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Studie
Ehe-Öffnung führt zu weniger Selbstmordversuchen unter Jugendlichen
Nachdem die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht verwirklicht wurde, versuchten weniger junge Menschen in den USA, sich umzubringen – auch unter Heteros ging die Rate zurück.

Eine Gesellschaft, die Schwulen und Lesben – wie derzeit in Deutschland – das Heiraten verbietet, provoziert damit höhere Raten von Suizidversuchen (Bild: Agence Tophos / flickr)
- 21. Februar 2017, 12:00h 3 Min.
Jährlich gibt es nach der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben in den USA 134.000 weniger Suizidversuche unter High-School-Schülern. Das ist das Hauptergebnis einer Studie der John-Hopkins-Universität in Baltimore, die am Montag im von der "American Medical Association" herausgegebenen Fachmagazin "JAMA Pediatrics" veröffentlicht worden ist. "Wir erbringen den Nachweis, dass die Ehe für alle die Gesundheit der Bevölkerung verbessert", heißt es in der Studie. Suizid ist nach Unfällen die zweithäufigste Todesursache unter jungen Amerikanern.
Insgesamt werteten die Forscher Daten von über 760.000 Schülern aus, die von der Gesundheitsbehörde CDC erhoben worden waren. Die Daten schließen 32 von 35 Staaten ein, die zwischen Januar 2004 und Januar 2015 die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet haben – also vor der vom obersten Gerichtshof angeordneten nationalen Ehe-Öffnung im Juni 2015 (queer.de berichtete). Die Forscher betrachteten Daten aus dem Zeitraum zwischen Januar 1999 und Dezember 2015. Auch Daten aus Staaten, die die Ehe nicht geöffnet hatten, wurden einbezogen. Danach wurden die Staaten miteinander verglichen und andere Faktoren herausgerechnet.
14 Prozent Rückgang unter jungen LGB
Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe mit einer nachhaltigen Reduktion der Selbstmordversuche unter Schülern um sieben Prozent einhergeht. Bei jungen Schwulen, Lesben und Bisexuellen ging sie sogar um 14 Prozent zurück. In Staaten, die weiterhin am Ehe-Verbot für gleichgeschlechtliche Paare festhielten, gab es keine derartige Entwicklung.
Es sei aber unklar, ob der Effekt auf die Ehe-Öffnung selbst zurückzuführen sei oder die politischen Kampagnen, die damit einhergingen. Die Reduktion sei aber erst eingetreten, nachdem die Ehe für alle Gesetz geworden ist. Allerdings seien auch nach der Ehe-Öffnung die Selbstmordraten unter schwulen, lesbischen und bisexuellen Schülern noch immer höher als unter jungen Heterosexuellen.
Ehe für alle baut strukturelles Stigma ab
"Hier geht es um High-School-Schüler, die zum größten Teil noch keine Pläne für eine Eheschließung haben", sagte Studienleiterin Julia Raifman, eine Epidemiologin. "Trotzdem senkt die gleichgeschlechtliche Ehe das strukturelle Stigma, das mit sexueller Orientierung einhergeht." Die Ehe für alle würde nicht nur heiratswilligen Schwulen und Lesben helfen, weil alle davon profitieren würden, wenn die Stigmatisierung einer bestimmten Gruppe abgebaut werde. Sie warnte davor, dass bei einem Abbau der Gesetze zum Schutz von LGBTI die Suizidrate wieder nach oben schießen könnte. "Politiker müssen sich bewusst sein, dass ihre Politik in Bezug auf sexuelle Minderheiten einen realen Effekt auf die psychische Gesundheit von jungen Menschen haben kann", so Raifman.
Bereits in den letzten Jahren hatten Studien herausgefunden, dass die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen einen erheblichen Einfluss auf das Wohlergehen von sexuellen Minderheiten hat. Eine US-Studie war etwa 2014 zu dem Ergebnis gekommen, dass Schwule und Lesben in homophoben Regionen zwölf Jahre eher sterben als in toleranten Gegenden (queer.de berichtete). (dk)















Jeder Politiker, Kirchenvertreter, Bürger, etc. der das blockiert oder auch nur verzögert, macht sich mitschuldig an toten Jugendlichen. Die haben alle Blut an ihren Händen, das sie niemals abgewaschen bekommen werden...
Eheöffnung JETZT !!!!