann,usw) hinzu.

    Und mittlerweile erleben wir also offen homosexuelle Politiker/Aktivisten in den Reihen der AfD und davon jede Menge....
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#2 MarcAnonym
  • 14.02.2017, 16:19h
  • Wer solche 'Diener' hat, braucht keine Feinde mehr.
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#3 Paulus45Anonym
  • 14.02.2017, 17:02h
  • Es müßte stärker analysiert und hinterfragt werden, warum ausgerechnet in der AfD so viele homosexuelle Aktivisten/Politiker mitmachen und sich dort engagieren.

    Nach meiner Beobachtung wird die Partei AfD uns "kein Stück" bei der Eheöffnung, bei der Reform des Leihmutterschaftsrechtes, bei der Reform des AGG oder bei der Reform des Artikel 3 GG helfen und von Nutzen sein.

    Gleichwohl drängt es eine ganze Reihe von homosexuellen Aktivisten in die AfD hinein: ich habe mehrfach mich mit solchen schwulen Wählern der AfD unterhalten und mich erkundigt, WARUM sie denn die AfD wählen wollen, wo sie doch wissen müßten, dass diese Partei Ihnen nicht die Eheöffnung bringt oder eine Reform des AGG und des Artikel 3 GG.

    Als Antwort bekam ich ein ganz anderes Thema, das diese schwulen Aktivisten/Wähler zur AfD treibt. Es war das Thema "Islamisierung der Gesellschaft gekoppelt mit Beleidigungsdelikten/Angriffen durch Straftäter mit islamischen Kulturhintergrund", das mir präsentiert wurde, warum sie die Partei AfD wählen würden. Sie haben das Gefühl, das alle anderen Parteien hier tabuisieren, "schönreden" und sich wegducken, wenn es um die Auswirkungen des Islams auf die Gesellschaft geht. UND sehr geschickt greift leider die Partei AfD dieses Thema auf und gewinnt dadurch auch unter schwulen Wählern Stimmen - selbst in meinem schwulen Bekanntenkreis....

    Und in den Niederlanden schafft es die rechte Partei von Geert Wilders mittlerweile zur STÄRKSTEN PARTEI in den Niederlanden aufzusteigen, da auch dort die Rechtspopulisten dieses Thema leider erfolgreich besetzen.

    Es hilft alles daher NICHTS und Cem Özdemir hat mit seiner politischen Analyse in der NOZ Recht, die ebenso Jens Spahn teilt: es ist ein Fehler, wenn die Linken/Sozialdemokraten bei diesem Thema "wegtauchen" und "schönreden", das merken die Menschen und wandern dann zu den Rechtspopulisten ab.

    Es ist leider so, das bis heute in keiner einzigen Moscheegemeinde in Deutschland Trauungen oder Segnungsgottesdienste erlaubt sind. Und es ist leider so, dass viele homophob motivierte Beleidigungsdelikte in den Großstädten in Deutschland, in den Niederlanden oder in Frankreich von Menschen mit Islamischen Kulturhintergrund begangen werden. DAHER brauchen wir DRINGEND Akzeptanzkampagnen gegen Homophobie im Islam an den Moscheen und bräuchten so wie die Organisation "Huk" es seit Jahrzehnten im Christentum erfolgreich macht, eine Organisation "Homosexuelle und Islam", die Aufklärungs-/Akzeptanzkampagnen an den Moscheegemeinden macht. Versäumen wir dies weiterhin, werden rechtspopulistische Parteien wie die AfD oder die Partei von Geeert Wilders dies Thema erfolgreich besetzen und immer mehr an Wählerstimmen gewinnen.
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