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Kommentare zu:
Warum "Moonlight" einer der wichtigsten schwulen Filme ist


#11 TheDadProfil
  • 06.04.2020, 23:13hHannover
  • Antwort auf #9 von Homonklin_NZ
  • ""Finde ich nun eher natürlich. Was hätte man davon, ohne Liebe?
    Da lohnt sich kaum der Gedanke dran.""..

    Das ist ja nun noch merkwürdiger..

    Da lohnt dann ja schon die ganze Selbstbefriedigung nicht mehr..

    Sex ist Sex..
    Wenn der dann zusätzlich noch mit Liebe korrespondiert ist dies sicher ein zusätzlicher Gewinn, was aber eben nicht heißt, das Sex bei Abwesenheit von Liebe irgendetwas von seiner "Attraktivität" verlöre, oder seine Funktion als Bedürfnis einbüßte..

    Wer sich der romantisierenden Idee des
    "zum sex gehört unbedingt liebe"
    (oder auch anders herum)
    hingibt, der integriert darin auch die erlernte Heteronormativität, und all den Unfug der damit zusammenhängt, sei es der Schwachsinn des
    "kein sex vor der ehe",
    oder auch dem selbstzerstörerischem Unfug des
    "sex dient nur der fortpflanzung"..

    Was dann Dein
    ""Finde ich nun eher natürlich.""
    angeht..
    Das muß jede*r halten, wie man es für sich selbst entscheidet..

    Sich dem Sex zu verweigern bloß weil man nicht verliebt ist, ist ganz sicher ungesund, denn ein Leben ohne Sex führt zu körperlichen Einschränkungen, Süchten als Ersatzhandlungen, kompensatorischen Handlungen wie übermäßigem Sport, Spiel und anderen Ausschweifungen, und bisweilen auch zur "Hinwendung an eine Religion"..

    Psychologen füllen damit ihre Sprechstunden an..

    ""Sieht natürlich völlig anders aus, wenn man ein leidenschaftlicher Cruiser, Hedonist, Swinger oder ein routinierter Wichser ist, schon klar.""..

    Ich würde ja gerne nur ein einziges Mal eine nachvollziehbare Erklärung dazu erhalten, wieso eigentlich "Hedonismus" immer in Bezug auf Schwule Männer auftaucht, und man diesen dann als "negativen Charakterzug" verstanden wissen will ?

    Was genau spricht eigentlich dagegen sich selber anständig zu behandeln, und sich seine Bedürfnisse so gut wie nur irgendwie möglich zu befriedigen ?

    Was spielt bei diesem Gedankengang die entscheidende Rolle ?
    Kommen da aufgesogene Rollen-Klischees zum Tragen, oder gar Einflüße der "Religionen", die von einem "Leidensfähigkeit" erwarten, und dafür Leidensdruck aufbauen ?

    Es gibt da ein Textzeile aus Peter Gabriels Song "Big Time" in der es heißt :

    ""And my heaven will be a big heaven
    And I will walk through the front door""..

    Es hat doch jeder das Recht sich sein Leben nach seinen Bedürfnissen zu gestalten..
    Das hat weder etwas mit Egoismus noch mit Hedonismus als negative Eigenschaft zu tun..
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#12 TheDadProfil
  • 06.04.2020, 23:16hHannover
  • Antwort auf #9 von Homonklin_NZ
  • ""Well, hoffentlich landet die DVD jetzt nicht in der Corona-Mail-Delivery-Restriction und das dauert wieder ewig., bis ich den kriege. Macht dann die Spannung höher""..

    Äh ?
    Der Artikel ist von 2017..
    Die DVD ist längst überall erhältlich, und der Film lief schon etliche Male im TV, selbst im Free-TV..
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#13 Homonklin_NZAnonym
#14 PflänzchenAnonym
  • 07.04.2020, 18:58h
  • Antwort auf #11 von TheDad
  • Kein Mensch sprach von Selbstbefriedigung, sondern es ging um Sex mit anderen Personen. Aber selbst ersteres brauche ich nur alle paar Wochen und das ist mit dem Anschauen eines 2-Minuten Solo-Onanierfilmchens in gleicher Zeit dann erledigt. Und das ist keine Selbstkasteiung! Ich brauche das glücklicherweise einfach nicht öfter. Wer in seinem Leben nie echte Freunde hatte und die Affären (Beziehung will ich das nicht nennen) auch nur Idioten waren, den dürstet es nach Liebe, Zuneigung, Geborgenheit, Rückhalt und Verständnis und das steht absolut über allem.

    Von daher kann ich Blacks allerletzte Aussage als durchaus glaubwürdig nachvollziehen, was ja in einigen Rezensionen auf anderen Seiten als "unmöglich" und total "realitätsfern" gesehen wird.
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#15 Homonklin_NZAnonym
  • 07.04.2020, 20:51h
  • Antwort auf #11 von TheDad
  • Ich versuchs mal.

    ""Das ist ja nun noch merkwürdiger..

    Da lohnt dann ja schon die ganze Selbstbefriedigung nicht mehr..""

    Nach jeweils eigenem Gusto. Deshalb hatte ich unterschiedliche Ebenen erwähnt. Denen hinterher unterschiedliche Wertungen zuzuordnen ist keine Absicht.
    Du findest halt Liebe merkwürdig und bei mir tritt Selbstbefriedigung eher im Zusammenhang mit viel Musik oder Sport ein. So ab 3 Metern Welle und ordentlich Schub.

    ""Sex ist Sex..
    Wenn der dann zusätzlich noch mit Liebe korrespondiert ist dies sicher ein zusätzlicher Gewinn, was aber eben nicht heißt, das Sex bei Abwesenheit von Liebe irgendetwas von seiner "Attraktivität" verlöre, oder seine Funktion als Bedürfnis einbüßte.. ""

    Ich zitiere Dich nochmal als Antwort drauf:
    ""Das muß jede*r halten, wie man es für sich selbst entscheidet.""

    Der Sex, den andere haben, geht mich auch nix an. Die können ohne Liebe im 6 Siebentel-Takt und Handstand. Ist mir doch egal.

    Mir käme ohne eine mutuelle Liebe etwa gar kein Anlass für die Idee in den Sinn.
    Also erst durch die Liebe beginnt für mich eventuell ein Interesse daran. Auch das nicht zwingend. Aber ich glaube, das hab ich schon mal geschrieben. Nach jeweils eigenem Gusto halt. Kann nur für mich sprechen.

    ""Wer sich der romantisierenden Idee des
    "zum sex gehört unbedingt liebe"
    (oder auch anders herum)
    hingibt, der integriert darin auch die erlernte Heteronormativität ...""

    Zumindest stört diese Heteronormativität bei schwuler Liebe nicht weiter. Mich jedenfalls nicht. Stören tut eher die Heterosexualität des anderen, denn der liebt halt nur seine Frau/Freundin und man guckt in die Röhre.

    ""und all den Unfug der damit zusammenhängt, sei es der Schwachsinn des
    "kein sex vor der ehe",
    oder auch dem selbstzerstörerischem Unfug des
    "sex dient nur der fortpflanzung".. ""

    Es muss nicht zwingend zusammenhängen. Man ist nicht automatisch auch Zigarrenraucher, Naselinksbohrer oder spielsüchtig, nur, weil man liebt. Und Fortpflanzung klappt mit den allermeisten Männern gar nicht mal.

    ""Das muß jede*r halten, wie man es für sich selbst entscheidet.. ""

    Genau, deswegen schrieb ich davon. Je nach eigenem Gusto. Schön natürlich, wenn der Pasrtner auch so empfindet, aber Glückssache. Vor der Ehe? Da reichen Verlobungsringe oder rote Nelken/Rosen. Vielleicht ein Pfirsichbäumchen, es symbolisiert Glück und Bezauberndes. Man kann auch Dahlien schenken, aber die verwelken so schnell.

    ""Ich würde ja gerne nur ein einziges Mal eine nachvollziehbare Erklärung dazu erhalten, wieso eigentlich "Hedonismus" immer in Bezug auf Schwule Männer auftaucht, und man diesen dann als "negativen Charakterzug" verstanden wissen will ? ""

    Ich weiß nicht, ob das tatsächlich immer der Fall ist, ich kenne ja nicht alle Texte, die jemand jemals darüber schrieb.
    Ich schätze, dass das hier davon kommt, dass sich Schwule unterhalten. Ich wollte damit eher zum Ausdruck bringen, dass das nicht Jedermenschs Tasse Tee ist.

    Warum willst Du das als negativen Charakterzug verstehen?

    ""Was genau spricht eigentlich dagegen sich selber anständig zu behandeln, und sich seine Bedürfnisse so gut wie nur irgendwie möglich zu befriedigen ? "" Das weiß ich doch nicht. Ich versuche mehr, andere anständig zu behandeln. Klappt nicht immer.

    Das Bedürfnis nach mutueller Liebe ist nun alleine schlecht zu "befriedigen". Entweder das fällt einem zu oder nicht.

    ""Was spielt bei diesem Gedankengang die entscheidende Rolle ?
    Kommen da aufgesogene Rollen-Klischees zum Tragen, oder gar Einflüße der "Religionen", die von einem "Leidensfähigkeit" erwarten, und dafür Leidensdruck aufbauen ? ""

    Beim Anständig wen behandeln? Nee, das ist gewöhnlich eine innere Haltung, die man sich mit den Jahren heraus formte, und die sich vielleicht in der Hoffnung ergießt, dann von anderen auch anständig behandelt zu werden, wenn man das vorlebt.
    Religionen - nun ja, mir persönlich können die vor allem eines : Gestohlen bleiben ;)

    Rollen-Klischees? Beim Skateboarden vielleicht schon. Schlechte Achsen zu Shockpads mit teuren Rollen schmirgeln auch vom Sand.

    ""Es hat doch jeder das Recht sich sein Leben nach seinen Bedürfnissen zu gestalten..""

    Bin ich aber froh. Das bedeutet, Liebe ist noch erlaubt.

    Im Film scheint ja doch Beides subtil verwoben vorzukommen. Das macht die Spannung noch feiner.

    So in den tiefen Augenseen, wo endlos weiche Weiten wehn, dort Weltenfunken lichtern lau, tief ebenfarben schimmert blau,in wildem zartem Beben, zweieint sich liebsam heben.
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#16 PflänzchenAnonym
  • 07.04.2020, 22:42h
  • Antwort auf #15 von Homonklin_NZ
  • > "Bin ich aber froh. Das bedeutet, Liebe ist noch erlaubt.

    Im Film scheint ja doch Beides subtil verwoben vorzukommen. Das macht die Spannung noch feiner."

    Ja, die Blicke von Kevin zu Black, als Kevin im Restaurant in die Küche läuft, lassen sich durchaus als verliebt deuten und der Song "Hello Stranger" von Barbara Lewis unterstützt das. Er kennt Little/Chiron ja tatsächlich gut, denn: "das bist nicht Du", ist völlig korrekt. In der Szene am Strand gab Kevin sehr schön zum Besten, wie gut er Chiron kennt ("Ich höre Dir nur zu").

    Und wie (Mimik, Tonfall, Aussprache) Kevin im letzten Teil im Auto herausfinden möchte, warum Black zu ihm gefahren ist, lässt auch vermuten, dass er hofft, dass es aus Liebe zu ihm ist und Black tatsächlich schwul ist.

    Ich schätze den dritten Teil nun so ein, dass Kevin sich nur der Homosexualität Blacks einfach nicht sicher war, weil Chiron auch nach dem Erlebnis am Strand sich nicht bei ihm outete, und nun die unerwartete körperliche Erscheinung von Black und seine "Berufswahl".

    Gerade auch das Herumlavieren von Kevin macht den Film im letzten Teil so großartig.

    Nachdem Kevin in seiner heimischen Küche sagte, dass er bisher nicht viel taugte und immer nur machte, was andere von ihm erwarteten, stellt Black die für ihn hoffnungsvolle Frage: "und jetzt?" und wird sofort wieder enttäuscht. Was für eine ständig grausame Abwechslung von Hoffnung und Enttäuschung für ihn. Zum Schluss hält er das nicht mehr aus und hat schließlich jetzt auch nichts mehr zu verlieren.

    Das hat Kevin nun absolut nicht erwartet, die Frage ist nur, was genau daran. Vermutlich nicht so sehr, dass Black tatsächlich schwul ist, sondern viel mehr, dass er damals so sehr und nachhaltig in Chirons Herz vorgedrungen ist.

    Ich kann die negativen Bewertungen, die es auf anderen Seiten durchaus gibt, gar nicht verstehen. An dem Film ist nichts langweilig/langatmig, wie manche schrieben, ganz im Gegenteil! Die Leute müssen herzlos sein. Man hätte ihn sogar etwas ausführlicher machen können, aber das hätte dann sicher der Fantasie geschadet.
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#17 PflänzchenAnonym
  • 10.04.2020, 15:03h
  • Antwort auf #16 von Pflänzchen
  • Mir ist noch ein Detail aufgefallen:
    Nachdem Little Kevins Blut im Gesicht begutachtet, und ihm ans Gesicht fasst, gibt es einen Szene-Cut. Danach ist das Blut weg. Wer hat es denn entfernt? Vielleicht Little? Dann würde die Aussage Kevins, dass Little "komisch" sei, noch mehr Sinn machen.

    Blacks Autokennzeichen ist übrigens "Black305". Der Film steckt so voller Details.

    Die Aussage Juans, dass er seine Mutter auch hasste, sie ihm nun aber schrecklich fehle, kommt später noch mal zum Tragen, als Black schließlich seine Mama Paula verzeihend in den Arm nimmt.

    Hier gibt es neben sehr guten, aber auch wirklich unerträgliche Kommentare und Antworten:

    www.youtube.com/watch?v=YqD3tD5MUlE

    Wenn man wirklich alle Kommentare liest, also auch die Antworten, fällt einem auf, dass da wohl einige gelöscht worden sein müssen. Aber was da noch steht, ist dennoch unerträglich.

    Es gibt so viele Soziopathen/Psychopathen auf dieser Welt, und es werden dank Smartphones und "Social Media" immer mehr.
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#18 PflänzchenAnonym

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