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Ex-Gay-Bewegung
Malaysia: Regierung wirbt für Homo-"Heilung"
In einem dreiminütigen Video behauptet die Regierung in Kuala Lumpur, dass Homosexuelle unter anderem durch Fasten gute Heteros werden können.

Ausschnitt aus dem Video der malaysischen Regierung
- 14. Februar 2017, 17:23h 2 Min.
Die malaysische Regierung wirbt offen für die "Heilung" von Homosexualität durch sogenannte Konversionstherapien. Eine Regierungsbehörde für islamische Entwicklung hat ein dreiminütiges animiertes Video veröffentlicht, in dem dafür geworben wird, Schwulen und Lesben mit Verständnis zu begegnen und sie zu Heterosexuellen zu bekehren. Nach Angaben der Zeitung "Malay Mail" hat ein Regierungssprecher die Authentizität des Videos bestätigt.
Das Video vergleicht die sexuelle Orientierung mit dem Reitsport. Sollte eine Person eine andere Vorliebe als andere Personen haben, seien Trainingseinheiten erforderlich. Dabei könne jeder helfen: Sollte ein Freund LGBT sein, solle man dabei helfen, dass die schlecht trainierte Person wieder auf den heterosexuellen Pfad zurückkehrt.
Tipp an Homos: Heiratet einfach!
"Menschen mit nicht heterosexueller Orientierung" könnten trotzdem gute Muslime sein, wenn sie an sich arbeiteten, heißt es weiter in dem Video. "Für sie ist es ein Test Gottes". In dem Video wird Schwulen und Lesben etwa empfohlen, ein Mitglied des anderen Geschlechts zu heiraten, um ihre Begierden unter Kontrolle zu bringen. Alternativ sei auch Fasten für die Heterowerdung geeignet.
In Malaysia ist der Islam offiziell Staatsreligion und wird von der Regierung gefördert. Insgesamt sind aber nur 60 Prozent der Bevölkerung Muslime, jeder Fünfte ist Buddhist. Zudem gibt es christliche und hinduistische Bevölkerungsminderheiten.
Auf gleichgeschlechtlichen Sex stehen offiziell Haftstrafen von bis zu 20 Jahren und Auspeitschung – egal, ob einvernehmlicher Geschlechtsverkehr oder eine Vergewaltigung vorliegt. Wegen einvernehmlicher Homosexualität kommt es jedoch nur selten zu Verurteilungen. In der relativ liberalen Hauptstadt Kuala Lumpur ist eine lebendige schwule Szene ansässig.
Eine Liberalisierung der LGBTI-Politik ist derzeit nicht in Sicht: Der derzeitige Premierminister Najib Razak hatte in der Vergangenheit erklärt, dass LGBT keine Menschenrechte verdienten (queer.de berichtete). (dk)













