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Und wieder ein Land!
Finnland: Schwule und Lesben dürfen ab sofort heiraten
Als 20. Staat weltweit hat Finnland die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet. Das Gesetz ist am Mittwoch in Kraft getreten.

Und wieder ein Land hat Deutschland überholt: Die Finnen haben die Ehe-Diskriminierung gegen Schwule und Lesben beendet (Bild: Sepi V / flickr)
- 1. März 2017, 13:12h 2 Min.
Seit Mitternacht haben Schwule und Lesben in Finnland die selben Ehe-Rechte wie Heterosexuelle. Damit haben nach Norwegen, Schweden (beide 2009), Island (2010) und Dänemark (2012) inzwischen alle unabhängigen nordischen Länder die Ehe für alle eingeführt.
Zu den ersten, die vom neuen Recht auf Eheschließung Gebrauch machen, gehört laut einem Bericht der Zeitung "Ilta-Sanomat" der 60-jährige Parlamentsabgeordnete Markku Rossi von der Zentrumspartei. Er machte sich zum Standesamt auf, um seine Lebenspartnerschaft mit dem Künstler Matti Kaarlejärvi in eine Ehe umwandeln zu lassen.

Der Politiker Markku Rossi läuft als einer der ersten Schwulen in Finnland in den Hafen der Ehe ein
Die Ehe für alle war bereits im November 2014 mit einer knappen Mehrheit von 105 zu 92 Stimmen beschlossen worden (queer.de berichtete). Die Umsetzung dauerte aufgrund des hohen Verwaltungsaufwandes allerdings länger als in anderen Ländern. Nach einer von Homo-Gegnern initiierten Volksinitaitive musste das Parlament vor zwei Wochen erneut über die Gleichstellung abstimmen; das Ergebnis fiel mit 120 zu 48 dieses Mal weit deutlicher für die Gleichstellung aus (queer.de berichtete).
10 von 28 EU-Ländern haben die Ehe für alle
Mit der Ehe-Öffnung haben damit weltweit 20 Länder und innerhalb der EU zehn Länder die Ehe für alle geöffnet. In mehreren anderen Staaten gibt es eine Teilanerkennung: So sind in großen Teilen des Vereinigten Königreichs oder von Mexiko Homo-Paare im Ehe-Recht gleichgestellt worden. In Israel und Estland werden zumindest im Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen anerkannt.
Seit 2002 bietet Finnland bereits eingetragene Lebenspartnerschaften für Schwule und Lesben an. Die Rechte in diesem Institut wurden nach und nach erweitert – etwa 2009 um die Stiefkindadoption. Mit der Ehe-Öffnung werden Hetero- und Homosexuelle im Ehe-Recht vollständig gleichbehandelt, auch im Adoptionsrecht. Einzige Ausnahme: Die evangelisch-lutherische Volkskirche Finnlands bei einer Synode im letzten September – gegen die Empfehlung von Kirchenchef Kari Mäkinen – entschieden, Homo-Paare nicht zu trauen (queer.de berichtete).
LSVD fordert Ehe für alle auch in Deutschland
Der deutsche Lesben- und Schwulenverband forderte am Mittwoch angesichts der Gleichstellung in Finnland die einfachgesetzliche Öffnung der Ehe auch in der Bundesrepublik. "Alles andere als die Eheöffnung ist keine Gleichstellung, sondern ist und bleibt Diskriminierung. Auch fast gleich ist zweitklassig", erklärte LSVD-Sprecherin Gabriela Lünsmann.
Deutschland signalisiere mit seiner Lebenspartnerschaft für Schwule und Lesben, "dass die Liebe zwischen zwei Männern bzw. zwei Frauen als minderwertig gilt", so Lünsmann. Sie verwies auch darauf, dass eine große Mehrheit der Deutschen die Ehe für alle befürworte. (dk)















Nein, werden sie nicht.
Da das Partnerschaftsgesetz weder aufgehoben noch dahingehend geändert wurde, dass es auch auf Heteropaare angewandt werden kann, haben Homopaare in Finnland (wie auch in Teilen des Vereinigten Königreiches und der Vereinigten Staaten) nun mehr Rechte als Heteropaare.