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Ungünstige Zugverbindung
Bettina Böttinger fährt doch nicht nach Greifswald
Die lesbische Moderatorin hat Terminprobleme, um sich von der Homofreundlichkeit der ostdeutschen Stadt zu überzeugen.

Bettina Böttinger moderiert seit über zehn Jahren die WDR-Talkshow "Kölner Treff" (Bild: WDR / Encanto / Grande)
- 3. März 2017, 06:29h 2 Min.
Am 3. Juni wollte Bettina Böttinger auf Einladung des Oberbürgermeisters zum Tag der Akzeptanz nach Greifswald fahren, um damit eine vielfach kritisierte Äußerung aus dem vergangenen Jahr wiedergutzumachen. Am 1. September 2016 hatte die Kölnerin in der ZDF-Sendung "Markus Lanz" erklärt, sie möchte nicht mit ihrer Frau Hand in Hand durch die ostdeutsche Stadt laufen (queer.de berichtete).
Doch nun hat Böttinger den vor Monaten vereinbarten Besuchstermin überraschend abgesagt. "Ich bedaure dies sehr, weil ich mich auf persönliche Gespräche und Begegnungen wirklich gefreut habe", schrieb die 60-jährige Moderatorin in einem Brief an Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne).
Böttinger habe Terminprobleme geltend gemacht, berichtete die "Ostsee-Zeitung" und zitierte Stadtsprecherin Andrea Reimann: "Sie habe am Freitag zuvor noch eine Sendung und müsste am Sonntag bereits wieder zurück sein […] Die Zugverbindung von Köln nach Greifswald sei jedoch zeitlich so ungünstig, dass sie erst Samstagabend in Greifswald und am Sonntag nicht rechtzeitig zurück wäre." Nun soll ein neuer Termin im Herbst gefunden werden.
Greifwald für Lesben und Schwule nicht sicher?
Bei Markus Lanz hatte Bettina Böttinger aus heiterem Himmel behauptet, dass die Universitäts- und Hansestadt Greifswald für Lesben und Schwule nicht sicher sei. Angesprochen auf das homofreundliche Klima in Deutschland, meinte die 60-Jährige: "Aber ich stell mir mal vor, so'n ganz normaler Arbeitsplatz, irgendwo inner Kleinstadt oder in der ländlichen Bevölkerung. Das ist ein Riesending, wenn da irgendjemand sagt, so ich hab jetzt übrigens als Frau 'ne Frau geheiratet."

In der regionalen Presse schlug Böttingers Äußerung hohe Wellen
In ihrer Heimatstadt Köln sei es besser, so Böttinger, die sich im Juli letzten Jahres verpartnert hatte. "Da ist es, glaub ich, einfach liberaler und selbstverständlicher. Aber in andern Städten? Ich möchte auch nicht mit meiner Frau Hand in Hand durch Greifswald rennen. Tut mir furchtbar leid. Möcht' ich nicht. Ich glaube, da sind andere Ressentiments als in großen liberalen Städten. […] Ich möchte ankommen heil."
Der Tag der Akzeptanz wird seit 2012 jährlich vom Aktionsbündnis Queer in Greifswald organisiert. Auf dem Marktplatz in der Altstadt ist am 3. Juni ein "buntes, aber auch sozialkritisches Bühnenprogramm" geplant. (cw)













