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Grips-Theater

"Er kämpft für seinen muslimischen Glauben und für seine Identität"

Philipp Harpain, künstlerischer Leiter des Berliner Grips-Theaters, über das neue Stück "Nasser #7Leben", das am Dienstag Premiere hat.


Der Schauspieler Davide Brizzi spielt den jungen Berliner Homoaktivisten Nasser El-Ahmad (Bild: David Baltzer / bildbuehne.de)
  • 12. März 2017, 15:01h 55 2 Min.

Du bist auf die Idee gekommen, Nasser El-Ahmads Geschichte auf die Grips-Bühne zu bringen – was ist an seiner Geschichte interessant fürs Theater?

Ich hatte über die Jugendlichen, mit denen wir hier arbeiten, die Geschichte von Nasser und seinem Engagement mitbekommen. Nasser ist an die Öffentlichkeit gegangen, hat quer durch Neukölln eine Demo gegen Homophobie organisiert, vorbei am Haus seiner Eltern. Nur, weil wir einen schwulen Bürgermeister hatten, heißt das noch lange nicht, dass es für Jugendliche einfach wäre, sich zu outen. Oder, dass es hier keine Homophobie gäbe.

Dieser Mut und diese Kraft, für seine Identität einzutreten, mit allen Konsequenzen und allem Schmerz, das hat mich so beeindruckt, dass ich Nasser kennenlernen wollte. Wobei wir schon eine gemeinsame Basis hatten, wie wir bei unserem ersten Treffen feststellten, denn ich hatte mit seiner Grundschullehrerin als Theaterpädagoge zu unseren Stücken viele Projekte gemacht. Nasser konnte sogar noch Lieder aus "Julius und die Geister" auswendig singen! Da war sofort eine Vertrauensbasis da. In vielen Gesprächen hat die Autorin Susanne Lipp, die vom Biographischen Schreiben kommt, Nassers Geschichte fürs Theater aufgeschrieben.

Nasser hat unter seiner sehr strengen Familie wirklich sehr Schlimmes, Dramatisches erlebt, hast du nicht Angst, wenn das gezeigt wird, dass der Islamophobie mit diesem Stück in die Hände gespielt wird?

Nein, im Gegenteil. Denn Nasser steht ebenso für den Islam, er kämpft für seinen muslimischen Glauben und für seine Identität. Außerdem wird in dem Stück ein Grundkonflikt von Jugendlichen und ihren Eltern verhandelt, wenn Eltern ihre Anschauungen, egal welcher Art, rigide auf ihr Kind übertragen, ohne ihm Raum für seine eigene Entwicklung zu geben.

Wie bist du auf die junge Regisseurin Maria Lilith Umbach gekommen, die erstmals am Grips inszenieren wird?

Maria Umbach hat sich im Rahmen des Künstler*innen-Netzwerks "cobratheater.cobra" in verschiedenen Produktionen mit unterschiedlichen Kulturkreisen und queeren Themen auseinandergesetzt, ebenso hat sie Theaterprojekte mit Jugendlichen umgesetzt, diese Arbeiten fand ich sehr spannend. Sie arbeitet u.a. mit Mitteln der Popkultur, ich erhoffe mir von ihrer Arbeit eine Leichtigkeit bei dem harten Stoff.

Direktlink | Nasser El-Ahmad über das Theaterstück
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Infos zum Stück

Nasser #7Leben. Theaterstück für Menschen ab 13 Jahren von Susanne Lipp nach Interviews mit Nasser El-Ahmad. Regie: Maria Lilith Umbach. Uraufführung am 14. März 2017 im Grips/Podewil, Klosterstr. 68, 10179 Berlin. Weitere Aufführungen am 15.3. (19.30 Uhr), 16.3. (11 Uhr), 4.4. (18 Uhr), 5.4. (11 Uhr), 6.4. (11 Uhr), 12.5. (18 Uhr), 13.5. (19.30 Uhr), 15.5. (11 Uhr), 26.6. (18 Uhr), 27.6. (11 Uhr), 28.6. (11 Uhr), 10.7. (18 Uhr), 11.7. (18 Uhr), und 13.7. (11 Uhr). Karten-Telefon für Vormittagsvorstellungen: (030) 397 47 40, für Abendvorstellungen: (030) 397 47 477
-w-

#1 ClementineAnonym
  • 12.03.2017, 18:45h
  • Sehr tolles Stück, war Freitag in der öffentlichen Probe mit Nachbesprechung.
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#2 Religioten-WatchAnonym
  • 13.03.2017, 09:51h
  • "Er kämpft für seinen muslimischen Glauben und für seine Identität"

    Religion und gelebte Religiosität haben in der Kinder- und Jugendarbeit NICHTS zu suchen und gehören dort verboten. Egal ob christlich, muslimisch, jüdisch, hinduistisch oder sonstwie psychisch verwirrt. Schützt die Kinder vor religiotischer Gehirnwäsche!
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#3 LarsAnonym
  • 13.03.2017, 10:29h
  • Antwort auf #2 von Religioten-Watch
  • Konflikte löst man nicht, wenn man sie nicht anspricht und darstellt und dadurch zeigt, wie man selbstbestimmt un reif damit umgeht. Die Kinder vor der verstörenden Welt der Religion mit rigiden Darstellungs und Denkverboten zu schützen, um sie nicht zu verwirren, folgt der gleichen Argumentation wie der von besorgten Eltern und degradiert Kinder zu Automaten, die lediglich mit Informationen gefüttert werden müssen.
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