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Kommentare zu:
Das Kreuz mit den schwulen Nazis


#1 LarsAnonym
  • 23.02.2017, 09:56h
  • "Der wählte Wildes homoerotischstes Werk, die vor schwüler Sinnlichkeit vibrierende "Salome"

    Es trifft sicher zu, dass "schwüle Sinnlichkeit" für viele Schwule anziehend ist, (und als Ventil zum offensiven Ausdruck für verbotene / unterdrückte Begehrlichkeit wichtig war und ist, wozu wiederum die Oper ein gutes Forum bietet) aber gleichsetzen würde ich Homoerotik und schwüle Sinnlichkeit heute nicht mehr. Erotik ist Erotik, punkt. Die kann auch bei Schwulen viele Facetten haben.
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#2 LorenProfil
  • 23.02.2017, 10:24hGreifswald
  • Antwort auf #1 von Lars
  • Wilde schrieb "Salome" Ende des 19. Jahrhunderts.
    Die Gegenwartsbedeutung von "schwüler SInnlichkeit" (was immer damit auch gemeint sein soll) wird im Interview nicht behauptet.

    Ansonsten bestimmt eine interessante Ausstellung, die leider mit einem Minibudget gestemmt werden muss, was angesichts des Interesses an den Wagners und der öffentlichen Förderung der Wagner-Rezeption via Steuergeldern erstaunlich ist.
    Offenbar erscheinen nicht alle Aspekte des "Wagnerianismus" förderwürdig, wenns um die entsprechende Pflege der "Erinnerungskultur" geht.
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#3 LarsAnonym
  • 23.02.2017, 11:56h
  • Antwort auf #2 von Loren
  • Die Gleichsetzung von verschwurbelter "schwüler Sinnlichkeit" und Homoerotik wird aber auch nicht hinterfragt. Sie war damals auch mehr Camouflage und Klischee als soziale Alltagswirklichkeit. Wildes Salome ist eine typische Frauenfigur des späten 19. Jahrhunderts, in dem die zu der Zeit stark verdrängte und tabuisierte Sexualität oder die irrationalen, triebhaften Aspekte des Menschen gerne noch mit dem Wesen des Weibes oder der weiblichen Sexualität gleichgesetzt wurde. In dem Männer ihre Sexualität auf die Heiligen und Huren projezierten, war "mann" fein raus - bis Freud kam.

    Dass viele Schwule von Opern fasziniert sind, ist auch heute noch ein Fakt, macht aber aus "den Schwulen" keine Spezies mit einer besonderen, von Natur aus schwülen oder triebigen Erotik. Das Klischee hat sich aber erfolgreich von dem "Weib" des späten Jahrhunderts auf den Schwulen der Gegenwart übertragen. Meine Frage ist: Brauchen wir das noch, oder kann das weg? Daher mein kritischer Einwand zu einem im übrigen wirklich verdienstvollen Artikel.
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#4 LorenProfil
#5 saltgay_nlProfil
  • 23.02.2017, 15:44hZutphen
  • Schwuppen haben aus mir unerfindlichen Gründen immer einen Hang zum grässlichen Kitsch. Dazu gehören Operetten, die sämtlich unter das Jugendschutzgesetz fallen sollten, wegen des kulturellen Missbrauchs von Heranwachsenden.

    Zum Beispiel Staatsrat Hans-Severus Ziegler, dieser Altnazi, dessen muskalisches Können dem kulturellen Wert einer Schwarzwälder Kuckucksuhr aus dem Andenkenladen entspricht. Dahinter verbirgt sich eine komplette Garde dritt- bis viertklassiger Kulturschaffender, die sich unter den Nazis gut bezahlte Pöstchen verschafften. Die Kompositionen Siegfried Wagners kenne ich nicht. Mir reicht schon Richie Wagner, der eigentlich zu früh geboren wurde. Für Liebesfilme wäre seine Musik eine geeignete Untermalung gewesen.

    Psychologisch gesehen neigen Schwuppen vielleicht zu Tagträumereien, wo sie sich dann als Prinz fühlen dürfen, der einer Horde von Pagen befehlen darf. Damit lässt sich auch der Hang zu verschnörkelten Möbeln incl. Schoßhündchen und Wohnzimmer wie ein in der Waschmaschine eingelaufener Salon aus Neuschwanstein, erklären.

    Das Ganze dann als Komposition schreit geradezu nach Kaskaden verminderter Septimakkorde und schluchzendem Moll neben heldischen Dur brav tonal und bei dramatischer Steigerung wirds ein wenig chromatisch.

    Die Wagners stehen für die direkte Linie nach Verdun, für Todessehnsucht und Verehrung von Herrschern, die gern die einfache Bevölkerung auf dem Schlachtfeld für Konzerninteressen und Vaterland sterben lassen wollen.

    Im Grunde ist es ironischerweise gerade eine "geartete Kultur", die ausgerechnet die AfD den Bürgern gesetzlich vorschreiben möchte, während sie doch gleichzeitig die "Verschwulung" bekämpfen will.

    Aber nichtsdestotrotz: interessant bleibt die Person Siegfried Wagners samt seiner Meschpoke. So wie ein neugieriger Junge auf dem Speicher in eine Mottenkiste schaut. Alles nur gestrig.und sehr verstaubt.
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#6 Tommy0607Profil
  • 23.02.2017, 18:32hEtzbach
  • Leider gab es Schwule Nazis . Damals und heute ; sieht man ja schon bei der Alternative für Deppen . Man sagt nicht umsonst : Die Dümmsten Kälber suchen Ihren Schlächter selber aus
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#7 goddamn liberalAnonym
  • 24.02.2017, 13:05h
  • Antwort auf #5 von saltgay_nl
  • "Dazu gehören Operetten, die sämtlich unter das Jugendschutzgesetz fallen sollten, wegen des kulturellen Missbrauchs von Heranwachsenden. "

    Na ja, was Barrie Kosky in Berlin aus Operetten so herausholt, das kann sich doch sehen lassen.

    Operetten sind ein interessanter Teil der Kultur Mitteleuropas, auch und vor allem der jüdischen.

    Dass man es in den calvinistischen Niederlanden mit dem Musiktheater nicht so hat, ist nicht das Musiktheater schuld.

    Weniger ist eben nicht immer mehr.
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