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Warnung vor "Minderheitenstress"
Europaparlament fordert bessere Transsexuellengesetze in den Mitgliedsstaaten
Um die psychische Gesundheit von trans- und intersexuellen Menschen zu verbessern, müssten die Rahmenbedingungen in den EU-Staaten verbessert werden.

Die Europaparlamentarier verlangen, dass Gesetze für Transpersonen endlich modernisiert werden (Bild: niksnut / flickr)
- 16. Februar 2017, 15:44h 2 Min.
Das Europäische Parlament hat am Mittwoch den Bericht über die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter in den Bereichen psychische Gesundheit und klinische Forschung" beschlossen, in dem auch Verbesserungen für Trans- und Intersexuelle gefordert werden. In dem Papier wird etwa beklagt, dass insbesondere lesbische und bisexuelle Frauen sowie trans- und intersexuelle Personen von besonderen psychischen Gesundheitsproblemen betroffen seien, die auf "Minderheitenstress" zurückzuführen seien.
Kritisiert wird unter anderem, dass Transgender-Identitäten keine Krankheit seien, jedoch "bedauerlicherweise" in vielen Mitgliedsstaaten "noch immer als psychische Störungen gelten". Dabei zeigten Forschungsergebnisse, "dass die Diagnose der 'Geschlechtsidentitätsstörung' für Transgender-Personen eine erhebliche Belastung darstellt".
Kritik an Zwangs-OP in 13 EU-Staaten
Außerdem bemängelten die europäischen Volksvertreter, dass in 13 der 28 EU-Mitgliedsstaaten Transsexuelle "bei Verfahren zur Anerkennung des Geschlechts noch immer gezwungen werden, eine Sterilisation vornehmen zu lassen". Zu diesen 13 Ländern zählt Deutschland nicht, obwohl laut dem hiesigen Transsexuellengesetz ebenfalls eine Zwangs-OP vorgesehen ist. Allerdings stellte das Bundesverfassungsgericht bereits Anfang 2011 fest, dass diese Regelung unvereinbar mit der Menschenwürde und dem Recht auf körperliche Unversehrtheit sei (queer.de berichtete). Seither darf die entsprechende Passage nicht mehr angewandt werden. Obwohl seit dem Urteil bereits über sechs Jahre vergangen sind, hat die Bundesregierung bislang das Gesetz noch nicht geändert.
In ihrem Bericht fordern die Abgeordneten auch EU-Kommission und Mitgliedsstaaten auf, "sicherzustellen, dass ihre Strategien im Bereich der psychischen Gesundheit sich mit den psychischen Herausforderungen befassen, mit denen LGBTI-Personen konfrontiert sein könnten".
Die liberale Europaabgeordnete Beatriz Becerra, die den Bericht verfasst hatte, beklagte, dass es immer noch den "Mythos" gebe, dass trans- und intersexuelle Personen krank seien. In Wirklichkeit sei nach Ansicht der spanischen Politikerin aber vielmehr der Umgang der Gesellschaft mit diesen Menschen ein Problem. (dk)
Links zum Thema:
» Der Bericht online















... festgestellt und beklagt wurde schon oft genug. Es reicht aber nicht aus, nur zu hoffen, dass die Gesetzgeber daraufanspringen, nachdem sie auf Probleme und schweres Unrecht hingewiesen wurden.
Dass das Unrecht nicht behoben wird, ist Absicht. Was folgen muss, sind endlich verbindliche Richtlinien, die umgesetzt werden müssen.
Nächstes Jahr kommt die neue ICD-11, bei der Trans* nicht mehr als psychische Störung, sondern nur noch als weitgehend wertfreie Diagnose (im Detail gibt es noch Streitigkeiten darüber - man streitet, wie man es möglichst unpathologisch formuliert und trotzdem als Diagnoseschlüssel erhält, um dafür zu sorgen, dass medizinische Versorgung weiterhin möglich ist).
Das TSG geht weiterhin von einer "transsexuellen Prägung" als schwere psychische Störung aus - das muss dann endlich auch korrigiert werden.
Ob dieser Staat jemals DInge aus der Vergangenheit als Unrecht ansehen und wird und für Entschädigungen sorgt... die Vergangenheit hat gezeigt, dass hier viel Zeit ins Land geht.
Zwangs-OPs für Transmenschen hat das BVerfG 2011 gekippt. Intersexuelle Kinder werden heute immer noch operiert - kastriert und genitalverstümmelt - ohne dass eigentlich dafür zuständige Paragraphen dem Einhalt gebieten und die Akten werden auch zerstört, bevor die Person alg genug ist, zu realisieren, was passiert ist.
Nicht jammern - das Jammern hat 30 Jahre nichts geändet - handeln!