Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?28319

Ehe-Verbot wird zu Dating-Verbot

Polen: TVP-Chef gegen Homo-Paare im Fernsehen

Der Direktor der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt wandte sich gegen die Einbeziehung schwuler und lesbischer Paare in eine Flirt-Show.


Kurski, hier bei dem umstrittenen Radiointerview vom Mittwoch, war schon früher durch Homo- und Transphobie aufgefallen

Der umstrittene Direktor des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Polen, der frühere PiS-Abgeordnete Jacek Kurski, hat sich in einem Radio-Interview gegen die Teilnahme homosexueller Paare an einem Dating-Format ausgesprochen, da die Verfassung die Ehe als Verbindung aus Mann und Frau definiere.

In einer Radiosendung wurde der 51-Jährige am Mittwoch gefragt, ob seine Anstalt TVP bei der Übernahme des britischen Formats "First Dates", bei dem Kameras ein Blind Date in einem Restaurant verfolgen und das im Original auch Homo-Paare zeigte, ebenfalls auch schwule und lesbische Paare einbeziehen werde. "Ich denke nicht, dass gleichgeschlechtliche Paare in der Sendung auftauchen werden", so Kurski.

"Wir sind öffentlich-rechtliches Fernsehen und wir müssen bestimmten Regeln folgen, die fest sowohl in unserer Verfassung als auch im Recht festgelegt sind. Die Verfassung besagt, dass Familie die Verbindung aus Mann und Frau ist." Daraus entwickelte der Sender-Chef eine neue Rechtsfolge: "Weil Dating dazu dient, eine Familie zu gründen oder eine Ehe, und die Auffassung des Gesetzes, der polnischen Tradition und der Moral es ist, dass dies Verbindungen aus Mann und Frau sind, ist es einleuchtend, dass es sich dabei (beim Dating) um verschiedengeschlechtliche Paare handeln muss."

Spott über angebliches Dating-Verbot

Die Organisation "Stonewall" kommentierte die Äußerungen des TVP-Chefs auf Facebook belustigt: "Jungs, wir müssen unsere Dates canceln". Die polnische "Kampagne gegen Homophobe" rief in sozialen Netzwerken schwule und lesbische Paare dazu auf, Bilder von sich sowohl an TVP und Kurski zu schicken als auch in sozialen Netzwerken zu posten mit dem Spruch/Hashtag "unverfassungsgemäßes Dating" (#niekonstytucyjnarandka). Etwas ernster kommentierte die Organisation: "Keine Liebe ist illegal und erst Recht nicht gegen die Verfassung!"


Die spontane Kampagne der "Kampagne gegen Homophobie" kann noch etwas Unterstützung gebrauchen

Polens LGBTI-Organisationen haben bereits Erfahrung im Umgang mit Kurski: Als dieser im Januar 2016 von der Regierung im Rahmen des umstrittenen neuen Mediengesetzes als Direktor ernannt worden war, beteiligten sie sich an den Großprotesten in vielen Städten (queer.de berichtete). 2014 hatte er Conchita Wurst als "kulturelle Aggression des Westens" bezeichnet – der Sender, den er inzwischen leitet, ist der polnische ESC-Partner.

2008 hatte Kurski einen TV-Spot verantwortet, mit dem der frühere Präsident Lech Kaczynski die EU-Grundrechtecharta attackierte. Dazu nutzte er u.a. Bilder eines schwulen Paares und spielte mit der vermeintlichen Sorge der Bürger, die EU können ihnen eine Homo-Ehe aufzwingen. Auf Kritik des dargestellten amerikanischen Paares meinte Kurski: "Bei Schwulen entschuldige ich mich nicht!"

-w-

#1 JustusAnonym
  • 01.03.2017, 18:55h
  • >>> Der umstrittene Direktor des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Polen, der frühere PiS-Abgeordnete Jacek Kurski <<<

    Und wieso dürfen überhaupt Politiker (egal welcher Partei) einen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender leiten? Gerade öffentlich-rechtliche Sender sollten ausschließlich nach journalistischen Kriterien geleitet werde und nicht nach politischen, ideologischen, religiösen, oder was auch immer.
  • Direktlink »
#2 Jadughar
  • 01.03.2017, 20:01hHamburg
  • Es wird Zeit, daß überall eine drastisches Homophobieverbot eingeführt wird, wo auf Homophobie lebenslängliche Strafen stehen, d.h. bis zum Lebensende hinter Gittern! Im Falle einer Realieserung einer solchen Strafmaßnahme wird wohl kaum ein Homophober verurteilt werden, da diese ihre Homophobie wahrscheinlich abgewöhnen werden. Wer vorsorglich eine Strafe abwehren möchte, darf sich in psychotherapeutische Behandlung begeben.
  • Direktlink »
#3 PatroklosEhemaliges Profil
  • 01.03.2017, 21:32h
  • Der Mann sollte umgehend von seinem Posten entbunden werden, aber wahrscheinlich wird das der lange Arm der Katholischen Kirche verhindern!
  • Direktlink »