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Berliner AfD-Liste
Mirko Welsch will in den Bundestag
Der Gründer der "Homosexuellen in der AfD" will künftig als Volksvertreter "Deutschland dienen". Mit seinen ehemaligen lesbischen und schwulen Mitstreitern liegt er allerdings im Clinch.

Mirko Welsch und seine Ex-Mitstreiter der "Homosexuellen in der AfD" streiten sich öffentlich um die Vorherrschaft
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14. Februar 2017, 14:50h 3 Min.
Mirko Welsch, einer der Gründer der Vereinigung "Homosexuelle in der AfD", möchte über die Berliner Landesliste in den Bundestag einziehen. Das hat der Bezirksrat im saarländischen Dudweiler auf seiner Facebook-Seite bekannt gegeben. Demnach habe er am vergangenen Samstag seine Kandidatur bei einer Infoveranstaltung der Berliner AfD bekannt gegeben.
Der Kommunalpolitiker kündigte an, er wolle sich als Bundestagsabgeordneter unter anderem dafür einsetzen, die "Vergewaltigung des Asylrechts" (sic) zu beenden. Welsch erklärte ferner, dass er sich als "konservativer, schwuler Patriot […] für die Wahrung unserer Freiheitsrechte einsetze, die Grüne, Linke, SPD und LSVD gerne aufgrund von falsch verstandener Toleranz gegenüber Islamisten zu opfern bereit sind". Gleichzeitig warnte er vor "Parolen von ganz rechtsaußen".
Die Ankündigung stieß bei seinen ehemaligen Mitstreitern aus den "Homosexuellen in der AfD" sauer auf. Die Gruppe um den Bremer Bürgerschaftsabgeordneten Alexander Tassis zankt sich derzeit in einem teils über soziale Netzwerke geführten öffentlichen Machtkampf mit Welsch, wer die "Homosexuellen in der AfD" anführt und ihnen angehört.
Der Streit hatte sich vergangenen Monat unter anderem daran entzündet, dass sich Welsch in der Auseinandersetzung zwischen Parteichefin Frauke Petry und dem Thüringer Landeschef Björn Höcke auf die Seite Petrys stellte und auch den Chef der AfD in Rheinland-Pfalz, Uwe Junge, öffentlich kritisierte. Daraufhin spalteten sich Welsch-Gegner von den "Homosexuellen in der AfD" ab und gründeten zunächst eine neue Internetpräsenz als "Schwul – Lesbischen Plattform" in der AfD (queer.de berichtete). Welsch warf den Abtrünnigen daraufhin vor, sich zu wenig von rechtsextremistischen Tendenzen abzugrenzen (queer.de berichtete).
Anfang Februar übernahmen die Abtrünnigen aber die Facebook-Seite der "Homosexuellen in der AfD" im Bund und erklärten, Welsch sei nun kein Mitglied mehr. Als Reaktion stellte dieser eigenen Aussagen zufolge eine Strafanzeige gegen Tassis. Zugleich verfügt Welsch offenbar noch über den Zugang der Facebook-Seite der Berlin-Brandenburger AfD-Homosexuellen und verbreitet darüber seine Botschaften – darunter auch die, dass er immer noch Bundessprecher der Interessengemeinschaft sei.
Vorwurf: Welsch missbraucht "guten Namen" der "Homosexuellen in der AfD"

Diese Photoshop-Fleißarbeit brachte die ehemaligen Mitstreiter Welschs bei den "Homosexuellen in der AfD" auf die Palme (Bild: Facebook / Mirko Welsch)
Für das Bundestagsmandat bewerbe er sich als Bundessprecher der "Homosexuellen in der AfD", machte Welsch so auch in einer Facebook-Grafik deutlich. Die Facebook-Gruppe "Homosexuelle in der AfD" teilte am Montag hingegen als Erwiderung auf die Bewerbung mit: "Herr Welsch ist weder Bundessprecher noch Mitglied. Er benutzt ein Logo welches bereits nicht mehr genutzt werden soll um den Guten Namen (sic) unserer Vereinigung für seine Zwecke zu missbrauchen."
In der Vergangenheit hatte sich Welsch nicht als Kämpfer für LGBTI-Rechte hervorgetan: Vergangenes Jahr unterstützte er etwa auf dem AfD-Bundesparteitag in Stuttgart einen Antrag gegen die "Propagierung der Homo- und Transsexualität" im Unterricht und für die Streichung aller Antidiskriminierungsgesetze (queer.de berichtete). Immer wieder sorgte er zudem mit beleidigenden Äußerungen für Schlagzeilen: Volker Beck bezeichnete er als "Krebsgeschwür der Schwulenbewegung in Deutschland", den LSVD als "linksgrüne Parasiten" (queer.de berichtete).
Mehr zum Thema:
» Arbeitskreis "Homosexuelle in der AfD" gegründet (05.05.14)















Auch ein David Berger nimmt leider mittlerweile pro AfD Stellung.
Die LGBT-Community hat der LGBT-Aktivismus hat sich leider gespalten in den letzten Jahren. War bis Ende der 2000er die LGBT-Community und der LGBT-Aktivismus von Politiker/Aktivisten aus den Reihen der Grünen ("haben angefangen"), der FDP ("Westerwelle als erster offen schwuler Parteivorsitzender), der SPD ("Wowereits und das ist gut so", usw) und der Linkspartei geprägt. Dann kamen konservative offen homosexuelle Politiker (siehe LSU, siehe Jens Spahn, siehe Stefan Kaufmann,usw) hinzu.
Und mittlerweile erleben wir also offen homosexuelle Politiker/Aktivisten in den Reihen der AfD und davon jede Menge....