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"Orgasm Gap"
Hetero-Männer kommen öfter als Schwule
US-Forscher haben untersucht, wie häufig verschiedene Geschlechter und Orientierungen beim Sex zum Orgasmus kommen – und sehen Optimierungsbedarf vor allem bei hetero- und bisexuellen Frauen.

Ein Mann kommt auf dem Cover des Ratgebers "Cum!" aus dem Bruno Gmünder Verlag. Für diesen besonderen Moment interessiert sich auch die Wissenschaft
- 26. Februar 2017, 06:18h 3 Min.
95 Prozent der heterosexuellen Männer kommen eigenen Angaben zufolge immer oder fast immer während des Sex mit der Partnerin zum Orgasmus. Das ergab die Auswertung einer Online-Umfrage durch US-Forscher unter Menschen in Beziehungen.
Damit lagen sie vor schwulen Männern mit 89 und bisexuellen Männern mit 88 Prozent. Bei den Frauen lagen Lesben mit 86 Prozent nicht weit entfernt – doch nur 66 Prozent der bisexuellen und 65 Prozent der heterosexuellen Frauen gaben an, beim Sex immer oder fast immer zum Orgasmus zu kommen.
Insgesamt wurden von den Forschern um David Frederick von der Chapman University in Kalifornien die Eigen-Angaben von 52.588 Menschen ausgewertet, darunter 452 schwule und 550 bisexuelle Männer sowie 340 lesbische und 1.112 bisexuelle Frauen.
Die Zusammenfassungen der Studie gehen nicht näher auf den Unterschied zwischen homo- und heterosexuellen Männern ein, dafür stark auf den unter Frauen. Die Ergebnisse zeigten schließlich, dass der "Orgasm Gap" reduziert werden könne: "Der Fakt, dass lesbische Frauen häufiger zum Orgasmus kommen als heterosexuelle Frauen deutet darauf hin, dass viele heterosexuelle Frauen höhere Raten von Orgasmen erleben könnten."
Häufiger kommen durch Oralsex
Die Forscher untersuchten näher, welche Faktoren zu mehr Orgasmen führten. Außer bei heterosexuellen Männern habe sich gezeigt, dass "von besonderer Wichtigkeit die Einbeziehung von oralem Sex zusammen mit weiteren Aktivitäten während des Geschlechtsverkehrs" sei.
Gerade bei heterosexuellen Frauen kämen die wenigsten durch rein penetrativen Sex zum Höhepunkt. Allgemein förderlich seien – statistischen Kofaktoren zufolge – ein Gespräch, welche Wünsche der Partner habe, Lob für bestimmte Handlungen, das Tragen von Reizwäsche, das Ausprobieren neuer Positionen, anale Stimulation oder Dirty Talk. Nicht zuletzt seien auch Liebesbezeugungen hilfreich.
41 Prozent der Männer glaubten der Befragung zufolge, dass die Partnerin immer zum Orgasmus komme – was nur 33 Prozent bestätigt hätten. Letztlich lassen die Untersuchungsergebnisse aber an vielen Stellen viele Deutungen zu, auch sind die Selbsteinschätzungen bei einer Online-Umfrage mit Vorsicht zu genießen. Die Gesamtauswertung ist kostenpflichtig im Journal "Archives of Sexual Behaviour" erschienen. (nb)
Auch bei Singles liegen Lesben vor anderen Frauen
Zu den nach Geschlecht und sexueller Orientierung unterschiedlichen Orgasmushäufigkeiten war bereits 2014 eine Studie zu einer Online-Befragung unter 2.850 Amerikanern gekommen, die in den letzten zwölf Monaten Sex hatten – allerdings als Singles.
Hier war der Abstand zwischen hetero- und homosexuellen Männern kleiner – und erneut zeigte sich ein klarer Unterschied bei den Frauen. Die durchschnittliche Orgasmusrate lag bei heterosexuellen Frauen bei 61,6 Prozent, bei bisexuellen sogar nur bei 58 Prozent. Lesbische Frauen kamen hingegen in 74,4 Prozent der Fälle zum Höhepunkt – auch bei kleiner Datenlage ein statistisch signifikanter Unterschied.
Bei heterosexuellen Männern lag die Quote bei 85,5 Prozent, bei schwulen bei 84,7 und bei bisexuellen bei 77,6 Prozent. Die Studie der Universität von Indiana ist im "Journal of sexual medicine" erschienen.















Da wird ein Riesenaufwand betrieben, dann stellt eine eher beiläufige Erwähnung das Ganze infrage.