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Klage gegen Schule
US-Technologiefirmen unterstützen Trans-Jungen
18 Bundesstaaten und 53 Unternehmen – darunter die Konzerne Apple, Microsoft und Amazon – appellieren an den Supreme Court, die Rechte von Transsexuellen zu schützen.

Gavin Grimm wurde verboten, an seiner Schule auf die Jungentoilette zu gehen
- 3. März 2017, 14:57h 2 Min.
Der 17 Jahre alte transsexuelle Schüler Gavin Grimm erhält Unterstützung für seinen Kampf für gleiche Rechte: 53 Unternehmen haben am Donnerstag ein sogenanntes "Amicus Curiae"-Dokument an den amerikanischen Supreme Court geschickt, in dem sie die Höchstrichter auffordern, zugunsten Grimms bei seiner Klage gegen den Schulbezirk zu entscheiden (PDF).
Am selben Tag haben auch 18 Bundesstaaten und die Hauptstadt Washington ein derartiges Dokument an die Richter versandt. Mit "Amicus Curiae"-Briefen können Personen oder Organisationen, die nicht direkt an einem Verfahren beteiligt sind, einem Gericht ihre Einschätzung darlegen und damit die Entscheidung beeinflussen.
Im vorliegenden Fall zog Grimm mit Unterstützung der Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) vor Gericht, weil seine Highschool im Bundesstaat Virginia ihm verboten hatte, die Jungentoilette aufzusuchen – er musste stattdessen ins Mädchen-Klo oder in eine Einzeltoilette. Im vergangenen Jahr entschied ein Bundesberufungsgericht, dass das Toilettenverbot diskriminierend und gegen das Bundesgesetz namens "Title IX" verstoße, das Geschlechterdiskriminierung an Schulen verbietet, die Bundesmittel erhalten (queer.de berichtete). Weil der Schulbezirk mit dem Urteil nicht einverstanden war, müssen nun die Höchstrichter entscheiden.
Sorge über "stigmatisierende Auswirkungen" des Toilettenverbots
Insbesondere Technologie- oder E-Commerce-Firmen unterstützen den Jungen in seinem Kampf, darunter Amazon, Apple, Microsoft, eBay, IBM, Intel, Twitter und Yahoo. Sie argumentieren in ihrem "Amicus Curiae"-Dokument, dass sie viele Transpersonen als Angestellte in ihrem Reihen haben und über die "stigmatisierenden Auswirkungen" von transphoben Richtlinien besorgt sind.
Die 18 Bundesstaaten, die Grimm unterstützen, argumentieren in ihrem "Amicus Curiae"-Dokument, dass die Diskriminierung von Transsexuellen "keine legitime Basis hat, sondern nur einer Gruppe schaden will, die nur aus dem Grund gefürchtet wird, weil sie anders ist". Die Initiative für diesen Brief hatten die Staaten New York und Washington übernommen, die dann von vielen liberalen Staaten wie Kalifornien, Pennsylvania oder Vermont unterstützt wurden.
Bereits im Januar hatten sich 21 konservative Bundesstaaten unter Führung von West Virginia an die Seite des Schulbezirks gestellt (PDF). Sie argumentierten, dass es eine Angelegenheit der Bundesstaaten sei, ob Transsexuelle Zugang zu Toiletten erhalten sollten, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen.
Der Fall wird voraussichtlich am 28. März vor dem Supreme Court verhandelt. Das Urteil wird aber erst später mitgeteilt. (dk)















Passte es gerade nicht ins Marketing, sich für Trans-Rechte einzusetzen?