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Bundesliga
Ex-Schiedsrichter: Drei bis vier schwule Spieler pro Mannschaft
Der ehemalige Spitzen-Referee Babak Rafati rät in einem Interview zu einem Gruppen-Coming-out von homosexuellen Fußball-Profis.

Babak Rafati leitete ab dem Jahr 2000 Spiele der Zweiten, ab 2005 auch der Bundesliga. Nach einem Suizidversuch 2011 beendete er seine Fußballkarriere (Bild: SWR)
- 27. Februar 2017, 05:23h 2 Min.
Der ehemalige Schiedsrichter Babak Rafati hat Homophobie im Profi-Fußball kritisiert. "Ja, ich kenne schwule Fussballer und Schiedsrichter in der Bundesliga, es gibt in jeder Mannschaft drei bis vier Spieler", sagte der 46-Jährige in einem Interview mit dem Schweizer Boulevardmagazin "Blick" – und beklagte ein Versteckspiel: "Und viele müssen sich mit einer Frau hinsetzen, Küsschen hier, Küsschen da – dabei haben sie gar keine Lust auf die Dame."
Outen könne sich ein homosexueller Profi nur dann, wenn die großen Stars mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) vorangingen, meinte Rafati: "Wenn sich zwei pro Verein und drei aus der Nationalmannschaft hinstellen würden zusammen an einer Pressekonferenz, dann käme man mit Wucht. Ich als einzelner kann nicht viel bewirken. Ich als Schiedsrichter konnte mich mit meiner Krankheit auch nicht outen."
Rafati selbst litt unter Depressionen
Der als Kind persischer Eltern in Hannover geborene Schiedsrichter litt in seiner aktiven Zeit unter schweren Depressionen. Vor einem Bundesligaspiel im November 2011 unternahm er einen Suizidversuch in einem Kölner Hotel, wurde jedoch von seinen Assistenten gerettet. Rafati begab sich in therapeutische Behandlung und hält heute Vorträge zu Präventionsstrategien bei Burnout, Mobbing, Depressionen sowie Leistungsdruck. Im Jahr 2013 veröffentlichte er das Buch "Ich pfeife auf den Tod! Wie mich der Fußball fast das Leben kostete" (Amazon-Affiliate-Link ).
In dem "Blick"-Interview gibt Rafati dem DFB eine Mitschuld an seiner Erkrankung, da er monatelang gemobbt worden sei. Die verkrusteten Strukturen im Verband sowie in den Vereinen führten dazu, dass Depressionen und Homosexualität noch immer Tabuthemen seien. (cw)














