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Kommentare zu:
Warum "Moonlight" einer der wichtigsten schwulen Filme ist


#1 Miguel ReyesAnonym
  • 27.02.2017, 21:56h
  • Leider muss ich sagen, dass mir die Vereinnahmung unserer Community bezüglich dieses Films etwas auf die Nerven geht. Die Auszeichnung von 'Moonlight' als bester Film bei den Oscars ist großartig, keine Frage! Aber der Film wurde nicht nur für seine LGBT Thematik ausgezeichnet, sondern auch für die Auseinandersetzung mit Themen wie die soziale Klasse, "Race", Männlichkeit und als gleichwertige vierte Säule eben die Rechte von schwulen Männer in den USA. Wir sollten Filme nicht auf Thematiken reduzieren, welche sie im Einzelnen nicht sind, sondern sie als Ganzes feiern.
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#2 Miguel53deProfil
  • 27.02.2017, 22:17hOttawa
  • Antwort auf #1 von Miguel Reyes
  • Es geht mir nicht auf die Nerven, weil ich nicht den Eindruck habe, dass er ".vereinnahmt" wird. Immerhin ist Homosexualitaet ein Thema dieses Films.

    Allerdings stimmt auch, dass es nicht das einzige Thema ist, sondern "Moonlight" ganz allgemein ein gesellschaftlich relevanter Film ist. Mit vielen Faszetten.

    Und das ist großartig gemacht. Verstörend. Belastend. Und zugleich ruehrend. Und vor allem, trotz aller Problematik nicht hoffnungslos, wie "schwule" Filme es haeufig sind.

    Ich habe die anderen Oscar-gekrönten Filme noch nicht gesehen. Bin jedoch mehr als happy, dass Moonlight seine verdiente Wuerdigung auch bekommen hat.
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#3 ARD und ZDFAnonym
  • 27.02.2017, 23:07h
  • Bereicherung oder Zumutung?

    Normal oder nicht normal?

    Jedenfalls nix für uns.

    Na ja, vielleicht mal irgendwann nachts um drei im Rahmen einer alle paar Jahre stattfindenden "Toleranzwoche".
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#4 RaceXYProfil
  • 09.03.2017, 23:08h
  • Hab mir den Film letztes WE angeschaut - fand ihn gut, aber jetzt nicht herausragend.

    Auf jeden Fall gibt einem der Film viel zum Nachdenken bzw. eignet sich meiner Meinung nach gut als Diskussionsgrundlage - z.B. in Schulen o.ae.

    Vom Gesichtspunkt "wichtige schwule Filme" wuerde ich da Brokeback Mountain durchaus davor einordnen.
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#5 SanottheEhemaliges Profil
  • 14.03.2017, 15:27h
  • Gestern gesehen.

    Für mich der beeindruckendste Film, den ich je gesehen habe. ALLES landete zu 100% in meinem Emotionszentrum; in meinem Herzen. Und zwar so sehr, dass ich nicht in der Lage war (und immer noch nicht bin), Worte für das zu finden, was man uns da geschenkt hat.

    Ich schließe mich daher dem zaunfinken an, der heute dazu schreibt:
    "Auf einen auch nur annähernd so klugen, warmen und machtvollen Film über Männlichkeit und die Schönheit des Verletzlichseins werden wir nach Moonlight sehr lange warten müssen."

    derzaunfink.wordpress.com/2017/03/14/moonlight/

    Meinen allergrößten und allerherzlichsten Dank an alle an diesem Film Beteiligten. <3
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#6 PflänzchenAnonym
  • 04.04.2020, 05:58h
  • Ich hatte den Film letztes Jahr auf Arte gesehen. Nun und habe ihn endlich bekommen und ihn mir gestern gleich dreimal in Folge und heute nochmal angesehen. Ich sehe mich in Little/Chiron/Black wieder und heule jedes mal Rotz und Wasser. Natürlich war meine Mutter nicht drogensüchtig, aber ich hatte in meinem ganzen Leben niemand der zu mir stand und auch keine große Liebe, und ich habe mich nie gewehrt und bin auch kein Muskelpaket und erst recht kein Dealer geworden. Ich werde immer noch gemobbt, weil ich anders (feinfühlig) bin, auch wenn ich äußerlich nicht schwul wirke. Es wird nie aufhören, solange ich lebe, weshalb ich mit Menschen gar nichts mehr zu tun haben möchte. Darum fühle ich so sehr mit ihm mit. Um Juan und Teresa beneide ich ihn. So etwas hätte ich gerne gehabt.

    Was mich so sehr mitnimmt, ist die Szene, als er Kevin nach dem Strand dann in der Schulkantine sieht und im Laufen sehnsüchtig zum ihm hinsieht. Er wünschte sich nichts mehr, als dass er sich zu ihm setzen könnte und draußen steht er dann immer wieder auf um sich von seiner großen Liebe Kevin niederschlagen zu lassen, und schließlich am nächsten Tag der Blick aus dem Polizeiauto.

    Grausam auch, wie er schüchtern und hoffnungsvoll im Lokal wieder auf Kevin trifft und man in seinem Gesicht nach und nach immer mehr Enttäuschung und Verzweiflung lesen kann. In Kevins Wohnung steht er dann total unsicher und aufgeregt und hält schließlich den Druck der Ungewissheit nicht mehr aus und gesteht Kevin seine Liebe.

    Kevin kann ich leider nicht wirklich einschätzen. Er schaut ja erst versteinert, dann milde und krault ihn am Ende ja nur am Kopf. Kevin sagt ja, dass er sein Leben lang immer nur das machte, was andere von ihm erwartenen (das sah man ja in der Schulkantine und direkt danach), aber meint er damit auch seine Sexualität? Ich habe da doch Zweifel und der Schluss sieht mir mehr nach Mitleid und Wiedergutmachung seiner Schuld aus.

    Ich vermute, dass Chirons Herz im weiteren Verlauf leider gebrochen und er sich dann endgültig einen absolut undurchdringlichen Schutzpanzer zulegen und in diesem hochgefährlichen "Gewerbe" letztendlich wie Juan enden würde.
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#7 PflänzchenAnonym
  • 06.04.2020, 00:35h
  • Antwort auf #6 von Pflänzchen
  • Ich ergänze meinen Kommentar mal, nicht dass da etwas falsch verstanden wird:

    Dass Kevin am Schluss Chiron/Black nur am Kopf streichelt und ihm so Halt gibt und seine Zuneigung zeigt, ist genau richtig, denn das ist ja viel wichtiger als Sex, der ja austauschbar und ohne echte Zuneigung/Liebe ohnehin völlig bedeutungslos ist. Das sehe ich schon immer so und deshalb berührt mich Little/Chiron/Black auch so extrem, dass ich ihn jetzt in drei Tagen achtmal gesehen habe die Blicke und die Mimik der Chirons und Kevins geradezu aufsauge und natürlich immer weinen muss wie ein Schlosshund. Aber auch Juan und Teresa haben großartigen Ausdruck, besonders als Tereasa Juan mit Mimik und Kopfgeste Juan signaliert, dass er nicht sagen soll, wozu er gerade ansetzen wollte (... es denn ...) , als über das Thema "Schwuchtel" gesprochen wurde.

    Ich habe mir auch verschiedene Youtube-Videos zum Film angesehen, in welchen die Darsteller Auskünfte geben. Trevante (Black) ist im echten Leben ein völlig anderer Charakter, während André (Kevin) gar nicht anders wirkt als im Film. Auffallend ist, dass sie in späteren Videos nie direkt nebeneinander plaziert sind, meist sogar extra weit auseinander, damit wohl ja niemand auf die Idee kommt, dass die vielleicht doch ein "bisschen schwul" sind, da sie ja so überzeugend spielten. Nur in frühen Interviews sind sie noch direkt nebenander. In dem Video, wo beide direkt nebeneinander auf einer Couch sitzen, habe ich den Eindruck, dass sich Trevante (Black) da nicht ganz wohl bzw. etwas unsicher fühlt, während André (Kevin) völlig natürlich und ohne Berührungsängste zu sein scheint. In einer Diskussionsrunde mit den Filmemachern, Naomie (Paula) und Janelle ( Teresa) fühlt sich Travente (Black) deutlich wohler und ist gelassener. In einer anderen, großen Interviewrunde fing Mahershala Ali (Juan) während seiner Antwort an zu weinen. Sehr symphatisch und großartig!

    In einer Runde sind alle Darsteller des Little/Chiron/Black dabei und sitzen natürlich nebeneinander. Ashton (Chiron als 16-Jähriger) hat übrigens überraschenderweise eine sehr rauchige, tiefe Stimme.
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#8 TheDadProfil
#9 Homonklin_NZAnonym
  • 06.04.2020, 10:59h
  • Antwort auf #8 von TheDad
  • Finde ich nun eher natürlich. Was hätte man davon, ohne Liebe?
    Da lohnt sich kaum der Gedanke dran.

    Sieht natürlich völlig anders aus, wenn man ein leidenschaftlicher Cruiser, Hedonist, Swinger oder ein routinierter Wichser ist, schon klar. Das sind wohl zwei Paar Schuhe, andere Ebene. Nothing wrong with it.

    Well, hoffentlich landet die DVD jetzt nicht in der Corona-Mail-Delivery-Restriction und das dauert wieder ewig., bis ich den kriege. Macht dann die Spannung höher
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#10 PflänzchenAnonym
  • 06.04.2020, 18:48h
  • Antwort auf #9 von Homonklin_NZ
  • Danke, für Dein Statement zu TheDad!

    Ich hoffe, dass Dich Moonlight ebenso berührt wie mich.

    Je öfter man ihn sieht, desto mehr fallem einem Details auf. Es hat wohl eine Bedeutung, dass man den Topf mit Wasser für Kevins Tee in Großaufnahme etwas länger sieht, denn bei Kevin muss selbst das Erinnerungen an seine Kindheit auslösen, da er sich das warme Wasser zum Baden auf dem Herd erhitzte.

    Was Kevin mit Grills meint, musste ich erst recherchieren: So nennt man die aufsteckbaren Goldzähne.

    Was auf dem Telefon steht, als seine Mama anruft, ist auch so ein Detail, was einem aber nicht wundert. Schön ist aber, wie sich die Szene in der Drogenentzugsklinik dann entwickelt.

    Weshalb er sich nach dem Aufwachen an die Shorts fasst, war mir mehrfach entgangen. Erst irgendwann entdeckte ich das Detail. Und: Großartig, wie am Ende eindrucksvoll Blacks Gefühlswelt gezeigt wird (erhöhte Atemfrequenz, Schlucken, und natürlich die Augen!).

    Von Atlanta (Georgia, USA) nach Miami (Florida, USA) sind es übrigens 1067 km und mit dem Auto müsste Black dann neun Stunden und 20 Minuten (bei durchgehender Fahrt) zu Kevin gefahren sein.

    Little/Chiron/Black: Was für ein außerordentlich liebenswerter Charakter! Ich möchte ihn den ganzen Film lang einfach nur drücken und festhalten.
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#11 TheDadProfil
  • 06.04.2020, 23:13hHannover
  • Antwort auf #9 von Homonklin_NZ
  • ""Finde ich nun eher natürlich. Was hätte man davon, ohne Liebe?
    Da lohnt sich kaum der Gedanke dran.""..

    Das ist ja nun noch merkwürdiger..

    Da lohnt dann ja schon die ganze Selbstbefriedigung nicht mehr..

    Sex ist Sex..
    Wenn der dann zusätzlich noch mit Liebe korrespondiert ist dies sicher ein zusätzlicher Gewinn, was aber eben nicht heißt, das Sex bei Abwesenheit von Liebe irgendetwas von seiner "Attraktivität" verlöre, oder seine Funktion als Bedürfnis einbüßte..

    Wer sich der romantisierenden Idee des
    "zum sex gehört unbedingt liebe"
    (oder auch anders herum)
    hingibt, der integriert darin auch die erlernte Heteronormativität, und all den Unfug der damit zusammenhängt, sei es der Schwachsinn des
    "kein sex vor der ehe",
    oder auch dem selbstzerstörerischem Unfug des
    "sex dient nur der fortpflanzung"..

    Was dann Dein
    ""Finde ich nun eher natürlich.""
    angeht..
    Das muß jede*r halten, wie man es für sich selbst entscheidet..

    Sich dem Sex zu verweigern bloß weil man nicht verliebt ist, ist ganz sicher ungesund, denn ein Leben ohne Sex führt zu körperlichen Einschränkungen, Süchten als Ersatzhandlungen, kompensatorischen Handlungen wie übermäßigem Sport, Spiel und anderen Ausschweifungen, und bisweilen auch zur "Hinwendung an eine Religion"..

    Psychologen füllen damit ihre Sprechstunden an..

    ""Sieht natürlich völlig anders aus, wenn man ein leidenschaftlicher Cruiser, Hedonist, Swinger oder ein routinierter Wichser ist, schon klar.""..

    Ich würde ja gerne nur ein einziges Mal eine nachvollziehbare Erklärung dazu erhalten, wieso eigentlich "Hedonismus" immer in Bezug auf Schwule Männer auftaucht, und man diesen dann als "negativen Charakterzug" verstanden wissen will ?

    Was genau spricht eigentlich dagegen sich selber anständig zu behandeln, und sich seine Bedürfnisse so gut wie nur irgendwie möglich zu befriedigen ?

    Was spielt bei diesem Gedankengang die entscheidende Rolle ?
    Kommen da aufgesogene Rollen-Klischees zum Tragen, oder gar Einflüße der "Religionen", die von einem "Leidensfähigkeit" erwarten, und dafür Leidensdruck aufbauen ?

    Es gibt da ein Textzeile aus Peter Gabriels Song "Big Time" in der es heißt :

    ""And my heaven will be a big heaven
    And I will walk through the front door""..

    Es hat doch jeder das Recht sich sein Leben nach seinen Bedürfnissen zu gestalten..
    Das hat weder etwas mit Egoismus noch mit Hedonismus als negative Eigenschaft zu tun..
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#12 TheDadProfil
  • 06.04.2020, 23:16hHannover
  • Antwort auf #9 von Homonklin_NZ
  • ""Well, hoffentlich landet die DVD jetzt nicht in der Corona-Mail-Delivery-Restriction und das dauert wieder ewig., bis ich den kriege. Macht dann die Spannung höher""..

    Äh ?
    Der Artikel ist von 2017..
    Die DVD ist längst überall erhältlich, und der Film lief schon etliche Male im TV, selbst im Free-TV..
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#13 Homonklin_NZAnonym
#14 PflänzchenAnonym
  • 07.04.2020, 18:58h
  • Antwort auf #11 von TheDad
  • Kein Mensch sprach von Selbstbefriedigung, sondern es ging um Sex mit anderen Personen. Aber selbst ersteres brauche ich nur alle paar Wochen und das ist mit dem Anschauen eines 2-Minuten Solo-Onanierfilmchens in gleicher Zeit dann erledigt. Und das ist keine Selbstkasteiung! Ich brauche das glücklicherweise einfach nicht öfter. Wer in seinem Leben nie echte Freunde hatte und die Affären (Beziehung will ich das nicht nennen) auch nur Idioten waren, den dürstet es nach Liebe, Zuneigung, Geborgenheit, Rückhalt und Verständnis und das steht absolut über allem.

    Von daher kann ich Blacks allerletzte Aussage als durchaus glaubwürdig nachvollziehen, was ja in einigen Rezensionen auf anderen Seiten als "unmöglich" und total "realitätsfern" gesehen wird.
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#15 Homonklin_NZAnonym
  • 07.04.2020, 20:51h
  • Antwort auf #11 von TheDad
  • Ich versuchs mal.

    ""Das ist ja nun noch merkwürdiger..

    Da lohnt dann ja schon die ganze Selbstbefriedigung nicht mehr..""

    Nach jeweils eigenem Gusto. Deshalb hatte ich unterschiedliche Ebenen erwähnt. Denen hinterher unterschiedliche Wertungen zuzuordnen ist keine Absicht.
    Du findest halt Liebe merkwürdig und bei mir tritt Selbstbefriedigung eher im Zusammenhang mit viel Musik oder Sport ein. So ab 3 Metern Welle und ordentlich Schub.

    ""Sex ist Sex..
    Wenn der dann zusätzlich noch mit Liebe korrespondiert ist dies sicher ein zusätzlicher Gewinn, was aber eben nicht heißt, das Sex bei Abwesenheit von Liebe irgendetwas von seiner "Attraktivität" verlöre, oder seine Funktion als Bedürfnis einbüßte.. ""

    Ich zitiere Dich nochmal als Antwort drauf:
    ""Das muß jede*r halten, wie man es für sich selbst entscheidet.""

    Der Sex, den andere haben, geht mich auch nix an. Die können ohne Liebe im 6 Siebentel-Takt und Handstand. Ist mir doch egal.

    Mir käme ohne eine mutuelle Liebe etwa gar kein Anlass für die Idee in den Sinn.
    Also erst durch die Liebe beginnt für mich eventuell ein Interesse daran. Auch das nicht zwingend. Aber ich glaube, das hab ich schon mal geschrieben. Nach jeweils eigenem Gusto halt. Kann nur für mich sprechen.

    ""Wer sich der romantisierenden Idee des
    "zum sex gehört unbedingt liebe"
    (oder auch anders herum)
    hingibt, der integriert darin auch die erlernte Heteronormativität ...""

    Zumindest stört diese Heteronormativität bei schwuler Liebe nicht weiter. Mich jedenfalls nicht. Stören tut eher die Heterosexualität des anderen, denn der liebt halt nur seine Frau/Freundin und man guckt in die Röhre.

    ""und all den Unfug der damit zusammenhängt, sei es der Schwachsinn des
    "kein sex vor der ehe",
    oder auch dem selbstzerstörerischem Unfug des
    "sex dient nur der fortpflanzung".. ""

    Es muss nicht zwingend zusammenhängen. Man ist nicht automatisch auch Zigarrenraucher, Naselinksbohrer oder spielsüchtig, nur, weil man liebt. Und Fortpflanzung klappt mit den allermeisten Männern gar nicht mal.

    ""Das muß jede*r halten, wie man es für sich selbst entscheidet.. ""

    Genau, deswegen schrieb ich davon. Je nach eigenem Gusto. Schön natürlich, wenn der Pasrtner auch so empfindet, aber Glückssache. Vor der Ehe? Da reichen Verlobungsringe oder rote Nelken/Rosen. Vielleicht ein Pfirsichbäumchen, es symbolisiert Glück und Bezauberndes. Man kann auch Dahlien schenken, aber die verwelken so schnell.

    ""Ich würde ja gerne nur ein einziges Mal eine nachvollziehbare Erklärung dazu erhalten, wieso eigentlich "Hedonismus" immer in Bezug auf Schwule Männer auftaucht, und man diesen dann als "negativen Charakterzug" verstanden wissen will ? ""

    Ich weiß nicht, ob das tatsächlich immer der Fall ist, ich kenne ja nicht alle Texte, die jemand jemals darüber schrieb.
    Ich schätze, dass das hier davon kommt, dass sich Schwule unterhalten. Ich wollte damit eher zum Ausdruck bringen, dass das nicht Jedermenschs Tasse Tee ist.

    Warum willst Du das als negativen Charakterzug verstehen?

    ""Was genau spricht eigentlich dagegen sich selber anständig zu behandeln, und sich seine Bedürfnisse so gut wie nur irgendwie möglich zu befriedigen ? "" Das weiß ich doch nicht. Ich versuche mehr, andere anständig zu behandeln. Klappt nicht immer.

    Das Bedürfnis nach mutueller Liebe ist nun alleine schlecht zu "befriedigen". Entweder das fällt einem zu oder nicht.

    ""Was spielt bei diesem Gedankengang die entscheidende Rolle ?
    Kommen da aufgesogene Rollen-Klischees zum Tragen, oder gar Einflüße der "Religionen", die von einem "Leidensfähigkeit" erwarten, und dafür Leidensdruck aufbauen ? ""

    Beim Anständig wen behandeln? Nee, das ist gewöhnlich eine innere Haltung, die man sich mit den Jahren heraus formte, und die sich vielleicht in der Hoffnung ergießt, dann von anderen auch anständig behandelt zu werden, wenn man das vorlebt.
    Religionen - nun ja, mir persönlich können die vor allem eines : Gestohlen bleiben ;)

    Rollen-Klischees? Beim Skateboarden vielleicht schon. Schlechte Achsen zu Shockpads mit teuren Rollen schmirgeln auch vom Sand.

    ""Es hat doch jeder das Recht sich sein Leben nach seinen Bedürfnissen zu gestalten..""

    Bin ich aber froh. Das bedeutet, Liebe ist noch erlaubt.

    Im Film scheint ja doch Beides subtil verwoben vorzukommen. Das macht die Spannung noch feiner.

    So in den tiefen Augenseen, wo endlos weiche Weiten wehn, dort Weltenfunken lichtern lau, tief ebenfarben schimmert blau,in wildem zartem Beben, zweieint sich liebsam heben.
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#16 PflänzchenAnonym
  • 07.04.2020, 22:42h
  • Antwort auf #15 von Homonklin_NZ
  • > "Bin ich aber froh. Das bedeutet, Liebe ist noch erlaubt.

    Im Film scheint ja doch Beides subtil verwoben vorzukommen. Das macht die Spannung noch feiner."

    Ja, die Blicke von Kevin zu Black, als Kevin im Restaurant in die Küche läuft, lassen sich durchaus als verliebt deuten und der Song "Hello Stranger" von Barbara Lewis unterstützt das. Er kennt Little/Chiron ja tatsächlich gut, denn: "das bist nicht Du", ist völlig korrekt. In der Szene am Strand gab Kevin sehr schön zum Besten, wie gut er Chiron kennt ("Ich höre Dir nur zu").

    Und wie (Mimik, Tonfall, Aussprache) Kevin im letzten Teil im Auto herausfinden möchte, warum Black zu ihm gefahren ist, lässt auch vermuten, dass er hofft, dass es aus Liebe zu ihm ist und Black tatsächlich schwul ist.

    Ich schätze den dritten Teil nun so ein, dass Kevin sich nur der Homosexualität Blacks einfach nicht sicher war, weil Chiron auch nach dem Erlebnis am Strand sich nicht bei ihm outete, und nun die unerwartete körperliche Erscheinung von Black und seine "Berufswahl".

    Gerade auch das Herumlavieren von Kevin macht den Film im letzten Teil so großartig.

    Nachdem Kevin in seiner heimischen Küche sagte, dass er bisher nicht viel taugte und immer nur machte, was andere von ihm erwarteten, stellt Black die für ihn hoffnungsvolle Frage: "und jetzt?" und wird sofort wieder enttäuscht. Was für eine ständig grausame Abwechslung von Hoffnung und Enttäuschung für ihn. Zum Schluss hält er das nicht mehr aus und hat schließlich jetzt auch nichts mehr zu verlieren.

    Das hat Kevin nun absolut nicht erwartet, die Frage ist nur, was genau daran. Vermutlich nicht so sehr, dass Black tatsächlich schwul ist, sondern viel mehr, dass er damals so sehr und nachhaltig in Chirons Herz vorgedrungen ist.

    Ich kann die negativen Bewertungen, die es auf anderen Seiten durchaus gibt, gar nicht verstehen. An dem Film ist nichts langweilig/langatmig, wie manche schrieben, ganz im Gegenteil! Die Leute müssen herzlos sein. Man hätte ihn sogar etwas ausführlicher machen können, aber das hätte dann sicher der Fantasie geschadet.
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#17 PflänzchenAnonym
  • 10.04.2020, 15:03h
  • Antwort auf #16 von Pflänzchen
  • Mir ist noch ein Detail aufgefallen:
    Nachdem Little Kevins Blut im Gesicht begutachtet, und ihm ans Gesicht fasst, gibt es einen Szene-Cut. Danach ist das Blut weg. Wer hat es denn entfernt? Vielleicht Little? Dann würde die Aussage Kevins, dass Little "komisch" sei, noch mehr Sinn machen.

    Blacks Autokennzeichen ist übrigens "Black305". Der Film steckt so voller Details.

    Die Aussage Juans, dass er seine Mutter auch hasste, sie ihm nun aber schrecklich fehle, kommt später noch mal zum Tragen, als Black schließlich seine Mama Paula verzeihend in den Arm nimmt.

    Hier gibt es neben sehr guten, aber auch wirklich unerträgliche Kommentare und Antworten:

    www.youtube.com/watch?v=YqD3tD5MUlE

    Wenn man wirklich alle Kommentare liest, also auch die Antworten, fällt einem auf, dass da wohl einige gelöscht worden sein müssen. Aber was da noch steht, ist dennoch unerträglich.

    Es gibt so viele Soziopathen/Psychopathen auf dieser Welt, und es werden dank Smartphones und "Social Media" immer mehr.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #16 springen »
#18 PflänzchenAnonym

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