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Drei Jahre nach Einführung eingetragener Partnerschaften

Malta will Ehe für lesbische und schwule Paare öffnen

Die Ministerin für Freiheitsrechte Helena Dalli kündigte am Dienstag einen entsprechenden Gesetzentwurf an.


Für die ILGA-Europe war Malta bereits im vergangenen Jahr das LGBTI-freundlichste Land Europas
  • 22. Februar 2017, 08:06h 14 2 Min.

Als 23. Staat der Welt und 13. in Europa könnte Malta in diesem Jahr – noch vor Deutschland – die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnen. Sie arbeite an einem entsprechenden Gesetzentwurf, kündigte die Ministerin für Freiheitsrechte Helena Dalli am Dienstag auf einer Veranstaltung der LGBTI-Organisation Drachma an.

Ein Teilnehmer hatte Dalli auf die fehlende Gleichstellung im Eherecht angesprochen, berichtete die Zeitung "Times of Malta". "Sie werden es nicht glauben, aber gestern habe ich eine Gesetzesnovelle zur Ehe für alle formuliert", erklärte die Politikerin der sozialdemokratischen Partit Laburista und erhielt dafür großen Applaus. "Die Eingetragene Partnerschaft befindet sich bereits auf demselben Niveau wie die Ehe. Es gibt dieselben Rechte, nur einen anderen Namen, das wollen wir ändern", so die Ministerin.

Auch Premierminister für Eheöffnung

Im vergangenen Jahr hatte sich bereits Premierminister Joseph Muscat für die Ehe für alle ausgesprochen. Die Partit Laurista hat seit der jüngten Wahl 2013 im Repräsentenhaus des kleinsten EU-Mitgliedsstaates eine absolute Mehrheit. Die konservativ-christdemokratische Opposition von der Partit Nazzjonalista lehnt die rechtliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften hingegen ab.

Muscats Regierung hat die rechtliche Situation von LGBTI in Malta seit Amtsantritt enorm verbessert. Zuletzt beschloss sie im Dezember 2016 ein Totalverbot von "Therapien" zur "Heilung" von Lesben und Schwulen – als erster Staat in Europa (queer.de berichtete). Bereits zuvor galt Malta laut der von ILGA-Europe erstellten "Rainbow 2016"-Liste als LGBTI-freudlichstes Land auf dem Kontinent (queer.de berichtete). Seit 2015 hat Malta eines der weltweit fortschrittlichsten Gesetze zu Trans- und Intersexualität (queer.de berichtete).

Eingetragene Partnerschaften für Lesben und Schwule, zu denen das volle Adoptionsrecht gehört, gibt es erst seit 2014 (queer.de berichtete). Nach nur drei Jahren könnten sie schon bald obsolet sein. (cw)

-w-

#1 SebiAnonym
  • 22.02.2017, 09:13h
  • Hoffentlich klappt das und wird schnell umgesetzt. Je mehr Staaten demokratische Grundrechte achten desto besser.

    Nicht nur für die LGBTI, sondern auch für die Heteros. Und übrigens auch für die Wirtschaft.
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#2 PatroklosEhemaliges Profil
  • 22.02.2017, 09:23h
  • Das ist super, wenn die Mittelmeerinsel so schnell wie möglich die "Ehe für Alle" einführt! Zwar wird die Katholische Kirche Amok dagegen laufen, aber es ist richtig und wichtig, daß Schwule und Lesben heiraten dürfen! Die maltesische Regierung zeigt der Katholischen Kirche mit der Eheöffnung den symbolischen Mittelfinger!
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#3 IM ErikaAnonym
  • 22.02.2017, 09:59h
  • Ich finde es faszinierend, dass ein Land eine "Ministerin für Freiheitsrechte" hat!

    Falls Deutschland so etwas hätte, würde Merkel vermutlich diese Erika Steinbach auf den Posten setzen und somit die Ziege zur Gärtnerin machen.
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